Schnelles Gamer-Display für Shooter & Co.
Dell E207WFP im Test: Flachbildschirm mit guter Reaktion
Neben rasend schnellen PCs und Notebooks bietet Dell nun auch einen Flachbildschirm speziell für anspruchsvolle Gamer. Besonderheiten des schwarzen E207WFP: eine schnelle Reaktionszeit von nur fünf Millisekunden und die Fähigkeit, HDTV-Signale wiederzugeben. Außerdem bringt er 1.680 x 1.050 Punkte auf die 20 Zoll messende Mattscheibe. Wie spielbar er wirklich ist, haben wir uns näher angesehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Schneller, nicht schöner
- 2Bildqualität
- 3Zwiespältiges Freizeitvergnügen
- 4Fazit
Auf den ersten Blick wirkt der E207WFP wie ein optischer Rückschritt, da er stark an die Vertreter der älteren TFT-Generation erinnert, wie etwa den UltraSharp 2005FPW. Dafür entspricht wiederum der Standfuß dem modernen Dell-Design. Leider nur äußerlich, denn die Verstellmöglichkeiten sind äußerst beschränkt - und zwar auf den Neigungswinkel. Immerhin sind ein analoger und digitaler Anschluss mit HDCP-Unterstützung serienmäßig und passende Kabel inklusive.
Schneller, nicht schöner
Dank seines flotten TN-Panels mit fünf Millisekunden reagiert der E207WFP zwar erheblich schneller als die aktuellen Werkskollegen UltraSharp 2007WFP und 2007FP, doch dafür muss er sich optisch weiter hinten anstellen. Die Materialanmutung des rauen Kunststoffs ist weniger hochwertig, doch der Fuß steht mindestens ebenso stabil. Wer den Monitor auch einmal nach links oder rechts schwenken, ins Hochformat drehen oder gar in der Höhe verstellen will, kommt um eine mit zusätzlichen Kosten verbundene Wandhalterung nicht herum. Praktisch, dass man den unflexiblen Standfuß ohne Werkzeug mit ein paar simplen Handgriffen loswird.
Ein rechteckiger Ausschnitt leitet den Kabelsalat in geordnete Bahnen. Ob analog oder digital ist dem E207WFP offensichtlich egal, Unterschiede zwischen den beiden Signalquellen waren mit bloßem Auge jedenfalls nicht auszumachen. Über sechs leicht altbacken erscheinende Knöpfe gelangen wir in ein Dell-typisch übersichtliches Menü. Aus unerfindlichen Gründen befindet sich der Kontrastregler im Unterpunkt "Helligkeit". Für Windows-Nutzer dürfte dies aber kein echtes Hindernis darstellen, hier versteckt sich der Ausschalter schließlich auch hinter dem Startknopf.
Dell E207WFP im Test
Vier altbacken wirkende Knöpfe führen durch das übersichtliche On-Screen-Menü.
Wer mehr Verstellmöglichkeiten will, kommt um eine Wandhalterung nicht herum. Praktischerweise lässt sich der Standfuß mit bloßen Händen demontieren.
Leider wirkt der mattschwarze Kunststoff weniger hochwertig als beim Haus-Konkurrenten UltraSharp 2007WFP.
Der eckige Standfuß ähnelt dem der 20-zölligen Werkskollegen, bietet aber kaum Verstellmöglichkeiten.
Schneller, nicht schöner: Der flotte Flachbildschirm weckt Assoziationen zur vorherigen TFT-Generation.
Ob analog oder digital ist dem reaktionsschnellen LCD egal, qualitative Abstriche sind mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen. Dafür kommt der DVI-Anschluss dank HDCP-Unterstützung auch mit HDTV-Signalen klar.
Kabelsalat wird durch ein rechteckiges Loch im Standfuß in geordnete Bahnen gelenkt.
