Vorsicht: Codec-Packs aus dem Internet
Worauf man achten sollte
Wichtigster Punkt bei einem Codec Pack ist die Installation. Der Installer des Packs sollte schon direkt zu Anfang überprüfen, ob andere Codec-Packs installiert sind. Im Idealfall sollte der Installer auch nachfragen, ob er bestehende Codecs überschreiben darf. Denn wenn systemeigene Codecs vom Pack überschrieben werden, sind sie spätestens dann vollständig verloren, wenn man das Pack deinstalliert. Denn beim Deinstallieren wird alles gelöscht, was zuvor installiert wurde. Somit wären die Originalcodecs ebenso weg wie die des Packs und wir hätten Abspielprobleme mit dem entsprechenden Format.
Die Herausgeber der Packs warnen zwar auch selber davor, alle Codecs eines Pakets zu installieren und weisen auf Kompatibilitätsprobleme hin, aber Genaueres erfährt der Nutzer nicht. Doppelte Codecs/Filter sollten in jedem Fall vermieden werden.
In unserem Test war K-Lite das einzige Pack, das sich überhaupt dafür interessierte, ob schon andere Codec-Packs installiert sind und bot an, diese zuerst zu deinstallieren. Alle anderen ließen sich anstandslos über andere Packs "drüberinstallieren".
Deshalb kann es so passieren, dass serienmäßige Windowscodecs verloren gehen. Zudem enthalten manche Pakete eventuell nicht immer die neuste Version aller Codecs und man überschreibt sich so einen aktuellen mit einem älteren Codec. Außerdem ist es möglich, mehrere Codecs für das gleiche Format zu installieren und so hat man dann unter Umständen ein halbes Dutzend Plug-Ins für das gleiche Medienformat auf der Festplatte. So können Softwarekonflikte entstehen.
Diverses
Unter den Systemeigenschaften \"Hardware\", \"Gerätemanager\" lassen sich die installierten Codecs anzeigen
Ein Filter, der fast alles anzeigen kann und sich vielfach konfigurieren lässt
Autsch: gleich nach der Installation meldet \"Sherlock\" fehlerhafte Codecs
Daneben gibt es selbstversändlich noch die ganz banalen Risiken, dass der Nutzer sich auf einer unseriösen Seite Schadsoftware in Form von Viren oder Dialern herunterlädt. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Codecs normalerweise nicht um professionelle, kommerzielle Software handelt, sondern um lizenzfreie Open-Source-Produkte, deren Herkunft und Entwicklungsstand durchaus unbekannt sein kann. Deshalb bitte darauf achten, wo man seine Codecs bezieht.
Die Alternativen zu den Packs
Wir fassen noch einmal zusammen, welche anderen Möglichkeiten man als Nutzer hat, wenn eine Softwarekomponente fehlt. Wem es einfach nur darum geht, schnell und einfach alle Filme oder Songs abspielen zu können, für den dürfte ein umfangreiches Pack nicht die beste Wahl sein. Die enthaltenen Encoder wären dann überflüssig und das Risiko, Schaden anzurichten, bleibt dennoch. Einfacher wäre die genannte Möglichkeit, VLC zum Abspielen zu benutzen.
Die nächste Möglichkeit wäre, ffdshow zu installieren, denn damit lässt sich auch jedes gängige Format darstellen. Diese Lösung hat sogar den Vorteil, dass sämtliche Programme Zugriff auf die Filter haben und nicht nur eines, wie mit VLC. Allerdings ist ffdshow relativ kompliziert, wenn man sich in die Optionen begibt.
Eine saubere, wenn auch fortgeschrittenere Lösung wäre, die benötigte Komponente mittels GSpot auszulesen und gezielt nur diese zu installieren. Damit gefährdet man seine übrigen Codecs nicht und behält die Übersicht darüber ob, was und wovon etwas überschrieben wurde.
Fazit
Bei der Medienwiedergabe sollte man immer etwas vorsichtig sein und nicht voller Tatendrang oder Experimentierfreude alles, was man im Netz findet, übereinander installieren. Mit etwas Pech läuft dann hinterher überhaupt nichts mehr und erst recht hat der Nutzer keine Kontrolle mehr darüber, welcher Codec wofür zuständig ist. Wer umsichtig vorgeht und nicht gebrauchte Komponenten sorgfältig deinstalliert oder gar nicht erst auf seinen Rechner lässt, der wird aber auch mit einem stabilen Codec-Pack keine Probleme haben. Im besten Fall installiert man sich nur die wirklich benötigte Software.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 7 Beiträge
Durch die ganzen Codec Packs hab ich jetzt immer diesen Windows problem senden/nicht senden sch*** wenn ich WinAmp starte lol.
Nein, der MPlayer benutzt nicht die Windows-basierten Codecs, sondern verwendet - ähnlich wie der VLC - eigene Codecs. Diese müssen meines Wissens von der MPlayer-Seite noch gesondert heruntergeladen werden, um den...
Doch, K-Lite Codecpack und MPlayer könnten sich in die Quere kommen. Ich denke, dass MPlayer alleine auch seinen Zweck erfüllt. Zumal es für den Anfänger leichter sein sollte einen Player zu installieren als viele...
Doch, K-Lite Codecpack und MPlayer könnten sich in die Quere kommen. Ich denke, dass MPlayer alleine auch seinen Zweck erfüllt. Zumal es für den Anfänger leichter sein sollte einen Player zu installieren als viele...
Liegt der MPlayer sich den mit den K-Lite nicht bin die Quere?