Was das neue Betriebssystem für Gamer ändert
Spiele unter Windows Vista
Benjamin Schnitzler
Um die Systemstabilität von Windows, die besonders bei den älteren Versionen für reichlich spottenden Gesprächsstoff sorgte, zu erhöhen, vereinfachte Microsoft kurzerhand die Audio-Architektur. Was wiederum dazu führte, dass Windows Vista ohne den eben genannten "DirectSound-HAL" auskommen muss. "Einige Spiele werden, je nach Implementierung der Soundroutinen, feststellen, dass der DirectSound-3D-HAL unter Windows Vista 'fehlt' beziehungsweise unzugänglich ist - und somit auf den kleinsten gemeinsamen Nenner umstellen: Stereo, ohne Hardwarebeschleunigung, ohne aufwändige und ultrarealistische Effekte", so Struß weiterhin. Die Lösung: Open Source.
Um unter Windows Vista trotzdem in den vollen EAX-Genuss zu kommen, musste jedoch nichts grundlegend Neues erfunden werden. Creative greift zu diesem Zweck einfach auf Open Source zurück, und zwar in Form der im Jahre 2000 publizierten Programmierschnittstelle OpenAL. Dabei handelt es sich um ein direktes Pendant zu Microsofts DirectSound, das sich mangels Konkurrenz bald auf breiter Front durchsetzen dürfte. Eine Vielzahl bekannter, beliebter Spiele wie "Battlefield 2", "Battlefield 2142", "Quake 4", "Prey" und "Unreal Tournament 2004" nutzen OpenAL bereits.
Eine der Hauptaufgaben der Soundkarte besteht darin, den PC-Prozessor bei der Klangerzeugung zu entlasten, man spricht dabei von Hardware-Beschleunigung. Die Problematik der geänderten Audio-Architektur von Windows Vista kann sich insofern äußern, dass Microsofts bisherige Lösungen DirectSound und DirectSound3D zwar weiterhin funktionieren, doch leider nur noch mit Software-Beschleunigung. Bei ohnehin schon leistungshungrigen Spielen ist das denkbar schlecht, da der Prozessor bei der Sound-Wiedergabe den größten Teil der Arbeit alleine bewältigen muss.

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Soundprobleme: Open
Source soll's richten
Dank OpenAL wird es laut Creative nach wie vor möglich sein, in Spielen die volle Hardware-Beschleunigung und sämtliche Klangeffekte von EAX abzurufen. Wie beim 3D-HAL von DirectSound ermögliche OpenAL "die Nutzung spezialisierter Audio-Hardware zur Berechnung komplexer Audioumgebungen". OpenAL arbeitet übrigens plattformunabhängig sowie neben Windows auch mit Linux und MacOS zusammen und kommt sogar bei der Vertonung von Xbox und Xbox 360 zum Einsatz.
Support für ältere Gaming-Hardware
Doch wie steht es nun um die Unterstützung älterer Grafik- und Soundkarten? Microsoft zeigt sich zuversichtlich: "Windows Vista ist vollständig kompatibel mit Spielen und Hardware, die ältere Versionen von DirectX nutzen. Die neuen DirectX-10-Funktionen sind mit einer entsprechenden Grafikkarte verfügbar." Auf der anderen Seite sollen sie die Gamer durch "höheren Funktionsreichtum" und "größere Detailgenauigkeit" jedoch "recht schnell überzeugen". Somit entsteht zwar kein unmittelbarer Druck für den Umstieg auf Vista und DirectX-10-Hardware, aber ein psychologischer allemal: Wer ein neues Computerspiel kauft, möchte die Grafikpracht schließlich in ihrer ganzen Fülle auf dem Schirm sehen.
Läuft alles plangemäß, werden am 21. Dezember 2006, über einen Monat vor der privaten Vista-Veröffentlichung, die finalen Treiber für Creatives X-Fi-Soundkarten erscheinen. Leider werden Eigentümer betagterer Soundkarten vorläufig mit einem eingeschränkten Funktionsumfang abgespeist, wie Boris Struß von Creative gegenüber netzwelt einräumt: "Für die älteren Soundkarten wie die Live!-24-Bit- und Audigy-2/4-Modelle bieten wir bereits Beta-Treiber für Windows Vista an, diese enthalten zum jetzigen Zeitpunkt keine Unterstützung für EAX. Inwieweit und ab wann wir für diese Soundkarten EAX-Support unter Vista bieten können werden, lässt sich heute noch nicht sagen."

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Vorerst kein EAX für ältere Soundkarten
Immerhin bleibt noch ein kleiner Hoffnungsschimmer für ältere Soundkarten, der so genannte "ALchemy-Wrapper". Dabei handelt es sich um eine Art Emulator, der technisch vergleichbar funktioniert wie ein Programm, das Konsolen-Klassiker auf dem PC zum Laufen bringt, bloß auf akustischer Ebene. "ALchemy übersetzt Zugriffe auf 3D-Routinen von DirectSound durch die entsprechenden Pendants von OpenAL. Das heißt unter Vista werden sich DirectSound3D nutzende Spiele auch weiterhin mit bewährten EAX-Klangeffekten spielen lassen", so Creative. Der ALchemy-Wrapper solle zeitnah zu den finalen X-Fi-Treibern erscheinen.
Besondere Soundkarten für Windows Vista respektive DirectX 10 seien nach Boris Struß nicht notwendig: "DirectX 10 ist hauptsächlich ein Update im Bereich Grafik und bietet keine wesentlichen neuen Audio-Features, die spezialisierte Soundkarten erforderlich machen würden. Hinsichtlich der Kompatibilität sind derzeit keine Probleme zu erwarten, da der Großteil der in DirectX 10 verwendeten Audioroutinen mit denen der Vorversion deckungsgleich ist."
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