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Ein Kessel Buntes: Samsung YP-T9 im Test
MP3-Player der Spitzenklasse zum Feinschmeckerpreis

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Samsungs YP-T9 sollte man mit anderen MP3-Playern besser nicht in einen gemeinsamen Topf werfen. Wie Fettaugen würde der flache Flashplayer viele andere Modelle auf Distanz halten. Konsistenz und Würze verwöhnen die Gaumen der Klang-Gourmets, was bleibt, ist ein leicht schaler Nachgeschmack beim Preis. Aber über den schweigen sich echte Kenner ohnehin aus.

Samsungs YP-T9 sollte man mit anderen MP3-Playern besser nicht in einen gemeinsamen Topf werfen. Wie Fettaugen würde der flache Flashplayer viele andere Modelle auf Distanz halten. Konsistenz und Würze verwöhnen die Gaumen der Klang-Gourmets, was bleibt, ist ein leicht schaler Nachgeschmack beim Preis. Aber über den schweigen sich echte Kenner ohnehin aus.

Wir verraten ihn trotzdem - laut unverbindlicher Preisempfehlung kostet der Player mit zwei Gigabyte an Speicher 200 Euro, für die Variante mit vier Gigabyte Kapazität sind nochmals 50 Euro mehr fällig. 250 Euro für ein 4,2 x 8,3 x 1,1 Zentimeter großes Stück Plastik, das sich in der Hand auf Grund der glatt polierten Flächen und der abgerundeten Ecken wie ein Stück Seife anfühlt. Im freien Handel kostet Samsungs Spitze der Flashplayer mit 150 respektive 190 Euro weitaus weniger.

Inhalt

Samsung YP-T9

Eintopf: Alles in einem Kessel, umfangreiche Ausstattung

Schnäppchen sehen dennoch anders aus, fühlen sich anders an und haben bei weitem weniger Häkchen in der Ausstattungsliste. Radio, Mikrofon, Farbdisplay, die Fähigkeit auch Videos abzuspielen - Dinge, die der YP-T9 allesamt beherrscht. Was fehlt, ist ein Line-In-Eingang zum Aufzeichnen externer Quellen im MP3-Format, etwa von einem Kassettendeck oder einem CD-Spieler.

Die meisten Nutzer werden dies aber höchstens zur Kenntnis nehmen und nicht darauf bestehen. Frische Musik übertragen sie in den allermeisten Fällen eher vom Rechner, über das angeschlossene USB-Kabel in den Flashspeicher des Testkandidaten als über den 3,5-Millimeter-Anschluss eines Line-In-Einganges. Nur hatte Samsungs Chef-Koch wohl leider einen schlechten Tag, als er dem T9 einen nicht standardisierten USB-Port verpasste. Vielleicht war es auch der Azubi.

Der Nutzer könnte nach diesem Rezept ein wenig aufstoßen, muss er doch jedes Mal das im Paket enthaltene Spezialkabel mit sich führen, um Musik aufzuspielen oder den fest verbauten Lithium-Polymer mit frischem Saft zu versorgen. Scheinbar waren die enthaltenen Zutaten auch so hochwertig und teuer, dass das Budget für ein externes Netzteil nicht mehr ausreichte. Im Lieferumfang ist es jedenfalls nicht enthalten. Bis der YP-T9 Strom benötigt, vergeht zum Glück einige Zeit. Im Test gingen erst nach über 26 Stunden reinem Audiobetrieb die Lichter aus.

Hausmannskost: Bewährte Drücker, keine Sensorflächen

An der Verarbeitung werden auch Feinschmecker nichts zu meckern haben. Der Player wirkt wie aus einem Guss, sieht dabei ein wenig nach einem Mobiltelefon der nächsten Generation aus. Jede einzelne der insgesamt neun Tasten hat einen kräftigen und präzisen Druckpunkt, welcher sich gut in dunklen Hosen- oder Jackentaschen ertasten lässt. Der Daumen findet fast automatisch zum zentralen Bestätigungsknopf welcher von einer Vier-Wege-Wippe umrahmt wird.

Entgegen dem allgemeinen Trend geht Samsung beim YP-T9 den althergebrachten Pfad der traditionellen Drücker und experimentiert nicht mit berührungsempfindlichen Sensorflächen. Diese sehen zwar oft schick aus, lassen sich wunderbar bündig in das Gehäuse integrieren, funktionieren aber in der Regel eher schlecht als recht. Apples iPod-Reihe mit Clickwheel bildet die absolute Ausnahme, dort funktioniert dieses Prinzip einwandfrei.

