Apple iTunes im Portrait: Zwangssoftware oder Alleskönner?
Musik teilen
Neben dem LAN-Sharing kann man die Musik auch über das WLAN verteilen. Dieses so genannte "AirTunes" funktioniert jedoch etwas anders. Die Musik wird in iTunes abgespielt und drahtlos im Apple Lossless-Format an eine Airport Express-Station gestreamt. Da dieser Accesspoint digitale und analoge Audioausgänge hat, kann die Musik so kabellos vom Rechner zur Stereoanlage gestreamt werden.
Platzbedarf vs. Qualität
Da wir hier einen Softwareplayer vor uns haben, gibt es einige Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Zunächst macht schon die Auswahl des Dateiformat einiges aus. Denn iTunes hat einige Codecs installiert, bzw. greift auf die Quicktimecodecs zu. Wer seine CDs mit iTunes archivieren will, sollte sich die Auswahl des Musikformats genau überlegen, um nicht entweder zu viel Platz oder zu viel Qualität zu opfern.
In den Einstellungen unter "Erweitert" >> "Importieren" legt man fest, in welches Dateiformat eine CD importiert wird. Wenn Speicherplatz unwichtig ist, nimmt man am besten verlustfreie Formate. Das wären in diesem Fall entweder WAV, AIFF oder Apple Lossless. Bei den meisten Nutzern ist der Speicherplatz aber schon ein Kriterium, da selbst im Lossless-Format noch mindestens 300Megabyte pro CD anfallen, bei den beiden anderen schnell doppelt so viel. Besonders bei mobilen Playern ist der Speicherplatz sehr beschränkt. Deshalb greifen die meisten Nutzer zu verlustbehafteten Formaten mit Datenreduzierung.
Wenn der Speicherplatz keine Einschränkung ist, empfehlen wir das Lossless-Format. Leider ist dieses Format nur zu Quicktime-basierten Programmen und den iPods kompatibel, da es ein proprietäres Apple-Format ist, was es für die meisten Menschen nutzlos macht. Freie Lossless-Formate wie FLAC unterstützt iTunes leider nicht, zumindest nicht offiziell. Dazu später mehr.
Wahl des Formats und Importieren einer CD
Für höchste Kompatibilität eignet sich der alte, aber verbreitete MP3-Standard am besten. So gut wie jeder Player, egal ob Software oder Hardware, kann dieses Format abspielen. Ein Wermutstropfen: der MP3-Encoder in iTunes ist nicht besonders gut. Deshalb können wir nicht empfehlen, diesen zur Archivierung zu benutzen. Der AAC-Codec von iTunes klingt bedeutend besser und ist immerhin noch zu einigen Playern und Programmen wie z.B. Winamp kompatibel. Wir empfehlen Bitraten ab 192kBit, idealerweise mit variabler Bitrate. Diese Qualität ist für normale Ansprüche ausreichend und vergleichsweise Platz sparend.
Equalizer und Klangverbesserung
Neben dem Format und der Bitrate entscheidet aber auch die Software selber mit über den Klang. Denn iTunes bietet mehrere Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. An erster Stelle wäre da der 10-Band Equalizer zu erwähnen. Dieser lässt sich relativ feinfühlig regeln und arbeitet sehr effizient. Teilweise etwas zu effizient, denn einige der 22 Presets schießen über das Ziel hinaus und klingen übertrieben dumpf oder spitz. Am besten stimmt man den Equalizer manuell ab oder lässt ihn gleich ausgeschaltet.
Ähnliches gilt auch für die so genannte "Klangverbesserung". Diese findet man unter den "Wiedergabe"-Einstellungen. Man sollte sich von dem Namen aber nicht zu sehr verleiten lassen, sie zu aktivieren. Diese Klangverbesserung basiert auf psychoakustischen Effekten, die dem Hörer einen subjektiven Klangunterschied "vorgaukeln".
Durch Verbiegung der Frequenzen und Phasenverschiebungen ergibt sich auf den ersten Höreindruck ein präsenterer Klang und ein breiteres Stereopanorama. Das ist nicht so schlimm, wie es sich jetzt vielleicht anhört. Denn beispielsweise auf kleinen Laptopboxen lässt sich der Klang so durchaus etwas aufpolieren. Wer jedoch über die Stereoanlage Musik hört, sollte die Klangverbesserung lieber ausgeschaltet lassen, da sie die Musik etwas verfälscht.
Erweiterungen: Freie Formate abspielen
Wir möchten hier noch einmal zu den Musikformaten zurückkommen. Mac-User haben es hier bedeutend besser als Windowsnutzer. Denn unter OS X lässt sich iTunes relativ leicht erweitern. Das bedeutet konkret, dass es einerseits ein tolles Lame-Plugin gibt, das es ermöglicht, kompatible und gleichzeitig auch sehr gut klingende MP3-Dateien zu speichern. Der Lame-Encoder klingt bedeutend besser als der von Apple integrierte Codec. Des Weiteren existiert ein Plugin sowohl für Macs und Windows, mit dem sich die freien Formate OGG Vorbis und FLAC abspielen lassen.
Die intelligenten Wiedergabelisten
Die intelligenten Playlisten
Mit den intelligenten Playlisten hat Apple ein weiteres Feature auf den Massenmarkt gebracht. Diese Playlisten sind dynamisch. Das heißt, dass für diese Playliste bestimmte Kriterien festgelegt werden und sobald ein Song diesen entspricht, wird er automatisch hinzugefügt.
Fazit:
Insgesamt hinterlässt iTunes einen zwiespältigen Eindruck. Auf der positiven Seite ist es umfangreich, aber übersichtlich - innovativ, aber benutzerfreundlich. Auf der anderen Seite ist es zu stark auf Apples eigenen Store ausgelegt. Immerhin lässt sich das Programm und das Hauptmenü in den Einstellungen so konfigurieren, dass man fast überhaupt nicht mehr auf den Store verwiesen wird.
In der Summe ist iTunes mit das Beste oder zumindest Komfortabelste, was es im Bereich der Musiksoftware gibt. Viele Features in iTunes sind Innovationen oder wurden zumindest erst mit iTunes in dieser Form verbreitet. Seien es die Bewertungsfunktionen, die Sortierungsfunktionen oder die gelungene Integration von Cover und Texten.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 8 Beiträge
Hallo, hab schon dreimal dieses seltsame progamm namens itunes runtergeladen.Jedsmal waren meine Film und Soundordner weg.Keine Ahnung wo.Ich glaub ja die nehmen meine für teures Geld gekauften...
Zitat: Itunes ist zwar kostenlos, als richtige Freeware kann man es aber kaum bezeichnen, da es zu offensichtlich darauf abzielt, dem Benutzer etwas zu verkaufen. Idealistische Freeware- oder gar...
Zitat: Hallo News Flash kennst du auch schon iTunes 8?. Naja, die Redaktion (@News Flash ist kein spezieller Nutzer) hat im Downloadbereich 8.0.2 im Moment. Wenn man auf Beiträge von...
Zitat: Die einen schwören darauf, andere rümpfen die Nase. Die Rede ist von Apples Musikverwaltung iTunes. Wir stellen das Programm kurz vor und zeigen die Neuheiten in Version 7. Dazu gibt es...
Warum den iTunes? Versuchen Sie mal MediaMonkey. Sieht gut aus und ist eingängig nachvollziehbar. sandleton