Mashup kombiniert Songs mit Flickr-Fotos

Snapp Radio: Die Diashow für Last.fm

MTV war gestern: Heute setzen Netznutzer lieber auf Radio-Plattformen wie Last.fm, um neue Musik zu entdecken. Suns Forscher haben Last.fm nun mit Flickr kombiniert - mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

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Snapp Radio: Flickr und Last.fm Mashup - Snapp Radio: Flickr und Last.fm Mashup
Snapp Radio: Flickr und Last.fm Mashup

Suns experimentelle Musik-Visualisierungs-Plattform Snapp Radio baut auf einer simplen Idee auf: Die Seite stellt Fotos von Flickr.com dar, die zur gespielten Musik passen. Bei etwas etablierteren Acts klappt das auch schon erstaunlich gut: Wer beispielsweise Musik von Dr. Dre hört, bekommt alte Flyer der Rap-Formation NWA angezeigt. Tracks der Rock-Band Placebo führen dagegen zu Fotos der Musiker während ihrer Live-Auftritte.

Kleinere Indie-Bands können dagegen schon mal zu unerwarteten Ergebnissen führen. Anstelle von Band-Fotos tauchen dann plötzlich streckenweise Fotos schlafender Haustiere auf. Oder jede Menge Außenaufnahmen verschiedenster Flugzeuge. Wer dann einen Blick auf die ebenfalls eingeblendeten Song-Informationen wirft, findet meist schnell des Rätsels Lösung. Etwa, wenn die Band den Namen einer Fluglinie trägt.

Mashup wertet Last.fm-Tags aus

Snapp Radio nutzt für sein Mashup eines der Merkmale, das Last.fm unter seinen Nutzern so populär gemacht hat. Nutzer der Radio-Plattform können Songs und Musiker in typischer Web 2.0-Manier mit Tags versehen. Dr. Dre-Fans taggen so zum Beispiel Songs des Musikers mit dem Stichwort "NWA", da der Rap-Pionier in den Achtzigern Mitbegründer der Gruppe war.

Snapp Radio


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Snapp Radio wertet diese Tags dann gemeinsam mit Informationen wie dem Künstlernamen und dem Songtitel aus. Anschließend stellt es eine Reihe von Such-Anfragen an Flickr. Die Foto-Plattform setzt ebenfalls auf Tags. Wenn dort nun jemand seine digitalisierte Sammlung alter Hip Hop-Flyer hochlädt, taggt er einige davon möglicherweise mit NWA - und sorgt damit dafür, dass sie im Foto-Stream von Snapp Radio auftauchen.

Nichts für prüde Chefs

Snapp Radio-Entwickler Paul Lamere berichtet auf seinem Weblog, er habe die Plattform erstellt, um mehr über Web 2.0-Technologien zu lernen. Eine der ersten Lektionen war offenbar, dass Foto-Webseiten wie Flickr für so manche Überraschung gut sein können. "Leider sind die Fotos manchmal etwas anzüglich", so Lamere. "Wenn du ein bisschen dreckigen Blues oder Punk hörst, bekommst du früher oder später Bilder zu sehen, die am Arbeitsplatz nichts zu suchen haben."

Die gröbsten Probleme glaubt Lamere mittlerweile mit einem selbst gestrickten Filter für nackte Haut beseitigt zu haben. Gleichzeitig gibt er Nutzern die Chance, die Relevanz jedes Bilds für den jeweiligen Song zu bewerten.

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