Mashup - was ist das?

Gibt es einen Haken?

Wem es nützt
Die Anbieter, die die API-Schnittstellen offenlegen, tun dies selbstverständlich nicht ganz uneigennützig. Da in der Regel immer erkennbar sein muss, woher die Daten stammen, ist dies eine Art Aushängeschild des eigenen Dienstes, wenn andere Seiten diese Daten benutzen. Es ist ein Geben und Nehmen. Insgesamt entsteht daraus eine Art "Informationskollektiv".

Mit den offenen APIs werden aufwändige Dienste auch für nichtkommerzielle Seiten machbar. Denn wenn man Inhalt oder beispielsweise Kartenmaterial nicht teuer lizenzieren, sondern kostenlos integrieren kann, sind auch Hobbyprojekte in der Lage, interessante Services anzubieten. Meist muss man sich lediglich registrieren und bekommt daraufhin den API-Schlüssel per E-Mail zugesendet. Zusätzlich liefern viele Anbieter Anleitungen zu der Schnittstelle mit. Ein Beispiel dafür ist das ausgezeichnete MusicPortl.com. Die Webseite von Christoph Olszowka bindet auf Basis eines Künstlernamens den Wikipedia-Text dazu, Flickr-Photos, last.fm-Künstlerdatenbank und MySpace-Blogsuche ein. So erhält der Nutzer auf einen Blick alle wichtigen Informationen zu seinem Lieblingskünstler.

Die kostenlose Herausgabe solcher Schnittstellen birgt allerdings auch das Risiko, dass diese Services übermäßig oft benutzt werden, auch wenn kein konkreter Grund besteht, diesen Dienst einzubinden. Wenn manche Seiten nur noch zur Ansammlung von zusammengewürfelten Mashups werden, ist dies für den Benutzer kein Mehrwert. Gerade die angesprochenen Karten machen laut der Webseite "Programmable Web" 45 Prozent der Mashups aus.

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Sonst besteht die Gefahr, dass viele Homepages in Zukunft wieder an die wenig ästhetischen Anfangszeiten des Webs erinnern. Nur werden die blinkenden animierten GIFs dann den wahllos platzierten flickr- oder Google Maps-Boxen und zusammenhangslos präsentierten RSS-Feeds gewichen sein.

Die Kunst besteht darin, die Dienste bzw. Informationen so zu kombinieren, dass der Nutzer etwas Neues davon hat. Eine interaktive Karte sieht zwar nett aus, ist aber für sich alleine wenig sinnvoll. Kombiniert man diese Karte aber beispielsweise mit einer Kleinanzeigenfunktion, sodass der Standort der Artikel automatisch auf der Karte angezeigt wird, ist dies schon nützlicher. Gerade diese Anpassungsarbeit macht die Herausforderung beim Verwenden von Mashups aus.

Wenn jemand bestehende Dienste kreativ und nutzerfreundlich so neu kombiniert, dass daraus quasi ein neuer Service entsteht: Das ist der große Nutzen von Mashups. Bilder von Homepage A, Texte von Homepage B und dazu Videos von Seite C. Mashup-Programmierer sind ein wenig die DJs des Internetcontents. Nicht ohne Grund wird die Weiterverwendbarkeit von Inhalten deshalb auch "Remixability" genannt.

Die schöne, neue Contentwelt bietet aber nicht nur Möglichkeiten, sondern womöglich auch Risiken. Denn gerade bei aufwändigen Diensten wie den Geodaten droht langfristig unter Umständen die Gefahr der Monopolisierung. Denn wenn große Services, wie Google mit seinen Google Maps, überall leicht und kostenlos verwendet werden können, wird der Wettbewerb damit schon fast im Ansatz verhindert. Es wäre eine Art Monokultur, wenn sich zu viele kleinere Seiten auf den Content der großen verlassen und kaum noch eigenes Material produziert wird.

Einen sehr guten Überblick über Mashups und die benötigten Schnittstellen bietet die Webseite programmableweb.com.

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