Russischer Musikdienst gerät immer mehr unter Druck
Wann gibt Allofmp3 auf?
Music Markt
Alles hatte so schön angefangen: Jede Menge Songs, unglaublich günstige Preise, DRM-freie Musik, Format und Qualität der Download-Songs frei wählbar. Als der russische Musikdienst AllofMp3 vor einigen Jahren startete, setzten die Macher des Online-Shops Maßstäbe in Sachen Kundenfreundlichkeit, technische Möglichkeiten und Preisgestaltung von Online-Musik. Das hat sich bis heute nicht geändert - kein Musikdienst bietet seinen Kunden mehr Service und günstigere Preise für Download-Songs. Allerdings hatte auch kein Musikdienst auf der Welt mehr Ärger mit der Justiz und der mächtigen Musiklobby als der russische MP3-Anbieter.
Praktisch vom Start weg war Allofmp3 Zielscheibe für Angriffe - vorwiegend aus Richtung der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry). Den internationalen Musikverband stört bis heute vor allem die Tatsache, dass Allofmp3 seine Musik nicht nur an russische Musikfans verkauft, sondern sein Angebot weltweit zur Verfügung stellt. Aus Sicht der IFPI fehlt Allofmp3 eine entsprechende Lizenz dazu. Allofmp3 sieht sich jedoch nicht im Unrecht und beruft sich seit einigen Jahren immer wieder auf eine Lizenz, die von dem russischen Pendant zur deutschen GEMA, der ROMS, erworben wurde. An die ROMS würden Gebühren bezahlt, die laut Allofmp3 schließlich andere Landesverwertungsgesellschaften anteilhaft einfordern könnten.
Damit gibt sich die IFPI jedoch nicht zufrieden und versucht seit einigen Jahren den Musikdienst zur Aufgabe zu zwingen. Gar nicht so einfach: Nach geltendem russischen Recht verstößt Allofmp3 nämlich gegen kein Gesetz. Zu diesem Ergebnis kam die Moskauer Staatsanwaltschaft. Eine entsprechende Untersuchung der Allofmp3-Aktivitäten war 2005 auf Druck der IFPI eingeleitet worden. Trotzdem ist die rechtliche Lage Allofmp3s nicht restlos geklärt. Das liegt vor allem daran, dass sich das russische Urheberrecht noch nicht umfassend mit Download-Musik beschäftigt hat. Eindeutige Gesetze fehlen häufig ebenso wie Gerichtsentscheide, die als Referenz dienen könnten.
Allofmp3 in Deutschland illegal
Die internationale Musikindustrie ist jedenfalls auch weiterhin der Meinung, dass Allofmp3 keine gültigen Lizenzen zum Verkauf von Downloadmusik außerhalb Russlands hat. Nachdem die Untersuchung durch die Moskauer Behörden aus Sicht der IFPI wenig glücklich verliefen, konzentrierte man sich bei der Musiklobby nicht mehr ausschließlich auf Russland, sondern versuchte auch in anderen Ländern gegen Allofmp3 vorzugehen.
Mit Erfolg - wie bereits zahlreiche deutsche Onlinemedien erfahren mussten. Im Mai 2005 wurde am Münchner Landgericht I eine Einstweilige Verfügung gegen Allofmp3 erlassen. Darin stellte das Gericht fest, dass der Verkauf von Download-Musik durch Allofmp3 nach Deutschland illegal sei, da entsprechende Lizenzen nicht vorhanden seien. Als Konsequenz aus dieser Einstweiligen Verfügung mahnte die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Waldorf im Auftrag der Musikindustrie einige Webseitenbetreiber ab, die Links zu dem Musikdienst auf ihren Seiten veröffentlicht hatten.
Auch ein letztes Aufbäumen des Heise Verlags nützte nichts. Nach zwei weiteren Gerichtsentscheiden stand endgültig fest: Allofmp3 besitzt keine Lizenzen für Deutschland, der Download von Musikdateien des Dienstes ist nicht legal und Links zur Allofmp3-Webseite dürfen auf Internetseiten aus Deutschland nicht veröffentlicht werden.
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Es wird Zeit der IFSP etwas entgegen zustellen. Zur zeit wird das Urheberrechtsgesetz neu geformt. Bombardiert Eure Abgeordneten mit Emails und Briefen. Die Privatkopie muss gesetzlich erlaubt bleiben, DRM darf nicht zum Nachteil der Verbraucher eingesetzt werden. Es muss z.B. weiterhin möglich sein, legal erworbene Musikstücke weiter verkaufen zu können. Kein Auskunftsrecht der Medienkonzerne gegenüber Internet-Providern. Wichtige Punkte die derzeit in Berlin verhandelt werden. Mischt Euch ein!
Die Privatkopie ist in Deutschland erlaubt. Dass das Kopierschutzumgehungsverbot dieses Recht weitestgehend aushebelt, ändert nichts an dem Fakt.
Dennoch hast Du natürlich Recht: WMA und Kopierschutz bringen Nachteile. Wenn es nur das Problem mit dem Weiterverkaufen der Musik wäre, wäre es gar nicht so schlimm. Dazu kommen noch Kompatibilitätsprobleme mit Systemen, Format-Wirrwar und komplizierte bis gar keine Möglichkeit Daten zu sichern.
Natürlich bin ich parteiisch (wegen akuma.de), dennoch kann es nur eine Alternative geben: MP3. Und wenn man weiterspinnt, um sogar MP3-Patent-frei zu agieren: Ogg Vorbis. Leider funktionert letzteres allerdings noch nicht auf allen Musik-Playern.
aber abspielen ohne speichern geht immernoch - auch nicht wirklich ganz verkehrt
Auch ich kann nur sagen, das ich WMA mit DRM (und auch ohne) nicht für gut halte. Ich bin zwar auch bei napster als flatuser angemeldet, weil ich damit hlren kann, was und wann ich will, aber sobald irgendwer eine günstige Musikflat auf den Markt bringt, die wie napster funkioniert, würde ich sofort dort kündigen und zum neuen Angebot wechseln.
das wird es leider aber vorerst nicht geben. das würde ein umdenken bei den labels voraussetzen - und das kann noch dauern.
Das gibt es erst wenn niemand mehr deren Zeug kauft. Die Macht schwindet zusammen mit dem Geld!
Ich mache es so... seit Jahren.
Grüße Grunzer
dann müssten es aber noch einige leute mehr machen. es gibt aber tatsächlich, dass muss der fairheit halber einmal gesagt werden, ein paar labels, die ihrer zeit richtig weit voraus sind. ein label bestand etwa nicht auf kopierschutz, statt dessen war denen eine hohe qualität der mp3 wichtig. zum anlocken soll man kostenlose mp3s nutzen (das machen zum beispiel nettwerk, matador, anti, epitaph und einige mehr). und der digitale download braucht zwei, drei leckerbissen, um die cd abzulösen. als ich das hörte, war ich schon ein wenig hoffnungsvoller gestimmt, dass sich die branche einmal ändern wird.
Ich finde, mittlerweile kommt jeder Musikfreak auch ganz gut auf seine Kosten ohne die Musikindustrie zu finanzieren. Dazu finde ich das Angebot von www.jamendo.com ganz gut. Auch Technologien werden hier richtig eingesetzt, wie das Verteilen von Alben via Torrent. Wer Mainstream aber mit der Musik definiert die im Radio läuft, hat da natürlich ein Problem. Spricht: Auch hinsichtlich Musikvielfalt tut sich was bei Musik unter CreativeCommon, bis wir die Lieder allerdings im öffentlichen Radio hören dürfte noch einige Zeit vergehen..
Gruß, user
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