Groß und Schwer - aber Gelenkig

Nokia N93 im Test: Die Form folgt der Funktion

Die Bezeichnung Handy wird dem Nokia N93 nicht mehr gerecht. Im dickbäuchigen Körper versammeln sich so viele Funktionen, dass das Mobiltelefon zwar noch in die Hand passt, in engen Jeans anderen Taschen-Inhalten aber ihren Platz streitig macht. Der Dreh- und wendbare Klapper will auch eher Multimedia-Computer mit Hang zur Digitalkamera sein, als ein aufs Telefonieren beschränktes Disco-Phone. Auf dem etwas schwach verarbeitenden Gehäuse thront ein Objektiv mit optischem Zoom. Selbiges nimmt Videos in VGA-Auflösung auf.

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Das Nokia N93 - Hat ein großes Auge
Hat ein großes Auge

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Pionier: Erstes Mobiltelefon mit optischem Zoom
  2. 2Dreh und Klapp: Nicht immer logisch und durchdacht
  3. 3Die Verarbeitung: In keiner Relation zum Preis
  4. 4Die Bedienung: Platz - viel Platz
  5. 5Das Menü: Umfangreich und voll erweiterbar
  6. 6Zu Hause: Anschlussfreudig
  7. 7Musik-Player: Talentlos
  8. 8Zukunftsweisend: Bis es runterfällt

Geradezu ehrfürchtig tritt man den respekteinflößenden Ausmaßen gegenüber. Das Nokia N93 ist vollgestopft mit Technik und zeigt dies auch nach außen. Im aufgeklappten Zustand misst das aktuelle Top-Modell der Finnen satte 20 Zentimeter in der Länge. Allein 25 Millimeter in der Höhe beansprucht das Carl-Zeiss-Objektiv. Im Inneren verbirgt sich eine Platz raubende Linsenanordnung, die für einen optischen Zoom unabdingbar ist.

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Pionier: Erstes Mobiltelefon mit optischem Zoom

Schon lange schallt der Ruf nach einem echten Zoom in Mobiltelefonen. Nokia betritt, gemäß seiner Technik-Vorreiter-Rolle, nun als Erster dieses Neuland. Im Digitalkamerabau finden optische Zooms durch eine raffinierte Linsenmechanik auch in kompakten Gehäusen Unterschlupf. Bei Mobiltelefonen sind die Erfahrungswerte aber noch zu gering, dass das Objektiv im Nokia N93 nicht weiter auffallen würde.

Eine Unterbringung im Gehäuse ist undenkbar, also sitzt das massive Objektiv seitlich obenauf und richtet seine Augen zur Seite. Folglich gilt es beim Motivfang das Telefon seitlich zu halten. Dank einer komplexen Displaymechanik lässt sich das Display im 90-Grad-Winkel drehen. Nun erinnert die Handhabung stark an die eines Camcorders. Das Display macht alle Bewegungen mit, je nach fotografischer Lage, ob aus der Vogel- oder der Frosch-Perspektive.

Dreh und Klapp: Nicht immer logisch und durchdacht

Die Flexibilität erlaubt es, das Display auch auf den Gehäuserand zu legen. Dann verwandelt sich das N93 in einen Mini-Laptop – rein äußerlich zumindest. Die Konstruktion ist aber nur halbherzig durchdacht. Was als Erstes auffällt: Das Display steht schief. Perfektionisten wird das sauer aufstoßen. Außerdem verdeckt das Display die c-Taste, die Bedienung selbiger ist nur noch mit festem Willen zu meistern.

Texteingaben machen in diesem Modus keinen Sinn. Nicht nur weil das Display eine Tasten-Reihe zum Teil verdeckt, sondern hauptsächlich, weil sich die Bedienung der Tasten nicht mit dreht. Sinnigerweise nennt sich die Darstellung in dieser Form Anzeige-Modus. Das Verfassen von Texten ist aber nicht vollkommen ausgeschlossen, mit ein wenig Gewöhnungszeit sollte es Nutzern mit einer guten Hand-Augen-Koordination gelingen auch in dieser Position zu schreiben. Von Nokia vorgesehen ist es aber nicht. Eine Verwirklichung wäre mit einer doppelten Bedruckung der Tasten und einer Software-seitigen Veränderung der Tastenzugehörigkeit bestimmt möglich gewesen.

Insgesamt offenbart die Schwenk- und Dreh-Mechanik einige logische Fehler. So verweigert das Display im geöffneten Zustand den Zugang zum An/Aus-Schalter. Diente er nur zum Abschalten, würde dieser Lapsus hier keine Erwähnung finden. Gleichzeitig gewährleistet der Taster aber auch ein schnelles Umschalten zwischen den Situationsprofilen.

Das Nokia N93 im Detail


Weiterhin verweigert das Display das eigene Konterfei mittels der 3,2 Megapixel-Kamera einzufangen. Die Display-Mechanik lässt es zu, dass der Bildschirm in die gleiche Richtung schaut wie die Linse. Nur die Software will dabei nicht mitspielen. Ruft man in dieser Konstellation über das Menü die Kamera auf, aktiviert sich die kleinere Videotelefonie-Kamera.

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