Getestet: Das Skype-Handy von SMC
Handy im Alltagseinsatz
Damit der Skyper möglichst überall erreichbar ist, kann er nicht nur eine Liste mit bevorzugten WLAN-Netzen anlegen, sondern auch die Option zur automatischen Einwahl in offene WLAN-Netze aktivieren - ebenfalls eine innovative, neue Funktion. Durchschnittlich verhält sich das WSKP100 dagegen in Sachen Funkreichweite: Zwar gibt das Handbuch einen Radius von 90 Metern um den Access-Point an, je nach Position des Routers oder Bausubstanz bleiben real etwa 20 Meter übrig. Der Übergang zu anderen Netzen läuft meist automatisch, nur gelegentlich muss das WSKP100 zur erneuten Netzwerksuche animiert werden.
50 Stunden Standby und drei Stunden Gesprächszeit gibt SMC als Betriebszeit an. Kommt unter Idealbedingungen hin, findet netzwelt: Im kombinierten Testbetrieb lieferte der Akku Saft für etwa 44 Stunden. Dann braucht es rund drei Stunden, um die volle Ladung Elektronen nachzuschieben. Um Energie zu sparen, schaltet sich das Display bei Nichtbenutzung komplett ab - werkseitig allerdings erst nach zwei Minuten. Das lässt sich in den Telefoneinstellungen ändern; zur Verfügung stehen Werte zwischen einer und zehn Minuten.
Weckt man das Telefon aus dem Standby-Schlaf, zeigt das Display ähnlich wie ein gewöhnliches Handy Akku, Netzabdeckung und Uhrzeit an, zusätzlich sind Guthaben und Online-Status zu sehen. Da es keine Tastensperre gibt, wird dieser Bildschirminhalt beim Transport in Rucksack oder Tasche öfter als notwendig angezeigt. Die über die Softkeys erreichbaren Menüs sind leicht ablesbar und logisch gegliedert. Allein die Optionen zur Abmeldung des Skype-Benutzers und der Klingelton-Stummschaltung verbergen sich hinter einem längeren Druck auf den Ausschalter.
WSKP100
Bis auf Instant Messaging bietet das WSKP100 sämtliche Kommunikations-Funktionen des Skype-Clients.
Im Betriebszustand zeigt das Display zusätzlich zu den handy-typischen Merkmalen auch Online-Status und Guthaben an.
Die vorliegende Firmware-Version 1.10 macht insgesamt einen guten Eindruck, während des Testzeitraumes gab es lediglich einen Absturz zu vermelden. Auch liegt die Firmware bisher nur in englischer Sprache vor. Ein kleiner Schönheitsfehler entpuppte sich bei der Texteingabe: Drückt man ungeduldig die etwas langsam reagierende Raute-Taste für das Verzeichnis der Sonderzeichen gleich mehrfach, muss die Einblendung des Verzeichnisses auch mehrfach wieder beendet werden. Laut SMC liegt jedoch das nächste Firmware-Update schon bei Skype zur Zertifizierung vor.
Fazit: Das Warten hat sich gelohnt
Lange genug haben Skype-Nutzer auf PC-unabhängige Hardware warten müssen. Seit Sommer 2005 kursierten bereits Gerüchte um geplante Skype-Hardware, die sich im Laufe des Jahres immer mehr verdichteten: Belkin, Edgecore, Netgear und SMC ließen verlauten, an einem WLAN-Telefon für Skype zu arbeiten. Zuletzt wurde die Markteinführung der WiFi-Phones durch finale Testläufe und strenge Zertifizierungs-Kriterien seitens Skype verzögert, doch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Skype den Startschuss erteilt.
Die umfangreiche Testphase hat sich bezahlt gemacht: Das vorliegende SMC WSKP100 ist als zuverlässiges Skype-Telefon allemal geeignet, ein Bestseller zu werden. Verbesserungswünsche wie Skype-Textmessaging oder einen Webbrowser gibt es dennoch. Besonders günstig ist das WSKP100 im Skype-Shop zu bekommen: Werden anderswo 160 Euro und mehr fällig, gibt es bei Skype für 139 noch einen WLAN-Router von La Fonera dazu. Doch viele würden sicherlich gerne auf den Router verzichten, wenn sie dafür noch ein paar Euro weniger löhnen müssten.

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