Flüsterleiser Multimedia-PC mit MediaPortal
Open-Source-Entertainer: Ichbinleise PC MP 5 im Test
Anders als die meisten anderen Wohnzimmer-PCs setzt der ichbinleise MP 5 nicht auf das Windows Media Center von Microsoft, sondern wurde zusammen mit den Schöpfern der deutlich vielseitigeren Open-Source-Software MediaPortal entwickelt. So beherrscht der Home Entertainer weit mehr als bloß essentielle Dinge wie zeitversetztes Fernsehen via DVB-T, Kabel oder Satellit sowie die Wiedergabe von Filmen und Musik. Außerdem verspricht der Herstellername keineswegs zuviel - tatsächlich arbeitet der schicke Unterhaltungsrechner flüsterleise. Dabei verbraucht er nicht mehr Strom als ein gewöhnlicher Büro-PC.
Inhaltsverzeichnis
- 1Solider Charakterdarsteller
- 2Keine halben Sachen
- 3Open Source optimal
- 4Viereckige Augen vorprogrammiert
- 5Anschlüsse en masse
- 6Kein Schluckspecht
- 7Fazit
- 8Alle Daten auf einen Blick
Ganz im Stile einer heimischen Hi-Fi-Anlage liegt der MP5 flach und steht nicht hochkant wie ein normaler PC. Dank seiner massiven Frontpartie aus gebürstetem Aluminium wirkt er sehr edel und gediegen. Zwei aufklappbare Blenden verdecken formschön DVD-Brenner, Wechselrahmen für eine zusätzliche Festplatte sowie Kartenleser und vordere Anschlüsse und schwingen bei Bedarf leicht gebremst auf. Eine schwarz glänzende Acrylglasleiste zieht sich neben dem großen runden Einschaltknopf in die Länge. Auf der linken Seite befindet sich ein geschickt integriertes Display mit blau leuchtender Beschriftung.
Inhalt
Viereckige Augen vorprogrammiert
Solider Charakterdarsteller
Als Basis dient dem ichbinleise PC MP5 das Desktop-Gehäuse LC20 aus dem Hause SilverStone. Vom Hersteller bliebt bloß noch das Logo übrig, der Schriftzug weicht einer wertigen ichbinleise-Plakette. Mehr Understatement als Protz versprüht das harmonische Design mit schön abgerundeten Ecken und Kanten. Zwei gelochte Luftauslässe links und rechts verleihen dem Ganzen eine leistungsfähige Optik. Zum insgesamt sehr soliden Charakter wollen die etwas lockeren Frontblenden nicht so recht passen, an den Seiten schließt die Vorderseite zum Teil nicht ganz sauber mit dem Rest des Chassis ab. Gemeckert wird hier allerdings auf hohem Niveau, denn die Verarbeitungsqualität ist davon abgesehen mehr als ordentlich.
Zur unaufdringlichen Sorte zählt neben der wahlweise schwarzen oder silbernen Außenhülle auch die Geräuschentwicklung des potenziellen Wohnzimmer-PCs. Obwohl summa summarum vier größere Lüfter zum Zuge kommen, ertönt kaum mehr als das leise Flüstern von einem Rauschen und Brummen. Hinzu kommt ein akustisch ebenfalls absolut vertretbares Rattern des Netzteils. Die 0,8 Millimeter starken Stahlblechwände sowie die über Vibrationskiller montierten Lüfter lassen nur wenig Raum für Vibrationen. Zudem halten die langsam rotierenden Propeller die Geräuschkulisse ausgesprochen niedrig.
ichbinleise PC MP 5 im Test
....die etwas klapprigen Frontblenden, hinter denen sich der Lightscribe-Brenner, ein Festplatten-Wechselrahmen sowie....
Eine schnelle Grafikkarte gibt es nicht ab Werk, dafür bis zu fünf TV-Tuner auf Anfrage.
Nicht das Windows Media Center von Microsoft, sondern die Open-Source-Software MediaPortal sorgt für hohen Unterhaltungswert.
