Wann gibt Allofmp3 auf?

Schlinge wird immer enger

Auch Internetnutzer im hohen Norden bekamen bereits den langen Arm der mächtigen Musiklobby zu spüren. Ende Oktober 2006 entschied ein dänisches Gericht, dass der Internet-Provider Tele2 seinen immerhin rund 750.000 Kunden den Zugang zu Allofmp3 sperren muss. Schnell wurden Stimmen laut, die von Zensur sprachen und sogar den Vergleich mit China nicht scheuten. Sicher ist: Die IFPI erreicht mit der kompletten Sperrung der Webseite für rund 750.000 Internetnutzer eine neue Qualität im Kampf gegen den russischen Musikdienst. Praktisch gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass den Tele2-Internetnutzern die Allofmp3-Seite dauerhaft verwährt bleibt. Zum einen kann die Sperrung nach Meinung von IT-Experten technisch umgangen werden, zum anderen kündigte Tele2 an, in Revision zu dem Urteil zu gehen.

Schlimm genug für Allofmp3, dass bereits deutsche und dänische Nutzer systematisch von dem Musikdienst ausgeschlossen werden. Viel mehr dürfte den Download-Shop jedoch eine weitere IFPI-Aktion geschmerzt haben: Auf Druck der Musiklobby kündigten die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard die Zusammenarbeit mit Allofmp3. Damit ist der Musikdienst nur noch sehr eingeschränkt in der Lage, Geld von seinen Kunden einzunehmen.

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Allofmp3 ist zudem seit einiger Zeit auch Gegenstand der Verhandlungen zur Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation (WTO). Besonders die USA üben Druck auf Russland aus, das bestehende Urheberrechtsgesetz zu überarbeiten, um Webseiten wie Allofmp3 das Handwerk zu legen. Russland wird in einigen Tagen ein Handelsabkommen mit den USA unterzeichnen, welches als wichtiger Schritt in Richtung WTO gilt. Wie sich dieses Handelsabkommen und vor allem der bevorstehende Beitritt Russlands in die WTO auf die Situation des Musikdienstes auswirkt, ist noch unklar.

Sicher ist jedoch: Die Schlinge um den mittlerweile recht dünn gewordenen Hals Allofmp3s wird immer enger. Gleich von mehreren Seiten wird dem Download-Dienst teils arg zugesetzt. Die Aussichten für die Zukunft sehen entsprechend düster aus. Die IFPI wird wohl nicht eher Ruhe geben, bis Allofmp3 entweder eingestellt wird oder sein Angebot an andere Download-Shops anpasst. Das würde bedeuten: Keine freie Auswahl des Formats und der Songqualität mehr, keine kompletten Alben mehr für unter einen Euro, keine Songs mehr für ein paar Cent. Stattdessen: Musik in einem DRM-Format, mäßige Bitraten und saftige Preise.

Im Kampf gegen die Online-Piraterie hat die IFPI bereits oft gezeigt: Was der Musikindustrie im Netz nicht passt, wird früher oder später aus dem Weg geräumt. Davon können sowohl Napster als auch Kazaa oder Edonkey2000 ein Liedchen singen. Allofmp3 ist zwar keine Tauschbörse, trotzdem gesellt sich der Musikdienst wahrscheinlich eher früher als später zu diesen gescheiterten Webprojekten, die vom allmächtigen Goliath IFPI besiegt wurden.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 8 Beiträge

Ich finde, mittlerweile kommt jeder Musikfreak auch ganz gut auf seine Kosten ohne die Musikindustrie zu finanzieren. Dazu finde ich das Angebot von www.jamendo.com ganz gut. Auch Technologien werden hier richtig...

dann müssten es aber noch einige leute mehr machen. es gibt aber tatsächlich, dass muss der fairheit halber einmal gesagt werden, ein paar labels, die ihrer zeit richtig weit voraus sind. ein label bestand etwa...

Das gibt es erst wenn niemand mehr deren Zeug kauft. Die Macht schwindet zusammen mit dem Geld! Ich mache es so... seit Jahren. Grüße Grunzer

das wird es leider aber vorerst nicht geben. das würde ein umdenken bei den labels voraussetzen - und das kann noch dauern.

Auch ich kann nur sagen, das ich WMA mit DRM (und auch ohne) nicht für gut halte. Ich bin zwar auch bei napster als flatuser angemeldet, weil ich damit hlren kann, was und wann ich will, aber sobald irgendwer eine...

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