iTunes-Plugin für mehr Musikgenuss
The Filter: Alte Musik neu entdecken
Christoph Scholl
Wer fleißig die eigene CD-Sammlung rippt, im iTunes Store oder bei Musicload einkauft, Webradio aufzeichnet und zudem auch noch Musik mit Freunden und Bekannten tauscht, hat schnell einige tausend Musikdateien auf der Festplatte. Trotz sauberem und konsequentem Tagging wird eine so große Musiksammlung schnell unübersichtlich und einige Schätze, die vielleicht nicht ganz so oft gehört werden, verschwinden in irgendeiner dunklen Ecke der Harddisk und geraten in Vergessenheit.
Eine prima Möglichkeit, die eigene Musiksammlung immer wieder neu zu entdecken, bietet die Software The Filter. Das iTunes-Plugin arbeitet dabei ähnlich wie die Online-Dienste Pandora oder Last.fm: Der Nutzer gibt ein oder mehrere Songs oder Künstler ein, die er mag oder auf deren Musik er gerade Lust hat. Die Software sucht dann Musikstücke heraus, die ähnlich klingen und zu der vorgegebenen Musik passen. Dies hört sich erst einmal ziemlich unspektakulär an, ist aber - sofern die Software gut funktioniert - ein nicht zu unterschätzender Mehrwert beim Hören von Musik. Je nach Stimmung oder Vorliebe lassen sich so Playlisten erstellen, die genau auf die derzeitige Laune passen.
Download und Installation: Schnell und einfach
Bevor The Filter jedoch loslegen kann, muss das kleine Programm erst heruntergeladen werden. Da The Filter, wie bereits erwähnt, ein Plugin für iTunes ist, muss Apples Musiksoftware ab Version 6.0 installiert sein. Nach dem rund 15 Megabyte großen Gratis-Download von der Fliter-Website geht alles recht schnell: Die Installation geht leicht von der Hand, die anschließende Einrichtung des Plugins läuft fast vollständig automatisch ab. Dabei macht The Filter erst einmal eine Bestandsaufnahme und schaut nach, welche Songs überhaupt auf der heimischen Festplatte zu finden sind.
Ist dies erledigt, startet die Software in einem kleinen schmalen Fenster. Um The Filter zu nutzen, muss nur noch iTunes gestartet und dort und ein beliebiger Song, je nach aktuellem Musikgeschmack, angewählt werden. Danach reicht ein Klick auf den übergroßen "F"-Button der Filter-Software, und schon wird in iTunes eine neue Playlist generiert, die zu dem ausgewählten Song passt. The Filter stützt sich dabei auf eine zentrale Datenbank im Internet, wo Informationen zu den Musik-Hörgewohnheiten von tausenden Usern gespeichert sind. Zusätzlich merkt sich das Plugin, welche Songs aus den generierten Playlisten auf dem lokalen Rechner besonders häufig oder eher selten abgespielt werden. Dadurch kann die Software eine noch genauere Auswahl an Songs treffen.

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The Filter: Musikerkennung für die eigene Festplatte
(Klick vergrößert)
Beim netzwelt-Test waren wir begeistert: The Filter hält absolut, was die Entwickler versprechen. Aus einem rund 800 Songs umfassenden Musikarchiv generierte uns das Plugin zahlreiche Playlists, die exakt die Musikrichtung trafen, die wir uns bei der Auswahl der Referenzsongs vorgestellt hatten. Und tatsächlich tauchten in den Filter-Playlists längst vergessene Musikstücke auf, die mittlerweile wieder zum täglichen Musikkonsum des einen oder anderen netzwelt-Redakteurs gehören. Die Zusammenarbeit mit iTunes klappte dabei reibungslos. Aussetzer oder Probleme mit der Kommunikation zwischen den beiden Programmen gab es nicht.
Kleine Software mit großem Speicherhunger
Ein paar Nachteile hat das Plugin trotzdem: Obwohl iTunes ursprünglich eine Software für Mac OS war, gibt es bisher keine Version für das Apple-Betriebssystem. Die Entwickler arbeiten jedoch gerade daran, sodass auch Mac-User The Filter bald nutzen können. Ein weiterer Minuspunkt ist der verhältnismäßig hohe Speicherverbrauch. Bis zu 80 Megabyte vom Arbeitsspeicher reservierte sich die Software in unserem Test - für ein kleines Plugin zur Musikempfehlung etwas zu viel.
Fazit: Pandora für die Festplatte
Nicht nur wer bereits von Online-Diensten wie Pandora oder Last.fm begeistert ist, wird staunen, dass die Musikempfehlung von The Filter für die eigene Festplatte nicht nur sinnvoll ist, sondern auch viel Spaß machen kann. Besonders bei großen Musikarchiven verschwinden einige Songs gerne einmal in der Versenkung und geraten in Vergessenheit. Mit dem kleinen iTunes-Plugin werden die Musikdateien jedoch - je nach gewähltem Referenzsong - schnell wieder gefunden und finden ihren Weg in eine automatisch erstellte Playlist.
Bei all dem Luxus bedient sich The Filter jedoch großzügig am Arbeitsspeicher. Bis zu 80 Megabyte RAM belegte die Software im netzwelt-Test. Hier sollten die Filter-Entwickler noch etwas nachbessern. Die fehlende Unterstützung für das Mac-Betriebssystem ist bereits in Arbeit, sodass auch Apple-User bald in den Genuss von The Filter kommen.
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