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20.07.2008
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Die bessere Alternative?

Open Source-Software in Unternehmen

Patrick Woods

Mit Open Source Geld verdienen

Denn Open Source ist nicht nur eine Alternative zu kommerziellen Produkten: Open Source ist auch selbst ein wichtiger Markt geworden. 18 Prozent der von der IAO befragten IT-Unternehmen lebten vollständig von Open Source, für über ein Drittel war es zumindest ein wichtiges Standbein. Die Geldquellen sind hier nicht die Lizenzen, sondern Dienstleistungen.

Durch die strengen Lizenzbedingungen ist es nur schwer möglich, mit der Software selber Geld zu verdienen. Zwar darf OSS kommerziell vertrieben werden, aber eigene Änderungen am Code müssen für alle anderen offen gelegt werden. Die Software frei im Handel zu verkaufen, würde deshalb kaum funktionieren. Es bedarf neuer Vermarktungsmethoden, um beispielsweise mit dem Support Geld zu verdienen. Weitere Einnahmequellen sind Handbücher, Schulungen und die Anpassung der Software für individuelle Spezialanwendungen.

Spezielle Software ist auf Open Source-Basis schneller und günstiger herzustellen als von Grund auf neu programmierte Systeme. Zumindest, wenn es für diesen Bereich eine OSS-Basis gibt. Gerade für Unternehmen, die individuell angepasste Softwarelösungen benötigen, kann eine OS-Variante besonders interessant sein. Dies können zum Beispiel Warenwirtschaftsysteme sein. Diese Software regelt einen großen Teil des betriebswirtschaftlichen Ablaufs eines Unternehmens. Also beispielsweise den Lagerbestand, Rechnungswesen und Kundenverwaltung.



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Der komplette Geschäftsablauf eines Unternehmens kann mit OSS abgewickelt werden

Die Firma metas consult in Sankt Augustin hat sich auf Beratung für OSS-Lösungen in Unternehmen spezialisiert. Der Geschäftsführer Mark Ostermann erklärt uns: "Besonders für mittelständische Unternehmen ist aufgrund der niedrigen Kosten eine Software-Lösung auf Basis von Open Source interessant. Da der Quellcode frei und kostenlos im Internet verfügbar ist, berechnen wir lediglich den Zeitaufwand für die Anpassung auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden".

Einen anderen Weg gehen einige große Unternehmen wie Novell: Sie vertreiben kommerzielle Linux-Distributionen im Paket mit Serviceverträgen. Diese Lizenzangebote richten sich dabei direkt an Unternehmer als Ersatz für Windows auf den Desktop-Rechnern. Denn gewerbliche Anwender brauchen funktionierende Komplettpakete und Support für den Fall, dass doch etwas nicht funktioniert.

Bei diesen neuen Geschäftsmethoden sieht man, dass professionelle Open Source-Angebote keine Hobbyprojekte von Informatikstudenten sind oder ähnliche Klischees erfüllen, sondern von professionellen Entwicklern hergestellt werden. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass der Quellcode offen liegt. Bekannte Beispiele, für professionell verwendete OSS sind der meistverbreitete Webserver überhaupt, der Apache-Server und das MySQL-Datenbanksystem.

Wer benutzt Open Source-Produkte?

Besonders die schon angesprochenen öffentlichen Stellen wechseln zu freier Software. "Speziell dann, wenn ein teurer Servicevertrag ausläuft und eine Verlängerung abgeschlossen werden muss, denken viele Behörden oder Unternehmen darüber nach, wie man diese Kosten mindern könnte", erklärt Jochen Günther vom Fraunhofer IAO. Das Land Niedersachsen tut sich hier besonders hervor: Die Polizei benutzt OpenOffice.org, die Steuerverwaltung Linux auf dem Desktop. Bundesweit werden ungefähr ein Drittel der Behörden-Server mit offener Software betrieben.

Unternehmen, die auf Open-Source setzen, müssen längst nicht nur kleine Firmen mit knappem Budget sein. Immer mehr Großunternehmen setzen auf offene Software. Beispielsweise gab Google Anfang 2006 bekannt, intern mit einem abgeänderten Verwandten der Ubuntu-Distribution zu arbeiten. Große Unternehmen können sich die OSS so anpassen, wie sie es benötigen, was bei geschlossener Software nicht möglich ist. Andere Beispiele für große Firmen sind die Deutsche Bahn, die Linux als Serverplattform einsetzt. Die Stuttgarter Versicherungsgruppe setzt Linux sogar als Desktop-Betriebssystem ein.

Häufig sind es aber auch mittelständische Unternehmen, die sich individuelle Lösungen aus bestehenden Projekten entwickeln lassen.

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