Spielkonsolen im Überblick: Welche darf es sein?
Playstation 3
Noch ist der Nachfolger von Sonys Erfolgskonsole Zukunftsmusik. Erst Ende März 2007 soll die letzte der großen "Next-Gen"-Konsolen in Europa erscheinen. Wie auch die Xbox 360 setzt sie auf Rechenpower und aufwändige Grafik. Als erste Konsole verwendet sie Speichermedien: Serienmäßig steckt ein Blu-Ray-Laufwerk in der schwarzen Konsole. Angesichts der horrenden Preise der aktuellen Blue-Ray-Player ist die Konsole auch schon alleine als Player für Filmfreunde interessant.
Sony betrachtet eine Spielekonsole eher wie einen Rechner. Diese Idee, Konsolen zu verbessern und alternative Betriebssysteme zu installieren, ist nicht ganz neu. Schon immer wurde versucht, die Funktionen von Konsolen zu erweitern und eigene Software darauf laufen zu lassen. Da es dafür also eine Zielgruppe gibt, ist es kein dummer Schachzug, dies offiziell zu erlauben.
Denn Microsoft profitierte in der Vergangenheit davon, dass die erste Xbox mit kleinen Umbaumaßnahmen zu einem vollwertigen Mediacenter oder einem Linuxrechner umgebastelt werden konnte. Diesen Weg offiziell zu gehen, könnte die PS3 für Bastler sehr interessant machen. Drittentwickler werden jedoch keinen Zugriff auf die Hardware-Grafikbeschleunigung haben. Spiele werden also nach wie vor nur von Lizenznehmern geschrieben werden können und nur mit dem Originalbetriebssystem gestartet werden. Dennoch sollte einiges möglich sein: Sony gab bekannt, dass es eine Version der Linux-Distribution "Yellow Dog" für die Playstation geben wird. Damit könnte die PS3 zum Wohnzimmercomputer werden.
Weltweites Multiplayer-Spielen soll bei der dritten Playstation kostenlos sein. Wie bei der Konkurrenz wird es hier aber auch im "Playstation Network" kostenpflichtige Inhalte geben, die heruntergeladen werden können. Ähnlich wie bei der Wii wurde auch bei der PS3 ein Beschleunigungssensor in den Controller integriert.

Für Multimediafreunde könnte es sich lohnen, auf die dritte Generation der japanischen Konsole zu warten. Denn sie unterstützt serienmäßig den verschlüsselten HDMI-Anschluss, der in der Zukunft Voraussetzung für die meisten Filme auf Blu-Ray sein wird. Damit ist sie die einzige Konsole, die sich als vollwertiger HD-Player eignet. Zudem bietet sie von Haus aus die umfangreichste Unterstützung an Medienformaten. Denn MPEG4-Video spielt sie beispielsweise problemlos ab.
Damit kommt die PS3 dem echten Wohnzimmer-PC von allen anderen Konsolen am nächsten. Durch den mehrfach verzögerten Verkaufsstart fällt Sonys Konsole aber für das Weihnachtsgeschäft aus. Ob sie den Vorsprung der Wii oder gar der direkten Konkurrenz Xbox 360 noch aufholen kann, wird sich zeigen. Doch die Chancen stehen gut: Schon am ersten Tag gingen in Japan kürzlich alle 100.000 verfügbaren Exemplare über die Ladentheke.
Übersichtstabelle
| Modell | XBox 360 | Wii | Playstation 3 |
| Hersteller | Microsoft | Nintendo | Sony |
| Technische Daten | |||
| Erscheinungsdatum | 12/05 | 12/06 | 03/07 |
| Prozessor | 3 x 3,2 GHz IBM PPC | 729 MHz IBM PPC | 3,2 GHz Cell |
| HD-Ready | Ja (YUV) | Nein | Ja (HDMI) |
| Festplatte | Premium: 20GB / Zubehör | Nein | 20-60 GB |
| WLAN | Premium / Zubehör | Zubehör | Nur bei 60GB-Version |
| Speichermedium | DVD | DVD | Blu-ray |
| Allgemeines | |||
| Spieleangebot | Über 100 | Aktuell knapp 30 | Über 170 in der Entwicklung |
| Abwärtskompatibel | Teilweise | Ja | Teilweise |
| Als Videoplayer verwendbar | DVD / HD DVD (Zubehör) | Nein | Blue-ray / DVD |
| Mediacenter | Ja | Nein | Ja |
| Preis | 270-400 Euro | 250 Euro | 500-600 Euro |
Die Generation der Eltern
Obwohl die so genannte "nächste Generation" bereits in den Läden oder zumindestens in den Startlöchern steht, ist die Elterngeneration noch nicht zwangsläufig Schnee von gestern. Für Xbox, Playstation 2 und Nintendo GameCube existiert ein riesiges Spieleangebot. Technisch sind PS3 und 360 den Auslaufmodellen zwar weit überlegen, aber wer nicht viel Wert auf hochauflösende Grafik, sondern auf Spielspaß legt, kann mit einer Konsole der letzten Generation immer noch zufrieden sein. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut.
Denn einen Vorteil haben die altgedienten Konsolen definitiv: Sie sind günstig. Ein GameCube ist beispielsweise schon ab knapp über 50 Euro zu haben. Xbox und PS2 liegen bei knapp über 100 Euro. Mittelfristig werden viele Spiele zwar nur noch für die neuen Konsolen erscheinen, aber Spielspaß wird dennoch nicht in Polygonen pro Sekunde gemessen. Gute Spiele gibt es auch für die betagteren Modelle, auch wenn die Fähigkeiten der Power-Konsolen faszinierend sind.
Fazit
Auch wenn alle der drei vorgestellten Modelle der gleichen Generation zugeschrieben werden: Sie unterscheiden sich dennoch stark voneinander. Microsoft ist der Vorreiter und zielt in erster Linie auf typische Gamer ab, denen die Optik wichtig ist. Die 360 bringt den Spiele-PC ins Wohnzimmer. Sony geht in eine ähnliche Richtung, versucht jedoch, mehr auf der Multimediaschiene zu fahren und will den Kunden das Benutzen fremder Software zu erlauben. Deshalb werden Cineasten und Mediacenterliebhaber eher zur PS3 greifen.
Nintendo hingegen setzt auf die verspielten Junggebliebenen. Keine technischen Highlights, dafür aber kompaktes Design mit einer Steuerung, die lustige Partyabende verspricht. Die intuitive Steuerung senkt die Anforderungen und so können auch Gamingmuffel zu der einen oder anderen Runde Wohnzimmersport herausgefordert werden.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Sony Playstation und Sony Playstation 3.
