Razer Tarantula und Logitech G15 im Test
Ergonomie: Kurzhuber contra Standard-Layout
Während die Logitech G15 weitgehend auf ein sauber unterteiltes Standard-Layout baut, weicht Razer deutlich stärker davon ab. Zum Beispiel wurde die Sektion mit der Entfernen-Taste gedreht und der Einfügen-Schalter über den Nummernblock versetzt. Außerdem überschneidet sich der rechte Großschrift-Umschalter mit den Pfeiltasten, ferner fallen die Funktionstasten F1 bis F12 beim Razer-Modell erheblich schmaler aus. In beiden Fällen liegen die zusätzlichen Gaming-Tasten auf gleicher Höhe mit dem Rest des Keyboards und treten zu Anfang auch gerne einmal unabsichtlich in Aktion.
Aufgrund des breiteren Tastenabstands besteht bei Logitechs G15 jedoch eine geringere Gefahr für versehentliche Ausrutscher. Auf der Tarantula benötigen große Finger wegen der kurzen Tastendistanz hingegen eine längere Gewöhnungsphase. Viel verlorenen Boden macht das Razer-Modell bei der Haptik wett, denn sie vermittelt beim Anschlagen zweifellos das bessere Gefühl. Der Hub ist spürbar kürzer und die Rückmeldung noch einen Zacken präziser. In dieser Hinsicht ist aber auch die Logitech G15 keineswegs ein Spielkind von Traurigkeit, lediglich die locker aufgehängten Tasten lassen Raum für Verbesserung.
Razer Tarantula und Logitech G15 im Test
Zur Tarantula gehören gleich zwei USB-Stecker in der Razer-typischen Goldfarbe sowie Audio-Kabel für Mikrofon und Kopfhörer. Immerhin ziehen alle an dem zwei Meter langen Strang.
Mindestens 100 Euro kostet es, sich das pulsierende Schlangen-Logo auf den Schreibtisch zu holen.
Leider gibt es für die Multimedia-Schalter derzeit nur festgelegte Profile statt freie Programmierbarkeit.
Während die Tarantula sage und schreibe zehn simultane Anschläge verkraftet, ....
Zehn Ersatztasten mit gängigen Spiele-Symbolen sorgen für Wiedererkennungswert.
Razer Tarantula: Auf dem Weg vom Konzept zum fertigen Produkt blieb das integrierte Display leider auf der Strecke.
Die Tasten der G15 geben gute Rückmeldung, arbeiten jedoch unpräziser, wackliger und lauter als bei der Konkurrenz.
Außer zwei USB-Ports wie die G15 bietet das Razer-Keyboard noch praktische Headset-Anschlüsse.
Mit der G behält Logitech vorerst das Monopol auf Gamer-Tastaturen mit eigener LC-Anzeige.
Wer eine Gamer-Tastatur mit Display möchte, kommt nach wie vor nicht an der Logitech G15 vorbei. Finde Programmierer stellen mittlerweile sogar selbst erstellte Funktionen ins Internet.
Das Konfigurationsmenü der Razer Tarantula glänzt mit Masse und Übersichtlichkeit.
Weniger schön, dafür mit besseren Detaillösungen: Die Software der Logitech G15
Beide Handballenauflagen erfüllen ihren Zweck, dennoch bleiben markante Unterschiede nicht aus. Das ergonomische Hilfsmittel der G15 lässt sich abnehmen und reicht bis hinunter zur Tischplatte, was wiederum eine entspanntere Haltung gestattet. Das fest integrierte Pendant der Razer-Tastatur liegt über einen Zentimeter höher und somit nicht ganz optimal. Dafür beißt sich die Tarantula mit eingeklappten Standfüßchen förmlich am Schreibtisch fest und deklassiert die Konkurrenz. In voll ausgeklapptem Zustand lässt der Halt jedoch bei beiden Keyboards zu wünschen übrig.
Software: Masse contra Möglichkeiten
Nicht nur optisch hat der Razer-Konfigurator diese Nase vorn, die Langversion der selbigen zeigt er der Konkurrenz auch funktional. Ein Abbild der tatsächlichen Tastatur dient als zentrale Benutzeroberfläche, auf der sich fast jede Taste nach eigenem Gusto belegen oder deaktivieren lässt. Makros mit bis zu acht Tastendrücken stehen allerdings nur für die zehn beleuchteten Zusatztasten bereit, beim Rest beschränkt sich die Programmierbarkeit auf höchstens drei Anschläge. Praktischerweise werden geänderte Belegungen giftgrün hervorgehoben.
Per Software stehen maximal hundert unterschiedliche Profile zur Verfügung, wobei die ersten fünf auf dem integrierten Speicher Platz finden und auch auf anderen Rechnern abrufbar sind. Allerdings bleibt die zweite Alternativ-Belegung, "Keymap B" genannt, allein den anderen 95 Profilen vorbehalten. Die Wahl eines bestimmten Profils erfolgt über eine Tastenkombination, kann aber auch einer der F- oder Makro-Tasten übertragen werden. Über letztere ist außerdem der Aufruf von Programmen und Dateien möglich.
Das Konfigurationsmenü der Razer Tarantula glänzt
mit Masse und Übersichtlichkeit (Klick vergrößert).
Jedes Profil kann mit einer bestimmten EXE-Datei verknüpft und automatisch zusammen mit dem gewählten Programm oder Spiel gestartet und beendet werden. Beim Konfigurieren der Zusatztasten am äußersten Rand muss man jedoch leider mit den gebotenen Voreinstellungen für die "Windows Bild- und Faxanzeige", "Adobe Photoshop", "Adobe Illustrator", "Adobe Acrobat Reader", "ACDSee", "Windows Media Player", "iTunes", "Real Player" und "Winamp" Vorlieb nehmen. Dennoch bleibt Logitech angesichts der überragenden Fülle an Konfigurationsmöglichkeiten bloß das Nachsehen übrig.
Mit 18 Zusatzschaltern, drei Modi und einem Knopf zur schnellen Makroaufzeichnung ist die G15 rein quantitativ zwar weniger gut bestückt, dafür bietet sie deutlich mehr Freiheiten pro Taste. Besonders der praktische Makro-Manager überzeugt: Er zeichnet weit mehr als die acht Anschläge der Razer Tarantula auf, außerdem berücksichtigt er bei Bedarf auch die Verzögerung zwischen den einzelnen Aktionen. Nachträgliche Änderungen an einer Tastenkombination gestalten sich denkbar einfach, in der Tarantula-Software muss das Makro dafür von Grund auf neu programmiert werden.
Weniger schön, dafür mit besseren Detaillösungen:
Die Software der Logitech G15 (Klick vergrößert)
