Google Earth: Version 10.0 eventuell mit Live-Bildern?

Totale Überwachung

Die Vorstellung von einem Programm mit solchen Möglichkeiten ist beängstigend und momentan undenkbar, sowohl technisch als auch moralisch. Doch hätte man in den Sechzigern von einer Software berichtet, die Satellitenaufnahmen des ganzen Planeten beinhaltet und die für jeden zugänglich ist, hätte man wohl auch nur lautes und ungläubiges Lachen gehört.

Werbung

Jedem Internetbürger würde ein solches Tool die Möglichkeiten der Spezialagenten aus den großen Hollywood-Streifen bieten. Der Chef könnte zum Beispiel kontrollieren, ob seine Mitarbeiter auf Dienstfahrten auch wirklich den direkten Weg nehmen, oder ob sie einen Abstecher nach Hause machen. Die Ehefrau könnte kontrollieren, ob sich der Mann auch wirklich auf Dienstreise befindet oder doch mit den Freunden auf Sauftour ist.

Technisch undenkbar

Google Earth Live anzubieten würde bedeuten, dass jeder Ort der Welt jederzeit von mindestens einem Satelliten beobachtet werden könnte. Ferner müsste der Benutzer die Satelliten sogar mit Hilfe der Software ausrichten, also bewegen können. Möglich ist das sicherlich, aber nicht für die ganze Welt und vor allem nicht kostenlos. Von dieser Wunschvorstellung müssen wir uns also verabschieden, den wahren Big Brother wird es nicht geben.

Anwendungsmöglichkeiten auch ohne Live-Funktion

Ein Live Google Earth wird es also nicht geben, aber es gibt durchaus interessante Anwendungsmöglichkeiten. So zeichnet sich bereits heute der Service-Aspekt von GE ab. Wie man es von einem Suchmaschinenbetreiber erwartet, ist auch Google Earth eine Suchmaschine. Bislang ist die Suche noch auf öffentliche Gebäude, Restaurants, oder Tankstellen beschränkt, doch das Verzeichnis wird stetig größer.

verzeichnisk 1164291838

Momentan beschränkt sich die Branchensuche auf Hotels, Restaurants und andere öffentliche Gebäude. die Zahl der Angebote steigt jedoch stetig.

Immer ein Stadtplan griffbereit

PDA und UMTS sind schon heute verfügbar, in fünfzehn Jahren wird ein Taschencomputer mit ordentlichem Display und ständiger Internetverbindung höchstwahrscheinlich zur Grundausrüstung eines jeden Städters gehören. Damit wird ein Papier-Stadtplan gänzlich überflüssig, denn GE bietet dann eine perfekte Orientierunghilfe in Großstädten. In Kombination mit einem GPS-Empfänger könnte der Benutzer zum Beispiel ein bestimmtes Haus innerhalb von GE anklicken und der Taschencomputer dirigiert einen direkt dorthin.

Realistische Vision

Schon in einem Artikel über das Online-Rollenspiel Second Life ist die Vision von virtuellen Verkaufsräumen aufgekommen. Wie die neueste Entwicklung der Online-Globen zeigt, enstehen in den großen Städten schon texturierte 3D-Gebäude. Diese Welten könnten aufeinander treffen, so könnten einzelne Gebäude, die in GE aus der Luft zu sehen sind, auf diese Art virtuell betreten werden. Online-Shop und reales Geschäft würden verschmelzen. Mit einem virtuellen Charakter könnte man durch die Auslagen des Nike-Stores in New York spazieren, um sich neue Schuhe zu besorgen und virtuelle Mitarbeiter würden für Beratungsgespräche bereitstehen.

museumk 1164634202

Nicht nur für den Einkauf ist dieses Szenario interessant. Kunstwerke zum Beispiel sind meist nur an einem bestimmten Ort der Welt zu sehen, die großen Museen könnten so die virtuellen Pforten der ganzen Welt öffnen. Sicher ist, dass der Marketing-Aspekt von Google Earth die Entwicklung bestimmt. Wohin der Weg geht, wird sich zeigen, netzwelt bleibt in jedem Fall am Ball.