Samsung YP-T9

Beim Anschluss an den Rechner verhält sich der Player so, wie es sein sollte. Stecker in den USB-Port des Rechners, und unter Windows klappt Sekunden später ein Fenster auf: externer Datenträger erkannt. Entweder man klickt nun auf das Symbol des Windows Media Players und überlässt dem Hause Microsoft die Synchronisation, oder man lässt sich die Inhalte des YP-T9 als Ordnerstruktur im Explorer anzeigen. Musik, Bilder und alle anderen Datentypen wechseln dann ohne nervige Zwangs-Software per Drag-and-Drop den Speicherort.

Dort angekommen schafft unser Testgerät erst einmal Ordnung und zeigt die gespeicherten Musikstücke sauber geordnet nach Interpret, Album, Track oder Genre an. Dabei wird die Originalreihenfolge der Stücke beibehalten. Generell ist die Bedienung des YP-T9 trotz der Fülle an Funktionen nahezu narrensicher. Großformatige, sehr eindeutige Symbole nehmen den Nutzer an die Hand und führen ihn bis in die tiefsten Menü-Regionen. Eine separate Zurück-Taste führt stets eine Ebene zurück, der gesonderte Menü-Drücker blendet eine Übersicht ein.

Flach, edel, gut - der T9 macht nicht nur optisch etwas her.

Negativ: Zwar können am Rechner Wiedergabelisten erstellt und an den Player übertragen werden, direkt am Gerät ist dies aber nicht möglich. Auch die Resume-Funktion integriert Samsung im T9, aber keine Lesezeichen. Im Klartext bedeutet dies, dass die schick glänzende Jukebox sich vor dem Ausschalten die aktuelle Position im Musikstück oder Video merken kann. Wer aber dauerhafte Bookmarks setzen will, sollte sich einen anderen Player aussuchen.

Heute frisch und wohltemperiert: Hörtest

Neben dem obligatorischen MP3-Format kommt Samsungs T9 auf der Musikseite offiziell auch mit den Endungen wma, ogg, asf und wav klar. Allerdings spielte er die Ogg-Vorbis-Stücke unserer Wiedergabeliste nicht ab. Dafür setzt der YP-T9 die gute Klangqualität seiner zahlreichen Vorgänger aus gleichem Hause konsequent fort. Auch Samsungs aktuellster Flashplayer zaubert einen sehr harmonischen Klang auf die Ohren, der bei Bedarf in einem weit gefassten Bereich beeinflusst werden kann.

Sieben Equalizer-Presets treten an, den guten ersten Höreindruck weiter auszubauen. Jeder einzelne erzeugt einen deutlich vernehmbaren Unterschied im Klangbild. Richtig in Fahrt kommen Hörer und Spieler aber erst, wenn die Effekt-Einträge im Menü angesteuert werden. Drei 3D-Programme wickeln den Zuhörer in einen dichten Klangteppich, der auch trostlosen Akustik-Sessions neues Leben einhaucht. Zusätzlich kann der Nutzer selbst an den Reglern drehen und sich den eigenen Wuschsound zurechtzimmern.

In Zusammenspiel mit unseren Referenzkopfhörern, E500PTH von Shure, ergibt sich so ein musikalisches Duo, welches die Umwelt komplett ausblendet und den Focus auf lupenreine Musik legt. Die zum Lieferumfang gehörenden Kopfhörer sind nicht die schlechtesten, das volle Potential spielt der YP aber erst mit Hilfe von höherwertigen Exemplaren aus.

Wer das eigens zusammengestellte Programm aus den gespeicherten Inhalten bereits auswendig mitsingen kann, steht vermutlich mehrere Stunden im Stau oder steckt mal wieder in öffentlichen Verkehrsmitteln fest. Der YP-T9 sorgt dann mit einem der besten Radio-Tuner für Abwechslung, die uns bislang auf den Prüfstand gekommen sind.

Der Empfang ist sehr gut, auf Wunsch speichert der Player die stärksten Sender der Region automatisch ab und hinterlegt sie als Preset, und sogar mit einer RDS-Funktion kann er glänzen. Ist diese eingeschaltet und im Sendegebiet verfügbar, erscheint im Display statt der Frequenz als Zahl der ausgeschriebene Name der Radiostation oder die Programmgattung.

