Spion und Teilzeitterrorist

Spieletest: Tom Clancy's Splinter Cell - Double Agent

Als Doppelagent sitzt der ehemalige Moralapostel Sam Fisher zwischen zwei Stühlen. Der Tod von Unschuldigen hier, die Zerschlagung einer Terrorbande dort. Das sorgt für Spannungen - und für Spannung sowieso.

Spieletest: Tom Clancy's Splinter Cell - Double Agent
Der Spion, der mich liebte: Mit seiner Zunge kann Sam sogar fremde Rachen ausspionieren.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Fishing for Compliments
  2. 2Auf Blickfang im Kunstschnee
  3. 3Sogar beim Laden spannend

Wer für das Alter finanziell vorsorgen möchte, tut gut daran, in jungen Jahren zwei Jobs auszuüben. Sam Fisher macht da keine Ausnahme. Im vierten Teil der "Splinter Cell"-Reihe findet der Superagent einen neuen Arbeitgeber; ein junges Team mit Idealen, das durch hohes Engagement die Welt nachhaltig verändern will. Mit anderen Worten: Fisher arbeitet für Terroristen. Die verbrecherische Clique nennt sich John Brown's Army (JBA), trägt weder Bart noch Turban und residiert im Herzen der USA.

Werbung

Den Weg auf die schiefe Bahn ebnen ausgerechnet die bisherigen Brötchengeber. Mit dem Ziel, es von innen auszuhöhlen, schleust die National Security Agency (NSA) ihren besten Mann in das Terrornetzwerk ein. Um das Vertrauen derer zu gewinnen, die früher als Strich auf seinem Kerbholz landeten, muss Fisher als getarnter Knacki einem inhaftierten JBA-Mann zur Flucht verhelfen. In den darauffolgenden Missionen wird weiterhin zweigleisig gefahren. Doch im Auftrag zweier grundverschiedener Organisationen verfolgt das Agentenass Ziele, die unvereinbar scheinen. Genau das macht den reizvollen Unterschied zu früheren "Splinter Cell"-Teilen.

Fishing for Compliments

Die Idee hinter diesem Fraktionensystem ist nicht neu. In vielen Rollenspielen wird das Handeln des Spielcharakters von unterschiedlichen Gruppierungen entsprechend quittiert. Stellt man sich in den Dienst einer Fraktion, verscherzt man es sich mit der anderen. Somit wandelt der Spieler als "Double Agent" auf einem schmalen Grat. Nicht wenige Aktionen wirken sich auf den Spielverlauf aus und können eine Mission sogar scheitern lassen.

Dem kann nur durch stetes Abwägen vorgebeugt werden. Zwei Balken in der unteren Bildschirmhälfte symbolisieren das Vertauen, das der Doppelagent im jeweiligen Lager genießt. Tötet er auf Geheiß des Terrorchefs einen Gefangenen, schwillt der JBA-Balken an. Widersetzt er sich dem Befehl, schwindet das Ansehen bei den Terroristen und die NSA fasst neues Vertrauen.

Ein besonderes Prickeln verursachen NSA-Aktivitäten, die unmittelbar in der Höhle des Löwen stattfinden. Um in der Basis der JBA Bombenbaupläne zu kopieren oder Server zu infizieren, dringt Fisher in so genannte Sperrbezirke vor. Wird er dabei erwischt, schmilzt das Vertrauen nur so dahin. Erst nach dem Verlassen solcher Sicherheitszonen stoppt der Abwärtstrend. Die öffentliche Verwendung von Digitalmikrofonen oder vergleichbaren Gadgets führt innerhalb der JBA-Basis ebenfalls zu Punktabzügen.

Spieletest: Tom Clancy's Splinter Cell - Double Agent
Im Multiplayermodus meistern Onlinespieler Missionen kooperativ oder liefern sich Duelle in Dreierteams.

Weil das Sympathiependel missionsübergreifend schwingt, empfiehlt es sich, auf ein gewisses Gleichgewicht zu achten. Sobald eine der beiden Balken den Nullwert erreicht, endet das Spiel. Weil aber nicht alle vorgegeben Missionsziele zwingend erfüllt werden müssen, bleibt in beide Richtungen Spielraum. Knifflig wird es in den seltenen Situationen, die kein sinnloses Vergeuden von Menschenleben dulden. Laufen dem Spieler zu viele Unschuldige vor die Flinte, reagiert die NSA bisweilen mit Vertrauensentzug.

Bekanntermaßen gelangt Fisher aber auch auf leisen Sohlen ans Ziel. In hellen Bereichen kann er sich in Schränken verstecken, unter Tische und Fahrzeuge flüchten oder an Rohren entlang kriechen. Elektronische Störsender setzen Überwachungskameras oder Lichtquellen außer Betrieb. Dank Nachtsichtgerät spioniert es sich im Dunkeln besonders ungeniert.

Links zum Thema

Kommentieren