Bildqualität
Wie bei allen besonders spieletauglichen Flachbildschirmen fällt zuerst die geringe Sichtwinkeltoleranz ins Auge. Alles in allem erinnert der E207WFP stark an ein Notebook-Display, denn wie ein solches wird auch er schnell dunkler oder heller, sobald der Blick von weiter unten oder oben auf die Bildfläche trifft. Horizontal kann er sich aber dennoch sehen lassen und der Kontrast bleibt recht lange stabil. Obwohl bei genauerem Hinsehen etwas unregelmäßig, hinterlassen die kräftigen Farben einen durchaus guten Eindruck. Nichts für echte Grafikprofis zwar, dafür ohne störende Schminkspiegel-Charakteristik.
Überzeugen kann der E207WFP in puncto Helligkeit, die wir je nach Lichtverhätlnis sogar ein wenig herunterschrauben müssen, um unsere Sehorgane zu schonen. Die Schärfe ist angenehm hoch, kommt aber nicht an die des gleich großen UltraSharp 2007WFP heran. Bei der Ausleuchtung scheint Dell gespart zu haben, hier fängt sich der E207WFP ein großes Minus ein. Denn bei einem komplett schwarzen Bild kommen nicht bloß oben und unten hellere Rändern zum Vorschein, sondern auch große Querstreifen mitten auf der Anzeige. Je dunkler der Aufstellungsort, desto stärker tritt der Effekt in Erscheinung. Bei bunten Bildern lässt sich darüber allerdings schnell hinwegsehen.
Ebenfalls zur Streifenbildung neigt der E207WFP bei der Wiedergabe feiner Graustufen, während er das Differenzieren heller und dunkler Töne zumindest für die verwendete TFT-Technologie ausgesprochen gut beherrscht. Im Gegensatz zum leicht verwaschenen, ins Dunkelgrau tendierenden Schwarz brilliert das strahlende Weiß. Wie bei den Farben zeigen sich dabei jedoch schmale, dunkle Schleier am oberen und unteren Rand. Bei einer Auflösung von 1.280 x 1.024 Pixeln arbeitet die Interpolation gut, bei 1.024 x 768 sogar noch besser. Leider lässt sich das Verhalten bei niedrigeren Auflösungen nicht am Gerät selbst bestimmen. Ohne entsprechende Eingriffe am Grafiktreiber wird das Bild also stets auf die volle Größe gestreckt.
Zwiespältiges Freizeitvergnügen
Eine durchwachsene Vorstellung liefert der E207WFP bei vergnüglichen Freizeitaktivitäten abseits des Arbeitsalltags. Einerseits scheinen Videos nicht ganz sein Fall zu sein: Komprimierte Formate strotzen gerade so vor Klötzchenbildung, bei Hochauflösendem sieht die Sache zwar besser aus, aber immer noch grobkörniger als auf vielen anderen Flachbildschirmen. Lediglich die schönen Farben retten die eher mittelmäßige Wiedergabe ein wenig.
Eher ins Metier des E207WFP passen andererseits schnelle 3D-Shooter à la "Quake 4". Hier entstehen subjektiv noch weniger Nachzieheffekte als beim Konkurrenz-Titel "Half-Life 2". Bei Strategiespielen bewegt sich das Schlierenaufkommen ebenfalls auf einem absolut vertretbaren Niveau, bei Rennspielen ist es hingegen etwas ausgeprägter, aber immer noch akzeptabel. Für Hardcore-Gamer eignet er sich insgesamt besser als die zwei anderen aktuellen 20-Zöller aus dem Hause Dell. Für gut befinden wir zudem das Interpolationsverhalten, das Spiele-Grafiken auch auf niedrigeren Auflösungen noch gut aussehen lässt. Dann ist die ohnehin schon vorhandene Treppchenbildung allerdings noch stärker ausgeprägt.
Fazit
Machen wir es kurz und schmerzlos: Wer weitere 60 Euro erübrigen und auf das Plus an Spieletauglichkeit verzichten kann, sollte lieber gleich zum UltraSharp 2007WFP mit der besseren Ausstattung und Bildqualität greifen. Sensible Gamer mit akuter Schlieren-Allergie dürften mit dem reaktionsschnellen E207WFP aber dennoch glücklicher werden. Besonders positiv hervorzuheben sind die schönen und kräftigen Farben. Leider fallen Ausleuchtung und Blickwinkelabhängigkeit weniger ansehnlich aus.

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