Küchenradio mit Merkzettel: Mikrofon und FM-Tuner

Die meisten Sendeanstalten übertragen diese Zusatzinformationen bereits. Gefällt ein Stück im Radio besonders gut, genügt ein Druck auf die seitliche Aufnahmetaste und das Lied oder die Textpassage landet im MP3-Format auf dem Speicher. Drei unterschiedliche Qualitäts-Stufen stehen dabei zur Auswahl, die höchste liegt bei 192 Kbit/s.

Samsung YP-T9

Mit maximal 128 Kbit/s fängt das integrierte Mikrofon Stimmen und Umgebungsgeräusche ein. Sowohl Reichweite als auch die Qualität der Aufnahmen liegen über dem Durchschnitt. Liegt der Player ruhig in der Hand oder auf einem Tisch, sind nahezu keinerlei Störgeräusche wahrnehmbar.

Bebildertes Kochlesebuch: Video, Foto und Textanzeige

Bereits beim Klicken durch das übersichtliche Menü wird deutlich, dass die Anzeige mit einer Diagonalen von immerhin 4,5 Zentimetern mehr zu bieten hat, als einfach gestrickte Symbole darzustellen. Zu scharf, zu leucht- und kontraststark präsentiert sich das LCD und auch die Auflösung mit 176 x 220 Bildpunkten ist für diese Fläche recht hoch. Folgerichtig zeigt der Player auch Fotos gut an.

Bilder im JPEG-Format präsentiert Samsungs T9 auf Knopfdruck als Diaschau. Gleichzeitig läuft die Musik im Hintergrund weiter. Ein Druck auf die mittlere Taste öffnet ein Zoom-Menü in dem das Bild in drei Schritten vergrößert werden kann. Für dauerhaft entspannten Video-Genuss ist die Anzeige dann aber doch wieder zu klein geraten, obwohl die MPEG-4-Filme ohne störende Ruckler laufen und im Breitformat dargestellt werden. Interessanterweise lassen sich im Videomodus dauerhafte Lesezeichen setzen. Weitere Funktionen im Menü runden den positiven Gesamteindruck des Players ab. So lassen sich beispielsweise Textdateien anzeigen oder eine Uhr als Bildschirmschoner verwenden. Sogar zwei Spiele sorgen unterwegs für Kurzweil.

Fünf Sterne: Das Fazit

Mit dem YP-T9 bietet Samsung den gut abgeschmeckten Eintopf für Kenner, statt des Brot-und-Butter-Players für Budgetbewusste. Das Radioempfangsteil gehört zum derzeit besten, was in einem Flashplayer gesichtet wurde und zeigt dank RDS auch den Namen der Sendestationen an. Auch die anderen Kriterien, wie Klangqualität, Verarbeitung und Menüführung sind allesamt im grünen Bereich. Bedingungslos empfehlenswert!

Kommentare zu diesem Artikel

Samsungs YP-T9 sollte man mit anderen MP3-Playern besser nicht in einen gemeinsamen Topf werfen. Wie Fettaugen würde der flache Flashplayer viele andere Modelle auf Distanz halten. Konsistenz und Würze verwöhnen die Gaumen der Klang-Gourmets, was bleibt, ist ein leicht schaler Nachgeschmack beim Preis. Aber über den schweigen sich echte Kenner ohnehin aus.

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  • chrissi1992 schrieb Uhr
    AW: Ein Kessel Buntes: Samsung YP-T9 im Test

    ich habe bereits den player und bin sehr zufrieden damit. leider habe ich noch nicht herausgefunden wie man eine datei löschen kann ohne den computer benutzen zu müssen

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Ein Kessel Buntes: Samsung YP-T9 im Test
Ein Kessel Buntes: Samsung YP-T9 im Test
Samsungs YP-T9 sollte man mit anderen MP3-Playern besser nicht in einen gemeinsamen Topf werfen. Wie Fettaugen würde der flache Flashplayer viele andere Modelle auf Distanz halten. Konsistenz und Würze verwöhnen die Gaumen der Klang-Gourmets, was bleibt, ist ein leicht schaler Nachgeschmack beim Preis. Aber über den schweigen sich echte Kenner ohnehin aus.
http://www.netzwelt.de/news/74961-kessel-buntes-samsung-yp-t9-test.html
2006-12-22 17:08:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2008/413/2830.gif
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