Strassenverkehrsunordnung

Spieletest: Need for Speed Carbon

Nirgends werden Autos so gründlich recycelt wie bei Electronic Arts. Im zwölften "Need for Speed"-Jahr geht mit "Carbon" der nunmehr zehnte Ableger des Actionrennspiels an den Start. Wie im Vorgänger "Most Wanted" überbieten sich halbseidene Halbstarke mit Pferdestärken. Klar, dass wieder schneller gefahren wird als die Polizei erlaubt - im wahrsten Sinne des Wortes.

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Die auf Filmschnipsel verteilte Rahmenhandlung ist belanglos, knüpft aber wenigstens an die Geschehnisse des Vorgängers an.
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Asphalt-Assistenten
  2. 2Tunen als Formsache
  3. 3Rasante Rennen für den Massenmarkt

Im echten Leben schön anschnallen und langsam fahren. Nach dem obligatorischen Fingerhub des aktuellen "NfS"-Girls Emmanuelle Vaugier werden die Verkehrsregeln sogleich mit (Blei-)Füßen getreten. Ein hoch gezüchtetes Auto hat der Spieler aber nur so lange, bis der Anfangsfilm endet und der Rennhobel nach einem illegalen Rennen kaputt gefahren ist. Nun lassen sich zu Fuß aber schwer Renntrophäen sammeln oder neidische Blicke, weshalb für das Comeback an die Rennspitze zunächst bescheidener Modelle ausreichen müssen.

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Vor dem Start in die etwas kurz geratene Karriere buhlen drei Wagenklassen um die Spielergunst: Muscle Cars, Tuner und Exoten repräsentieren in der genannten Reihenfolge vor allem ihre amerikanischen, asiatischen oder europäischen Erzeugerländer. Nennenswerten Problemen sind "Carbon"-Spieler in keiner Karosse ausgesetzt. Dazu ist das Fahrverhalten der einzelnen Kategorien nicht differenziert genug. Selbst bei regennasser Fahrbahn bleiben die ca. 50 vorhandenen und fast durchweg aus "Most Wanted" bekannten Markenautos in der Spur.

Asphalt-Assistenten

Das hält aufstrebende Rennrüpel nicht davon ab, Hilfe von außen anzunehmen. Hat der Spieler durch siegreiche Rennen und diverse Herausforderungen erste Motormeriten verdient, klopfen computergesteuerte Mitläufer ans Garagentor. Aus einer maximal dreiköpfigen Crew können dann Assistenten für bestimmte Wettbewerbe rekrutiert werden. Im Einzelnen sind das Blocker, die gegnerische Fahrer attackieren, Scouts, die auf Abkürzungen hinweisen, und Schlepper, in deren Windschatten kurzfristige Spitzentempi aufgenommen werden. Abgesehen davon, dass bereits Konkurrenzprodukte wie "Juiced" die Möglichkeit boten, eigene Teams zu organisieren, kann sich das Mitmischen von Assistenten auch nachteilig auswirken: Speziell in Kurven blockieren die Karbon-Komplizen vereinzelt den Weg. Mit Samthandschuhen wird in der illegalen Rennszene bekanntlich niemand angefasst. Logische Konsequenz: Crewmitglieder dürfen jederzeit gefeuert werden.

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