Ballmachtsansprüche
FIFA 07 vs. Pro Evolution Soccer 6 im Test
Sport
Das Gameplay spricht wie erwartet für Konamis Fußballsimulation. Ob beim Gestocher im Fünfmeterraum, Aufsetzern oder Pressschlägen - einmal mehr gilt: Der Ball ist der Star, rollt und fliegt er doch mit unvergleichlicher Dynamik. Taktisch zeigt sich "Pro Evolution Soccer 6" ebenfalls variabler. Während die computergesteuerten Kicker in "FIFA 07" überwiegend durch die Mitte in den gegnerischen Strafraum drängen oder Flanken aus dem Halbfeld schlagen, erweisen sich die Konami-Kicker als wahre Flügelflitzer. Über die Außen stoßen sie häufig bis zur Grundlinie vor und versuchen in den Rücken der gegnerischen Abwehr zu spielen; mal hoch, mal tief. Und wenn am wenigsten damit zu rechnen ist, setzt der Flügelspieler zum Dribbling in den Sechszehner an.
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Seine Einzigartigkeit stellt "Pro Evolution Soccer 6" aber auch in scheinbar harmlosen Spielsituationen unter Beweis - oder gerade dann. Vieles, was der echte Fußballalltag an Unwägbarkeiten zu bieten hat, taucht in "Pro Evolution Soccer 6" früher oder später auf. Das verdeutlichen Torabschläge, die ein dicht besiedeltes Mittelfeld passieren und lauernden Stürmen unverhofft Chancen bieten.
Bei "FIFA 07" ist hingegen davon auszugehen, dass ein flaches oder halbhohes Zuspiel irgendwelche Füße oder Köpfe erreicht, ganz gleich, zu welcher Mannschaft das jeweilige Körperteil gehört. Gegenüber der Vorjahresversion wirken die Aktionen zwar flexibler und glaubhafter, trotzdem macht "FIFA 07" im Vergleich zur japanischen Konkurrenz den mechanischeren Eindruck.
Streng aber konsequent: Vor allem die Vorteilsregelung wenden "Pro Evolution Soccer"-Schiris gewissenhaft an. Etwaige Karten werden bei der nächsten Spielunterbrechung nachgereicht.
Seine optische Dominanz hat "FIFA" schon vor Jahresfrist eingebüßt. In der Endabrechnung macht es nur deshalb den nobleren Eindruck, weil vor allem die Stadien professioneller umgesetzt sind. "Pro Evolution Soccer 6" kontert mit den feineren Bewegungsabläufen. Es ist schön anzusehen, wie die Kicker nach Zweikämpfen ins Straucheln geraten, sich beim Hechtkopfball die Wirbelsäule verbiegen oder beherzt Bälle und Gegner abgrätschen. Das aus albernen Pappfiguren bestehende Publikum sorgt hier wie da für Ernüchterung.
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