Ballmachtsansprüche

Sport: FIFA 07 vs. Pro Evolution Soccer 6 im Test

Im WM-Jahr 2006 standen die Rivalen "FIFA 07" und "Pro Evolution Soccer 6" unter besonderer Beobachtung. Netzwelt hat sich bei dem Gipfeltreffen als Schiedsrichter versucht. Warum schon vor dem Anpfiff die erste Karte gezückt werden musste und ob Oliver Kahns Extrawurst auch dem Bayernfan schmeckt, klärt ein Spielbericht.

FIFA 07 vs. Pro Evolution Soccer 6 im Test
EA Sports stärkster Joker: Die aktuelle FIFA-Lizenz umfasst mehr als 500 Vereins- und Nationalmannschaften. "Pro Evolution Soccer 6" versucht mit ausgewählten Klubs, Verbandsmannschaften und Ligen Schritt zu halten, etwa der italienischen Serie A.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Kahn kann's nicht lassen
  2. 2Gilt auch für PES 6: Im Fußball ist alles möglich
  3. 3Das ist Bigfoot

Um bei der Kartenmetapher zu bleiben: Normalerweise hätte es eine Gelbe für das "FIFA 07"-Handbuch getan, aber wer regelmäßig Games von Electronic Arts kauft, weiß um die Unverhältnismäßigkeit des Begleitmaterials: Während die Dicke der EA-Werbebroschüre nur noch von deren Farbenpracht überboten wird, schmachtet das dünne Handbuch des eigentlichen Spiels auf schwarz-weißem Billigpapier. Das Thema Umweltschutz motiviert den Weltmarktführer sicher nicht so sehr wie die Senkung von Produktionskosten. Rot dafür! Das Handbuch zu "Pro Evolution Soccer 6" ist nicht nur zweimal dicker, es lässt außerdem Farben sprechen.

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Unmittelbar nach der Installation, in beiden Fällen von DVD-ROM, schneidet "Pro Evolution Soccer 6" ebenfalls besser ab. Das Auftaktvideo mit artistischen Realszenen wirkt frischer und ist höher aufgelöst als der "FIFA 07"-Renderfilm. Kommen danach die Menüs, wendet sich das Blatt. Was "Pro Evolution Soccer 6" mit klobigen Balken und Schachtelstruktur an Formgefühl und Funktionalität liegen lässt, fällt im Designvergleich mit "FIFA 07" umso deutlicher ins Gewicht.

Kahn kann's nicht lassen

Da, wo bekanntlich die Wahrheit liegt, kann "FIFA 07" für eine erste kleine Überraschung sorgen. EA Sports bringt die Ballphysik glaubwürdiger auf den Platz als im Vorjahr. Das Leder prallt nun realistischer ab, verspringt nachvollziehbarer und wirkt somit weniger einer unsichtbaren Schnur folgend. Somit vollzieht die Reihe einen weiteren Schritt in Richtung Simulation. Traumtore, oder besser: Torträumereien, die den Ball über Entfernungen von 40 Metern in die Maschen bugsieren, sind in "FIFA 07" noch möglich, aber rar. Mehrere Partien mit aktuellen Originalmannschaften führen im Test nach teils spannenden Schlussminuten zu knappen und an Toren nicht reichen Endresultaten.

FIFA 07 vs. PES 6

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Danach folgt der Versuch, dieselben Mannschaften in "Pro Evolution Soccer 6" gegeneinander antreten zu lassen. Mangelnde Lizenzen erschweren das Vorhaben. So ist die bisher gewohnte Beinahe-Bundesliga mit Ausnahme der lizenzierten Müncher Bayern überhaupt nicht vertreten. Als einziger Bayernakteur läuft nur Oliver Kahn exklusiv für "FIFA 07" auf; nicht zum ersten Mal nimmt der dreifache Welttorhüter im Poker um Persönlichkeitsrechte eine Sonderstellung ein. Stellvertretend für Kahn hütet Rensing das "Pro Evolution Soccer"-Tor. Dass der Ersatzkeeper gleich in der ersten Partie ein Eigentor fabrizierte, indem er einen Rückpass über die Linie kullern ließ, soll nicht unerwähnt bleiben. Durch übermenschliche Kräfte zeichnet sich jedoch keiner der "FIFA"-Torhüter aus.

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