Open Source-Software in Unternehmen

Open Source ist nicht nur Linux

Offene Software fängt, wie wir bereits wissen, nicht erst bei dem Betriebssystem oder einem Officepaket an. Auch bei den kleineren Programmen wie Browsern oder Bildbearbeitungsprogrammen werden die altbekannten Tools auch in immer mehr Büros von Open Source-Lösungen ersetzt. Firefox oder Gimp sind prominente Beispiele hierfür. Die Verbreitung solcher Programme schreitet wesentlich schneller voran als die Verbreitung von offenen Betriebssystemen.

Insbesonders bei den Browsern hat OSS stark aufgeholt. Schätzungen zu Folge hat der Open Source Browser "Firefox" in Deutschland mitterweile einen Marktanteil von 40 Prozent. Dies wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Auch andere Programme wie der multifunktionale Mediaplayer "VLC" oder diverse Buchhaltungslösungen auf OS-Basis existieren seit längerer Zeit.

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Trotz allem bleibt es in den meisten Fällen dabei, beispielsweise Microsoft Office durch OpenOffice.org zu ersetzen. Die Migration findet meist in zunächst nur kleinen Schritten statt. Bis alternative Betriebssysteme auf Desktoprechnern zum Standard geworden sind, dürfte es noch eine Weile dauern. Denn momentan eignen sich hierfür in erster Linie normale Büroarbeitsplätze, an denen reguläre Office-Programme verwendet werden.

Für wen lohnt es sich nicht?

Im Bereich der spezialisierten Software gibt es leider noch kaum offene Software, die Sparten wie beispielsweise professionelle Medienverarbeitung abdecken. Für Linux existiert nicht einmal kommerzielle Software, die zu diesem Zweck eingesetzt werden kann. In anderen Sparten ist dies ähnlich: "Im Desktopbereich gibt es oft gleichwertige oder bessere freie Software. Bei speziellen, betriebswirtschaftlichen Anwendungen wie SAP gibt es aber noch keine ausgereifte OSS-Alternative", erklärt Jochen Günther.

So kommt ein Totalumstieg für viele noch nicht in Frage. Und es ist fraglich, ob es jemals freie Software für jeden spezialisierten Bereich geben wird. Kommerzielle Software wird also nie vollständig abgelöst werden. Für einige dieser Spezialfälle gibt es aber dennoch eine Lösung: "Man geht dazu über, dass sich die Anwender solcher so genannten "Fachverfahren" in Communitys zusammenschließen und gemeinsam ihre Fachanwendung programmieren oder programmieren lassen", erzählt Jochen Günther.

Fazit

Der größte Vorteil für Unternehmer ist die Flexibilität und der Preisvorteil durch die entfallenen Lizenzkosten. Denn individuelle Software lässt sich auf Basis von Open Source-Projekten schneller und günstiger anpassen, wenn bereits ein derartiges Projekt besteht, als von Grund auf neu geschriebene Software. Möglicherweise wird dies ein mittelfristiger Trend: Aus bestehenden Projekten wird individuell von kleineren Firmen angepasste Software und ersetzt einen Teil der kommerziellen Software. Dezentralisierung würde man das nennen. Statt wenigen großen verdienen nun viele kleine Firmen am Produkt Software. OSS muss also weder unprofessionell noch kostenlos sein.

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