Nachrichten-Seiten orientieren sich an Digg.com
Social News: Deutsche Dienste holen auf
Soziale News-Webseiten wie Digg.com und Newsvine.com waren lange Zeit auf ein englischsprachiges Publikum beschränkt. Jetzt schwappt der Trend auch nach Deutschland über: Im Dezember starteten eine ganze Reihe deutschsprachiger Dienste.
Webseiten wie Digg, Newsvine und Reddit verzeichnen in den USA Besucher-Rekorde. Die Idee: Anstatt Nachrichten durch Redakteure zusammenzustellen, vertraut man auf den Riecher der Nutzer. Diese können einzelne Links vorschlagen und anschließend kollektiv bewerten. Stories mit vielen Stimmen schaffen es auf die Titelseite. Wenig geschätzte Beiträge bleiben auf den hinteren Rängen.
Digg.com verbuchte mit diesem Prinzip schon früh große Erfolge - ein Trend, der auch Netznutzern diesseits des Atlantiks nicht verborgen blieb. Ein Team deutscher Entwickler startete deshalb bereits im vergangenen Dezember eine Webseite namens Digg.de, die alle wichtigen Features des US-Vorbilds kopierte.
Wikio
In Frankreich bereits ein Renner, in Deutschland noch mangelhaft gepflegt.
Die deutsche Kopie Yigg.de hieß ursprünglich Digg.de und ähnelte Digg.com nicht nur namentlich.
Webnews bringt das, was es verspricht: News aus dem Web aufgeräumt dargestellt.
Den Digg-Machern gefiel dies nicht besonders, weshalb Digg.de wenig später zu dem nicht ganz so verfänglichen Namen Yigg.de wechselte. Trotz diesen potentiell PR-trächtigen Reibereien mit Digg.com blieb Yigg jedoch anfangs eher ein Nischen-Phänomen.
Yigg, Webnews und Pligg
Damit könnte es jetzt vorbei sein. Anfang Dezember startete die neue soziale News-Webseite Webnews.de, die sich ebenso wie Yigg eng an den US-amerikanischen Vorbildern orientiert. Im direkten Vergleich wirkt Webnews aufgeräumter und weniger überladen als Yigg.de.
So lässt sich zum Beispiel auf Webnews.de direkt erkennen, auf welche Seite ein Link verweist. Yigg setzt dagegen auf eher irritierende Voransichten, die in vielen Fällen nur zum groben Erraten der Quelle taugen.
Konkurrenz aus der Schweiz bekommen die beiden zudem von Pligg.ch. Die Webseite bietet im Wesentlichen die gleichen Funktionen wie Yigg.de und Webnews.de. Aus der Masse abheben will man sich mit einem Angebot, das insbesondere Blogger ansprechen dürfte: Pligg.ch beteiligt Nutzer, die selber Links in das System einspeisen, mit 50 Prozent an den dadurch erzielten Google-Werbeeinnahmen.
Wikio: Import mit Übersetzungsfehlern
Einen etwas anderen Ansatz wählt schließlich Wikio.de. Die Mitte Dezember gestartete Plattform kann ausnahmsweise mal auf ein anderes Vorbild als Digg.com verweisen: Wikios französischer Ableger erfreut sich dort bereits seit Juni wachsender Beliebtheit.
Im Gegensatz zu traditionellen sozialen News-Webseiten setzt Wikio massiv auf die Einbeziehung automatisierter News-Feeds. So finden sich in dem deutschsprachigen Angebot unter anderem Nachrichten aus den Online-Angeboten zahlreicher Lokalzeitungen. Überblick verschaffen soll ein Tagging-System, das Nutzern die Zusammenstellung eigener Feeds ermöglicht.
Ob Wikio in Deutschland so erfolgreich sein wird wie in Frankreich ist bisher fraglich. Zum Start krankt die Seite noch an eher qualvollen Übersetzungsfehlern. So heißt es im Wikio-Blog zum Deutschland-Start: "Mit Artikel der Medien, Blogs und Beiträger ist Wikio vor allem Ihre Site. (...) Gutes Surfen an Ihnen, die uns heute entdecken.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 3 Beiträge
Hallo...eine alternative zu digg.com im deutschen raum für online nachrichten und interessante links halte ich schon für richtig. Webnews.de erinnert mich aber eher an die Bild und yigg.de ist ok aber zu überladen....
schön, dass sich der chef von yigg persönlich dazu äußert. ich wollte das hier nur mal hinschreiben, damit andere leute auch deine meinung verstehen.
Wie YiGG in dem Artikel förmlich verspotet wird ist nichtmehr feierlich. Hier wird Yigg mit billigen Pligg Installationen wie webnews und pligg.ch verglichen. YiGG ist im Gegensatz zu diesen "ich lad mir...