Von hinten wie von vorne bietet der Unterhaltungskünstler eine Menge Anschlussmöglichkeiten.
Trotz der großen Lüfter arbeitet der Multimedia-Rechner ausgesprochen leise.
Das blaue leuchtende Display wurde penibel auf MediaPortal abgestimmt und zeigt neben Informationen zu gerade laufenden Musik- und Video-Titeln unter anderem sogar die Schlagzeilen aktueller Nachrichten.
Alles ist sauber verlegt und eingerichtet, hier waren Profis am Werk.
Bei der Verwaltung umfangreicher Musik- und Video-Archive hilft eine praktische Datenbank.
Der gerade aktive Programmordner von MediaPortal wird auch im Display angezeigt.
Keine halben Sachen
Nach dem Auspacken und Anschließen müssen wir kaum noch Hand anlegen, denn das meiste ist bereits fix und fertig vorkonfiguriert. Auch unter der Haube setzt sich der hervorragende Eindruck nahtlos fort - hier waren Profis am Werk. Vom BIOS- bis zum Startbildschirm des Betriebssystems ist alles auf die MediaPortal-Freeware eingestellt. Dass es sich um Windows XP handelt, wird erst beim Anblick der altbekannten Task-Leiste deutlich. Doch ein paar Sekunden später weicht der Windows-Desktop bereits der Oberfläche von MediaPortal.
Einen Komplett-PC zu kaufen bedeutet nicht gleichzeitig, ein sauberes System zu bekommen. Oft wird die mitgelieferte Software scheinbar wahllos auf der Festplatte verteilt und der Nutzer von der schieren Masse an Desktop-Icons, Systemtray-Symbolen und Hintergrundprozessen regelrecht erschlagen. Anders der ichbinleise PC MP 5: Von dem vorliegenden Gigabyte Arbeitsspeicher nimmt Windows nur knapp ein Zehntel. Und das ist auch gut so, da die On-Board-Grafikkarte allein in der höchsten Einstellung bereits 256 Megabyte veranschlagt.
Wer nach Hardware-technischen Höchstleistungen sucht, wird beim MP 5 nicht fündig werden, dafür gibt es andere Modelle wie den E5 von Hush oder den PC C30 aus eigenem Hause. Allerdings sorgt der flotte Dual-Core-Prozessor dafür, dass der Unterhaltungswert nicht sonderlich lange auf sich warten lässt. Ältere 3D-Titel wie "Quake 3" oder 2D-Spiele bewältigt der integrierte Nvidia-Chip völlig ruckelfrei.
T-Shirt oder Regenjacke? MediaPortal zeigt
sogar den Wetterbericht (Klick vergrößert).
Open Source optimal
MediaPortal präsentiert sich nach dem Start gewohnt übersichtlich und leicht bedienbar. Wie beim Hush E5 wurde das Display speziell auf das Display abgestimmt, das außer Datum und Uhrzeit auch die Schlagzeilen aktueller Nachrichten präsentiert. Bei der Musik- und Video-Wiedergabe werden Titel per Laufschrift sowie die abgelaufene und Gesamtzeit angezeigt. Bei Videos merkt sich MediaPortal sogar die Stelle, wo zuletzt abgebrochen wurde. Wer wissen will, ob er in den nächsten Tagen besser T-Shirt oder Regenjacke anzieht, schaltet per mitgelieferter Fernbedienung einfach zum regionalen Wetterbericht.
Bei einer Festplattenkapazität von 500 Gigabyte bis zu satten 1,5 Terabyte dürfte es weniger an ein Wunder grenzen, wenn sich mit der Zeit riesige Archive von Musik- und Video-Dateien anhäufen. Dafür, dass man nicht irgendwann den Überblick verliert und nichts mehr wiederfindet, sorgen die umfangreichen Datenbanken von MediaPortal und die bequeme Verwaltung derselben. Im Setup besteht darüber hinaus die Möglichkeit, bestimmte Medien-Ordner mit einem PIN-Code gegen unbefugten Zugriff zu schützen.

Sagen Sie Ihre Meinung!