Musik aus dem Netz

Rautemusik: Vom Jugendprojekt zu Deutschlands größtem Webradiosender

Millionen Online-Nutzer wissen sie täglich zu schätzen: Webradios. Egal ob am Arbeitsplatz oder zu Hause - eine einigermaßen flotte Internetleitung vorausgesetzt, steht jedem Netzuser eine riesige Vielfalt an Songs zur Verfügung. Praktisch jedes Musikgenre - mag es auch noch so außergewöhnlich sein - findet im Internet Gehör. Gerade Fans von Nischengenres abseits der Charts haben mit den Onlineradios eine hervorragende Plattform gefunden, um "ihre" Musik zu hören - aber auch der Webgemeinde vorzustellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Geburt im IRC
  2. 2Erste Erfolge mit interaktiven Sendungen
  3. 3Jede Menge Arbeit für jede Menge Helfer
  4. 4Mit Schnappi und Sonnenlicht in die Charts

Der größte Teil der Webradios wird nämlich nicht von professionellen Radiostationen betrieben, sondern von Privatleuten, die oft ihre Lieblingsmusik Gleichgesinnten über das Internet zur Verfügung stellen möchten oder schon immer davon geträumt haben, einmal Radiomoderator zu sein. Im Prinzip genügt dazu schon ein PC, ein Headset und die Bereitschaft, sich in die Technik einzuarbeiten. Viele der heute beliebtesten und erfolgreichsten Webradios starteten ihren "Sendebetrieb" mit einfachsten Mitteln praktisch aus dem Wohnzimmer heraus.

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Geburt im IRC

So auch Rautemusik, das derzeit reichweitenstärkste unabhängige Webradionetzwerk Deutschlands. Vor knapp vier Jahren von einer Handvoll Jugendlicher gegründet, entwickelte sich das Online-Projekt zu einem der Haupttummelplätze von Musikfans im Netz. Gestartet sind die Radiomacher relativ unspektakulär, wie Gründungsmitglied André Surmann weiß: "Am Anfang wollten wir mit unserem eigenen Webradiosender einfach nur unsere Vorstellungen von einem guten Internetradio umsetzen. Yehya El Omari (Gründungsmitglied und heute erster Vorsitzender, Anm. d. Red.) und ich hatten bereits bei einem anderen Webradiosender erste Erfahrungen im Bereich Online-Streaming gesammelt. Da wir eine Menge Ideen hatten, wie man das eine oder andere noch besser machen könnte, diese jedoch dort nicht umsetzen konnten, kamen wir auf die Idee, etwas Eigenes zu machen."

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Größtes Webradionetzwerk Deutschlands: Rautemusik
(Klick vergrößert)

Mitstreiter waren schnell gefunden. El Omari und Surmann waren bereits seit längerem im IRC (Internet Relay Chat) aktiv. Im Netzwerk Quakenet, dem beliebtesten Treffpunkt im IRC, fanden sie schnell Leute, die sie für ihr Projekt begeistern konnten. Die zukünftigen Radiomacher kamen dabei nicht alle aus der gleichen Gegend wie El Omari und Surmann, sodass der zukünftige Webradiosender von Anfang an ein dezentrales Projekt mit Helfern aus ganz Deutschland war. "Dass nicht alle Projektteilnehmer an einem Ort versammelt sind, ist kein Problem. Sicher wäre es schöner, den einen oder anderen öfter persönlich zu sehen, aber durch die vielen Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, wie etwa E-Mail, Chat oder Voice over IP, kann sich das Team von Rautemusik auch ganz gut über das Netz austauschen", so Surmann.

Erste Erfolge mit interaktiven Sendungen

Nachdem die Technik auf einigermaßen festen Beinen stand - zunächst setzte man ausschließlich auf die Streamingtechnik Shoutcast der Winamp-Macher Nullsoft - konnte langsam aber sicher die erste Sendung online gehen. Von Anfang an ein wichtiger Punkt bei Rautemusik: die Interaktivität mit dem Hörer. Passend zum Webradio wurde im Quakenet ein neuer Chatraum eröffnet mit dem Namen "Musik". Da im Quakenet jedem Chatraum serverseitig automatisch eine Raute vorangestellt wird, bürgerte sich mit der Zeit der Name "#Musik" für das Webradio ein. Später wurde der Name dann offiziell von dem Projekt übernommen.

Im Quakenet kam besonders gut an, dass sich Rautemusik-Fans ganz einfach und unkompliziert ihre Lieblingssongs wünschen konnten. André Surmann: "Das war für die meisten Hörer etwas ganz Neues und nicht zu vergleichen mit konventionellen Radiosendern: Unsere Hörer hatten über den IRC-Channel und später auch über unsere Webseite sehr einfach und unmittelbar die Möglichkeit, sich Songs zu wünschen und ihre Freunde zu grüßen. Das kam unheimlich gut an, da es bei einem 'normalen' Radiosender ziemlich schwierig ist, den eigenen Lieblingssong in die Sendung zu bekommen."

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