Tutorial: Podcast-Produktion mit Adobe Audition

Bearbeiten von Sprachaufnahmen

Rohschnitt

Um das Bearbeiten der Audiodatei nicht unnötig zu verlängern, sollte die Rohdatei von Balast befreit werden. Dazu kann man in der Bearbeiten-Ansicht die geöffnete Audiodatei mit Markieren und Entfernen von Pausen, beziehungsweise Anfang und Ende, beschneiden und diese dann speichern. Faden von Jingles oder das Einfügen von Musikdateien oder O-Tönen erfolgen später.

Markiert wird mit der linken Maustaste. Das Markierte kann über Drücken der Entfernen-Taste gelöscht werden. Mit Drehen am Scroll-Rad der Maus wird hinein- und herausgezoomt. Oben im Fenster befindet sich ein waagerechter Balken, der als Scrollbalken fungiert.

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Da man davon ausgehen kann, dass die meisten Podcaster kein professionelles Aufnahmeequipment zur Verfügung haben, sind die Sprachaufnahmen in der Regel etwas zu leise und verrauscht. Sollte der Pegel nicht gerade um 20 dB angehoben werden müssen und bei der Aufnahme nicht gerade ein lauter PC-Lüfter in der Nähe gewesen sein, können diese Mängel behoben werden.

Störgeräuschprofil erfassen:

Damit Audition erfolgreich das Hintergrundrauschen entfernen kann, muss es vorher konfiguriert werden. Dazu nimmt man mit seinem Aufnahmegerät circa fünf Sekunden Stille in der Umgebung auf, in der man den Podcast einsprechen möchte. Wichtig ist, dass keine Geräusche aufgenommen werden, die nicht auch später beim Einsprechen aufgenommen würden. Diese fünf Sekunden Stille öffnet man mit Adobe Audition (beziehungsweise spielt sie ein) und markiert sie in der Bearbeiten-Ansicht. Nun wählt man "Effekte" > "Wiederherstellung" > "Störgeräuschminderung" und klickt dann auf "Profil erfassen". Audition erfasst nun die bei Stille aufgenommenen Störgeräusche, sodass diese später sehr gut entfernt werden können. Das Störgeräuschprofil kann abgespeichert und später wieder geladen werden.

Störgeräusche

Störgeräuschprofil: (1) Ohne Sprache aufgenommenes Störgeräusch. (2) Profilerfassung. (Klick vergrößert)

Entfernen von Störgeräuschen:

Ist die Sprachaufnahme in der Bearbeiten-Ansicht geladen, können über "Effekte" > "Wiederherstellung" > "Störgeräuschminderung" > "OK" sehr gut Hintergrundrauschen und andere Störgeräusche entfernt werden. Im Fenster "Störgeräuschminderung" muss vor Entfernen der Störgeräusche über "Aus Datei laden" das erfasste Störgeräuschprofil geladen werden.

Signal verstärken:

Für Podcasts sollte der Pegel nahe 0 dB liegen. An der Master-Pegelanzeige kann man ablesen, wie hoch der durchschnittliche Pegel ist. Dabei sollte man sich nicht nur an den Pegelspitzen orientieren (auch wenn sie manchmal über 0 dB gehen und ein Clipping auftritt), sondern am mittleren Pegelausschlag. Ist die Aufnahme durchschnittlich mit einem Pegel von -10 dB aufgenommen, sollte sie um maximal 7 dB verstärkt werden. Für die Verstärkung wählt man in der Bearbeiten-Ansicht "Effekte" > "Amplitude" > "Verstärken" und stellt dann die gewünschte Verstärkung, in unserem Fall 7 dB, ein.

Die komplette Tonspur wird nun um 7 dB verstärkt, sodass es natürlich auch Pegelspitzen gibt, die über 0 dB hinausgehen und verzerrt werden. Um diese Verzerrungen zu vermeiden, muss man ein so genanntes Hard Limiting durchführen.

Hard Limiting:

Das Anwenden der Hard-Limiting-Funktion begrenzt die komplette Tonspur auf einen gewünschten Pegel. Damit es keine Pegelspitzen über 0 dB mehr gibt, muss der Pegel also auf einen Wert unter 0 dB begrenzt werden. Es empfiehlt sich -0,5 dB. Dazu wählt man in der Bearbeiten-Ansicht "Effekte" > "Amplitude" > "Hard Limiting (Prozess)", gibt bei "Max Amplitude begrenzen auf" einen Wert von -0,5 und bei "Eingang verstärken um" einen Wert von 0 ein. Die Amplitude (der Pegel) wird nun auf -0,5 dB begrenzt, sodass kein so genanntes Clipping (Verzerrung) mehr auftritt.

Wer keine weiteren Elemente, wie Musik oder O-Töne, in seinen Podcast einbauen möchte, ist nun fertig und kann die geschnittene und bearbeitete Sprachaufnahme in ein gewünschtes Dateiformat exportieren: "Datei" > "Speichern unter".

Für diejenigen, die noch weitere Elemente einfügen möchten, gibt es nun eine Anleitung für die so genannte Multitrack-Ansicht, in der man Tracks in verschiedenen Tonspuren übereinander legen und abmischen kann. Als Beispiel nehmen wir einen Podcast mit einem Introjingle, einem Sprecher und einem Telefoninterview. Diese einzelnen Komponenten sollten für das Arbeiten in der Multitrack-Ansicht - wie in Schritt 1 bis 4 beschrieben - vorbereitet sein.

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