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20.11.2006
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Private Videos prominenter Amateurfilmer

YouTube und der neue Exhibitionismus der Internet-Promis

Internet & Netzwelt

Die Geschichte begann sehr verheißungsvoll: Zwei junge Studenten nahmen sich ein Vorbild an der amerikanischen Communityplattform Facebook und übertrugen das Konzept auf deutsche Studenten. Die Jamba-Brüder und die Spreadshirt-Gründer teilen ihre Erfahrungen mit StartUp-Unternehmen und halfen der Berliner Firma mit 5.000 Euro Startkapital. Das verhalf zu einem schnellen Erfolg. Mittlerweile zählt die Community bereits eine Millionen angemeldete Nutzer.

Doch dann wurde es dubios: Zunächst wurde der Firma vorgeworfen, die Idee und die Gestaltung von Facebook abgekupfert zu haben, was in Zeiten des Internets keine Seltenheit gewesen wäre. Aber nach einer privaten Partyeinladung im Web, die dem Titelblatt der Nazizeitung nachempfunden wurde, hat Dariani die erste Presseschelte erhalten. Richtig verrückt wird die Sache allerdings erst durch seine Videos, die bei YouTube zu sehen sind.

Der obige Clip zeigt den Unternehmer bei sehr peinlichen und ungeschickten Annäherungsversuchen in einer Berliner U-Bahn. Trotz der schlechten Qualität des Videos bleibt nicht verborgen, dass der schmächtige und klein gewachsene Dariani fast zehn Jahre älter ist als die Opfer seiner Begierde. So richtig schräg wird es allerdings erst in einem weiteren Clip. Der zeigt eine unschöne Toilettenkabine einer Berliner Diskothek, darin versucht er mit einer offensichtlich verwirrten jungen Dame ein Gespräch aufzubauen. Ergebnis: Er willig, sie uninteressiert.

Nachdem er mit diesen und anderen Eskapaden für reichlich Wind gesorgt hat, entschuldigte sich Dariani auf dem offiziellen Blog von StudiVZ für seine Ausrutscher und gestand seine Fehler ein. Ohne den Hintergrund der Start Up-Firma, für die sein Name seit einiger Zeit steht, hätte sich sicherlich niemand an diesen Vorkommnissen gestört.

Zeitreisen sind doch möglich

Auch ein Superstar macht mal Pause, isst Pommes, rülpst und erzählt Käse. Britney Spears zeigt uns in einem Vier-Minuten-Clip, wie sich eine millionenschwere Popsängerin in ihrer freien Zeit im Hotelzimmer verhält. Von Glamour und rotem Teppich ist nicht mehr viel geblieben. Stattdessen gibt sich die selbsternannte Pop-Prinzessin in Jogginghose, barfuß und mit Basecap.

Die Aufzeichnung wurde offenbar von Noch-Ehemann Kevin Federline aufgenommen. Ein Gesprächsverlauf ist nicht erkennbar, Brit beginnt zum Beispiel einen Satz mit: "Hör zu", um dann zu sagen, wie gut es sich anfühlt ihren Fuß zu kratzen. Derartige Filmchen bringen zwar keinen Nutzen mit sich, sie zeigen jedoch einmal mehr, das Geld und Ruhm nur den äußeren Eindruck verfälschen, hinter der Fassade der Pop-Prinzessin schlägt eben immer noch das Herz des Schulmädchens aus Louisiana.

Gleiches Recht für alle

Das Web zeigt einfach alles: Es gibt keinen Chefredakteur und zumindest in den meisten Ländern keine Zensur. Wer etwas von sich zur Schau stellen möchte, erhält mit dem Internet, vor allem aber mit den neuen Community-Plattformen, die uneingeschränkte Möglichkeit Privates öffentlich zu machen. Wer darüber hinaus noch berühmt ist, kann sich der Aufmerksamkeit der Menge sicher sein, ob das nun gut ist oder eben nicht.


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