Hintergründe, Tipps und mehr
Einkaufsberater: Digitalkamera
Tobias Heinze
Wie viel Megapixel soll sie denn nun haben, die neue Digitalkamera? Und wie war das noch mit optischem und digitalem Zoom? Wer bei der aktuellen Produktvielfalt noch den Überblick behalten möchte, ist selbst gefordert. Netzwelt liefert wichtiges Wissen und Tipps rund um den Digitalkamerakauf.
Inhalt
- Megapixel-Chaos
- Eine Frage der Optik
- Die inneren Werte
- Manuell oder Automatik?
- Speicher
- Und sonst noch?
Ob in der Fernsehwerbung oder in den Prospekten diverser Elektronikmärkte, Digitalkameras werden als Erstes über ihre Auflösung beworben. Gemäß dem Motto "Mehr ist besser" ringen die Hersteller seit Jahren um den Sieg beim Megapixel-Rennen. Inzwischen ist die Zwölf-Megapixel-Marke erreicht und so langsam scheint sich der Markt zu beruhigen. Denn viel mehr Pixel sind im Moment nicht auf einem Bildsensor einer Kompaktdigitalkamera unterzubringen, jedenfalls nicht in einem vernünftigen Verhältnis von Pixelanzahl zu Bildqualität.
Jetzt bietet die Oberklasse der digitalen Kompakten also bis zu zwölf Megapixel an Auflösung. Aber wie viel Megapixel braucht der Normalverbraucher? Die Antwort liegt zwischen drei und sechs Megapixeln. Höhere Auflösungen machen Sinn, wenn der Fotograf seine Fotos großformatig (größer als 20 x 30 Zentimeter) ausdrucken oder aus den Fotos bestimmte Ausschnitte, wie etwa ein Gesicht, in noch guter Qualität vergrößern möchte. Entgegen weit verbreiteter Annahmen hat die Auflösung nur bedingt etwas mit der resultierenden Bildqualität zu tun. Auf keinen Fall kann nur aufgrund einer hohen Auflösung einer Digitalkamera davon ausgegangen werden, dass das Gerät auch perfekte Fotos liefert. Hier spielt vor allem das Objektiv der Kamera eine entscheidende Rolle.
Das Objektiv ist eines der wichtigsten Bestandteile der Digitalkamera. Hier ist besonders auf gute Qualität zu achten. Nur ist das leichter gesagt als getan, denn die Qualität einer Optik ist in der Regel nicht an ihrem Äußeren zu erkennen. Was der Anwender aber erkennen kann, ist zum Beispiel die Lichtstärke der Optik. Kleine Blendenwerte, wie 2,8 oder 2,0, können ein Hinweis auf eine wertige Optik sein. Schlechte Objektiveigenschaften, wie etwa Verzeichnung (Verzerrung von geraden Linien im Bild) oder Farbfehler sind nur auf Testbildern zu erkennen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt daher eine Speicherkarte mit zum Beratungsgespräch, schießt einige Bilder und betrachtet diese in Ruhe auf dem heimischen PC.
Kameras 100 bis 150 Euro
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Der Brennweitenbereich des Objektivs, das Zoom, ist ein weiteres Auswahlkriterium für eine Digitalkamera. Hier ist entscheidend, was später hauptsächlich fotografiert werden soll. Für die kompakte Party- und Urlaubskamera empfiehlt sich ein dreifaches optisches Zoom, der Sportinteressierte könnte mit einem zehn- oder sogar zwölffachem optischem Zoom besser bedient sein. Zu beachten ist aber, dass mehr Zoom auch mehr Platz benötigt, folglich die Baugröße der Kamera mit zunehmendem Zoomangebot ebenfalls voluminöser wird.
Das vielfach beworbene digitale Zoom ist nicht wichtig. Jede Digitalkamera bietet eine derartige Funktion, die aber aufgrund von Qualitätseinbußen bei der Benutzung, nicht zu empfehlen ist. Wer ein Freund von Nahaufnahmen ist, achtet beim Objektiv zusätzlich auf die Naheinstellgrenze der Optik, den Makrobereich. Werte unter zwei Zentimeter für den Makrobereich liefern teilweise begeisternde Vergrößerungen und öffnen die Tür zum Mikrokosmos.
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