Razer Tarantula und Logitech G15 im Test
Spielbarkeit: Tasten-Multi contra Abstandhalter
Während Razer die zeitliche Abfolge der Eingabe-Sequenz lediglich in vier Schritten zu 50, 100, 150 und 200 Millisekunden gestattet, lässt sie sich bei der G15 auf die Millisekunde genau bestimmen. Wem das noch nicht reichen sollte, der kann sogar Mausaktionen einbinden. Über ein Kontextmenü legt das Programm weiterhin fest, ob ein Makro bei gedrückter Taste oder auf einmaligen Druck hin wiederholt oder nur einmal ausgeführt wird. Der Konkurrenz-Konfigurator registriert bloß das Drücken und Loslassen oder dauerhafte Halten einer Taste.
In einem Punkt unterscheidet sich die Tarantula von jedem bisher getesteten Gamer-Keyboard - sie verkraftet bis zu zehn parallele Tastendrücke. Gewöhnliche Tastaturen "verschlucken" bei mehr als drei oder vier gleichzeitigen Anschlägen die komplette Eingabe oder zumindest einen Teil davon. Die Logitech G15 macht immerhin sechs Tastendrücke klaglos mit. Im Selbstversuch gestaltet es sich allerdings schwierig, die Razer-Angabe auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und zehn Tasten mit beiden Händen absolut simultan anzuschlagen, nachvollziehbar waren zumindest neun.
Aufgrund ihrer breiten Abstände müssen sich Zocker mit der G15 schon extrem ungeschickt anstellen, um eine Taste aus Versehen anzuschlagen. Im Zusammenspiel mit großen Fingern besteht auf dem recht dichten Tastenfeld der Tarantula jedoch ein erheblich höheres Risiko für unabsichtliches Drücken. Wer sich damit abfinden kann oder daran gewöhnt hat, erhält dafür jedoch das sauberere, präzisere und leisere Feedback.
Logitech behält vorerst das Monopol auf Gamer-Tastaturen mit integriertem Display.
Sonderausstattung: Headset-Anschluss kontra LC-Display
Serienmäßig warten beide Tastaturen mit zwei nützlichen USB-Ports auf, die genügend Strom für einen MP3-Player mit Flash-Speicher und einen Bluetooth-Empfänger für eine schnurlose Maus liefern, jedoch an einer externen Fünf-Gigabyte-Festplatte scheitern. Da die Anschlüsse in der oberen rechten Ecke der Tarantula dicht beieinander liegen, kann es bei zwei über zwei Zentimeter breiten USB-Steckern schon einmal eng werden. Headset-Spieler freuen sich über zusätzliche Kontakte für Mikrofon und Kopfhörer. Hinter einer etwas billig wirkenden Blende in der oberen Mitte steckt ein weiterer Mini-USB-Port, der bei Bedarf die aufpreispflichtige "BattleLight"-Beleuchtung oder "BattleEye"-Webcam aufnimmt.
Nach wie vor hält Logitech das Monopol bei Gamer-Tastaturen mit integriertem Display. Die integrierte Anzeige offeriert zusätzliche Möglichkeiten, die dank findigen Programmierern mittlerweile weit über die Standard-Optionen hinausgehen. Es existieren sogar schon ganze Foren speziell zu diesem Thema wie etwa auf "G15-Applets.de". Ein simpler Schieber deaktiviert auf Wunsch die Windows-Taste, die mitunter gerne als Spielverderber fungiert. Das Kabel fällt mit circa 1,75 Metern gut 25 Zentimeter kürzer aus als beim Mitbewerber, lässt sich mittels Kanal auf der Unterseite verlegen.
Razer Tarantula und Logitech G15 im Test
Zur Tarantula gehören gleich zwei USB-Stecker in der Razer-typischen Goldfarbe sowie Audio-Kabel für Mikrofon und Kopfhörer. Immerhin ziehen alle an dem zwei Meter langen Strang.
Mindestens 100 Euro kostet es, sich das pulsierende Schlangen-Logo auf den Schreibtisch zu holen.
Leider gibt es für die Multimedia-Schalter derzeit nur festgelegte Profile statt freie Programmierbarkeit.
Während die Tarantula sage und schreibe zehn simultane Anschläge verkraftet, ....
Zehn Ersatztasten mit gängigen Spiele-Symbolen sorgen für Wiedererkennungswert.
Razer Tarantula: Auf dem Weg vom Konzept zum fertigen Produkt blieb das integrierte Display leider auf der Strecke.
Die Tasten der G15 geben gute Rückmeldung, arbeiten jedoch unpräziser, wackliger und lauter als bei der Konkurrenz.
Außer zwei USB-Ports wie die G15 bietet das Razer-Keyboard noch praktische Headset-Anschlüsse.
Mit der G behält Logitech vorerst das Monopol auf Gamer-Tastaturen mit eigener LC-Anzeige.
Wer eine Gamer-Tastatur mit Display möchte, kommt nach wie vor nicht an der Logitech G15 vorbei. Finde Programmierer stellen mittlerweile sogar selbst erstellte Funktionen ins Internet.
Das Konfigurationsmenü der Razer Tarantula glänzt mit Masse und Übersichtlichkeit.
Weniger schön, dafür mit besseren Detaillösungen: Die Software der Logitech G15
Fazit
Ob nun Razer oder Logitech die beste Gamer-Tastatur liefert, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Doch dass die G15 mit einem Straßenpreis ab etwa 70 Euro das harmonischere Verhältnis von Leistung und Kosten bietet, steht außer Frage. Beide Keyboards punkten mit wertiger Verarbeitung und einer Vielzahl sinnvoller Möglichkeiten, Spielern das Zocken zu versüßen.
Allerdings verhindert das fehlende Razer-Display ein echtes Konkurrenzgefühl. In Sachen Präzision kann die mindestens 100 Euro teure Tarantula den Zweikampf klar für sich entscheiden, da ihre Tasten die bessere Rückmeldung geben. Für größere Hände wären dazwischen jedoch breitere Abstände wünschenswert. Wer für weniger Geld gepflegt spielen möchte, dem seien die netzwelt-Testberichte zur Raptor-Gaming K2 und Saitek Eclipse II ans Herz gelegt.
