Rautemusik: Vom Jugendprojekt zu Deutschlands größtem Webradiosender
Jede Menge Arbeit für jede Menge Helfer
Über das Internet und durch Mund-zu-Mund-Propaganda sprach sich ziemlich schnell herum, dass mit Rautemusik ein interessantes Webradioprojekt am Start war. Die Zugriffszahlen stiegen und damit auch der Wunsch, mehr Musik aus unterschiedlichen Sparten zu hören. So kamen mit der Zeit neben dem Hauptkanal zahlreiche Nebenchannels hinzu, auf denen Musik aus speziellen Genres gespielt wird.
"Mittlerweile sendet Rautemusik auf neun verschiedenen Kanälen. Angefangen bei unserem Main-Channel, der sich vorwiegend auf Chart-Musik konzentriert, bieten wir derzeit auch spezielle Spartensender wie zum Beispiel Rautemusik Club, wo vorwiegend Techno und Dance gespielt wird, Rautemusik Extreme, wo Rock, Metal und Alternative zu hören sind, oder Rautemusik Jam, der sich auf HipHop, R'n'B und Soul spezialisiert hat. Auch unser Lounge-Kanal oder der Oriental-Channel sind beliebt bei unseren Hörern. Mit den unterschiedlichen Spartenkanälen versuchen wir so viele verschiedene Musikvorlieben wie möglich zu treffen und Rautemusik für jeden Musikfan ein Stück weit interessant zu machen", so Projektleiter Surmann.
Neun Spartensender und Radioprogramme rund um die Uhr bedeuten jede Menge Arbeit. Die wenigen Gründungsmitglieder um Yehya El Omari und André Surmann stemmen die anfallenden Aufgaben schon lange nicht mehr alleine. Das zu Anfang kleine Radio-Projekt Rautemusik hat mittlerweile über 200 Mitarbeiter, die sich um Redaktion, Musikauswahl, Moderation, Administration und Projektleitung kümmern. Geld bekommen die Radiomacher nicht für ihre Arbeit. Rechtlich gesehen ist das für den Content zuständige Team in einem gemeinnützig anerkannten Verein organisiert. "Die Motivation für die Arbeit an Rautemusik nehmen sich unsere vielen Helfer aus ihrem Spaß an der Musik. Das verbindet das gesamte Team miteinander und ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Geld steht absolut im Hintergrund", so Surmann.
Trotzdem kommt auch Rautemusik nicht ohne den einen oder anderen Euro aus. Bei rund 52.000 registrierten Nutzern, bis zu 6.500 parallelen Hörern und knapp 60.000 Tune-Ins pro Tag belasten alleine Technik und Datentraffic die Vereinskasse jeden Monat nicht unerheblich. Und auch die Musikverwertungsgesellschaften wollen regelmäßig ihre Gebühren bezahlt haben. Daher wurden die Vermarktung der Website, der Betrieb der Technik und die rechtliche Vertretung gegenüber Großsponsoren und Partnern ausgelagert. Dazu André Surmann: "Diese Aufgaben wurden zusammen mit der Marke 'RauteMusik' an die Firma TiDOnetworks/RauteMusik.FM mit Sitz in Bremerhaven übergeben. Mit etwas Werbung auf der Website und im laufenden Radioprogramm kann zumindest ein Teil der entstehenden Kosten gedeckt werden. Weiterhin unterstützt uns das Unternehmen auch bei der rechtlich korrekten Musikbeschaffung und -nutzung."
Mit Schnappi und Sonnenlicht in die Charts
Wie groß die Reichweite von Rautemusik ist, ließ sich recht gut im Sommer 2004 erkennen, als der bereits damals größte Webradiosender Deutschlands den Schnappi-Hype auslöste. Der spätere Nummer-eins-Hit startete im Main-Channel des Internet-Radios, wo er immer wieder gespielt wurde, seinen Aufstieg an die Chartspitze von gleich mehreren Ländern. Auch bei dem "Hit" der Band Grup Tekkan, "Wo bist du, mein Sonnenlicht?", spielte Rautemusik eine nicht unerhebliche Rolle: Ein Forenmoderator des Webradioprojektes stellte das später wochenlang durch zahlreiche Weblogs und Internetforen geisternde Video erstmals in das Netz. Später wurde die gleichnamige Maxi-CD in Zusammenarbeit mit Rautemusik produziert.
Auch wenn die Radiomacher von Rautemusik bereits eine Menge geschafft haben, denkt noch kein Projektteilnehmer daran, sich auf den verdienten Lorbeeren auszuruhen: "Rautemusik soll sich auch zukünftig weiterentwicklen und die Nummer eins bei den deutschen Webradios bleiben. Sicher kommen mit der Zeit noch neue Channels hinzu, ebenso wie bestehende Spartenkanäle weiter ausgebaut und verfeinert werden. Das Team hat noch eine Menge Ideen, sodass Rautemusik noch eine ganze Weile im Netz zu hören sein wird", so André Surmann.
