Erste Alpha der dritten Generation des Browsers verfügbar
Firefox ist beliebt, Internet Explorer aber noch immer Marktführer
Fabian Parusel
Was hat der Fuchs bloß, was seine Vorgänger nicht hatten? Der Internet Explorer hatte schon weit mächtigere Gegner, doch erst der freie Firefox bringt die ewige Vorherrschaft des Browsers aus Redmond ins Wanken. In Deutschland benutzen mittlerweile beinahe ein Drittel aller Surfer den alternativen OpenSource-Browser Firefox.
- Die Auferstehung eines Totgesagten
- Club der 30 Prozent
- Es begann mit Tabbed Browsing
- Version 3.0 noch im Alpha-Stadium
- Netzwelt-Leser sind der Zeit voraus
- Fazit
Die Auferstehung eines Totgesagten
Mitte der Neunzigerjahre gab es eigentlich nur einen Browser auf dem Markt und auch Microsoft rüstete seine Betriebssysteme mit ihm aus. Sein Name war Navigator, Netscape Navigator. Noch im Jahr 1995 konnte er einen Marktanteil von 90 Prozent für sich beanspruchen. Doch in diesem Jahr erschien auch Windows 95 und Microsoft veröffentliche die erste Version des Internet Explorers. In den folgenden drei Jahren steigerte sich die Verbreitung des IE stetig, bis 95 Prozent aller Surfer den Internet Explorer verwendeten.
1998 gab Netscape auf, AOL kaufte die Marke für 4,2 Milliarden US-Dollar und legte den Quellcode offen. Daraus entstand die Mozilla-Suite und später der Firefox, der nun darum ringt, die Marktführung zurückzuerobern. Mittlerweile ist die Veröffentlichung der ersten Firefox-Version gute vier Jahre her und der junge Browser gewinnt immer mehr an Fahrt. In Deutschland nutzen mittlerweile 30 Prozent den Firefox.
Beinahe in jedem Land Europas wächst der Marktanteil des Firefox und schon in sieben Ländern übersteigt er 30 Prozent (Klick vergrößert). Quelle: xitimonitor.com
In Slowenien ist das Wachstum des OpenSource-Browsers am größten. Beinahe 40 Prozent nutzen das kostenlose Tool, um im Web zu surfen. Die Finnen scheinen auch Gefallen an der OpenSource-Software zu haben, dort sind es schon 34 Prozent. Insgesamt kommt der Browser in sieben Ländern auf einen Marktanteil über 30 Prozent, darunter jetzt auch Deutschland. Für ganz Europa liegt die Nutzung des Fuchses bei 21,9 Prozent.
Die Zahlen des Marktforschungsunternehmens XiTi zeigen einen deutlichen Wachstumstrend: Im vergangenen Jahr ergab die europaweite Messung noch eine Nutzung von 14 Prozent. In Deutschland nutzten damals rund 25 Prozent den freien Browser. Eine weitere Statistik des Unternehmens lässt Raum für Spekulationen: Am Wochenende steigt der Anteil der Firefox-Surfer merklich an.
Am Wochenende wird mit dem privaten Computer gesurft und da steigt der Anteil der Firefox-Nutzer (Klick vergrößert). Quelle: xitimonitor.com
An Wochenenden fallen die Surfer am Arbeitsplatz weitestgehend weg und es wird vermehrt privat gesurft. Dort scheint der Firefox im Trend zu liegen. Auf den meisten Firmencomputern regiert jedoch noch immer der Internet Explorer, da er im Betriebssystem Windows integriert ist. Der Trend spricht für den Fuchs, doch es werden auch kritische Stimmen gegenüber dem Browser und vor allem gegenüber der Statistik laut.
Link Prefetching als Kritikansatz
Kritik kommt ausgerechnet aus dem Hause Opera, dessen Browser trotz innovativer Ideen irgendwie nie berücksichtigt wird. In einem Interview mit ZDNet.uk erhebt der Opera-Generaldirektor Jon von Tetzchner Vorwürfe gegenüber der Glaubwürdigkeit der oben aufgeführten Statistiken. Durch seine Link Prefetching-Technologie erzeuge der Browser Seitenaufrufe, die gar keine seien. Um Hyperlinks schneller folgen zu können, lädt der Firefox die verknüpften Seiten schon vorab in den Cache, auch wenn der User dem Link gar nicht folgt. Das wirkt sich auch auf den Traffic im Netz aus. Denn, wenn der Firefox beispielsweise zehn Links einer Seite vorlädt, so verzehnfacht sich auch der Traffic. Das verursacht unnötige Server-Kosten für die Seitenbetreiber und bringt dem Nutzer nur einen minimalen Vorteil.
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