Microsoft Zune im Test: Teil 1
Für Ungeduldige: Lohnt sich der Import aus den USA?
Auch Videos kommen auf dem Zune gut zur Geltung. Leider ist der Player bei der Format-Wahl sehr engstirnig. Einzig und allein Microsofts eigenes WMV-Format bringt die Jukebox zu Gesicht, alle anderen Formate müssen zunächst mit Hilfe der Software konvertiert werden. Auf dem Player angekommen, können sich sowohl Videoclips als auch längere Filme sehen lassen. Die Darstellung ist flüssig, ohne nervige Aussetzer und zerfällt höchst selten in störende Artefakte. Auch komplette Spielfilme dürften mit dem Zune daher machbar sein.
Wer jetzt schon mit dem Gedanken spielt, sich einen Zune zu kaufen, möglicherweise noch vor Weihnachten, darf nicht beim freundlichen Elerktronikdealer um die Ecke suchen. Derzeit ist der Zune nur in den USA zu einem Preis von umgerechnet etwa 190 Euro erhältlich. Hinzu kommen circa 40 Euro für den deutschen Zoll, inklusive einer variablen Wartezeit und je nach Anbieter unterschiedlich hohe Versandgebühren. Zwar ist der Player mit 30 Gigabyte großer Festplatte trotz der Gebühren keinesfalls überteuert, dennoch dürfte der Import nur für die wenigsten in Frage kommen.
Der Lieferumfang fällt mit mäßigen Kopfhörern, USB-Kabel und Software etwas dürtig aus.
Selbst wenn es das Paket pünktlich zum Fest durch den deutschen Zoll schafft, dürften sich die Mundwinkel ungeübter Nutzer kurz nach dem Aupacken nach unten ziehen. Ohne Frickelei und Spielereien in den Windows-Innereien ist der Zune praktisch nur als Briefbeschwerer zu gebrauchen. Und auch die WLAN-Fähigkeiten liegen mangels potentieller Tauschpartner vorerst auf Eis. Da hilft nur das Warten auf den offiziellen Verkaufsstart in Europa, voraussichtlich wird dieser Ende 2007, vielleicht sogar erst im Jahre 2008 liegen.
Fazit zur Hardware
Bis auf die integrierten WLAN-Fähigkeiten und das üppig dimensionierte Display hebt sich Microsoft mit dem Zune kaum aus der Masse der MP3-Player mit Festplatte ab. Im Vergleich zu vielen anderen Modellen fehlen ihm Details wie ein Mikrofon, Line-In-Eingang und Basisfunktionen im Menü wie die Möglichkeit zum Aufzeichnen des Radioprogrammes oder das Setzen von dauerhaften Lesezeichen.
Nimmt man hingegen Apples iPod als Maßstab, hat Microsoft, was die reine Hardware betrifft, die Nase ein gutes Stück weiter vorn. Ob aber der relativ gute Klang, das fein auflösende Display oder ein integriertes Radio eingefleischte iPod-Liebhaber zum Umdenken bewegen können, bleibt abzuwarten. Das Zune-Team hat dies zumindest auf der Wuschliste. Nicht umsonst unterstützen sowohl Microsofts Player als auch die dazu passende Software Apples AAC-Format, was einen Import der iTunes-Bibliothek möglich machen würde.
Aber in diesem MP3-Player steckt noch mehr. Die ersten Hacks sickern bereits durch und auch Microsoft selbst hat angekündigt, einzelne Funktionen erst nach und nach mittels Firmware-Update freizuschalten. Für ein abschließendes Fazit ist es daher noch ein wenig früh. Denn ein gelungener MP3-Spieler besteht aus weit mehr als nur aus der Hardware. In den nächsten Teilen widmen wir uns daher der Software, dem Zune Marketplace sowie den besten Tricks und Hacks rund um Microsofts iPod-Rivalen.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu MP3-Player hier.
