Der beliebte Player auf dem Geek-Prüfstand
Apple iPod intim: Was unter der weißen Haube steckt
MP3-Hardware
Eine interessante Funktion, die kaum beachtet wird, sind die Notes, also die Notizfunktion. Damit lassen sich nicht nur einfache Textdateien unterwegs anzeigen, wie ein Einkaufszettel. Denn der iPod unterstützt eine Hypertextsprache, die stark an HTML angelehnt ist. Damit lassen sich sogar komplexere Präsentationen gestalten. Der Nutzer kann ein Menü mit mehreren Kapiteln anlegen, auf Texte, Bilder, Videos oder Musik verlinken. Auf unseren Beispielbildern verwendeten wir unseren Redaktions-Nano, der mit dem 5G jedoch annähernd identisch ist.
Notes-Funktion
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Eine Beispielnotiz auf unserem Nano
Diese Notes-Funktion ist wie geschaffen dafür, beispielsweise eine Audio-Führung in einem Museum zu basteln. Der Besucher wählt einfach das Kapitel des Exponats, vor dem er gerade steht. Dann wird ihm der passende Text dazu angezeigt und er hört einen Audiokommentar und kann weitere Bilder betrachten. Damit der Player von den Besuchern nicht zweckentfremdet wird, kann man den iPod so einstellen, dass er automatisch und ausschließlich in den Notes-Modus startet. Dazu muss eine "Preferences.txt" im Notes-Ordner liegen, die enthält. Dieser Modus heißt "Museum Mode". Mit dieser Preferences-Datei lassen sich auch noch andere Dinge konfigurieren, z.B. ob beim Abspielen einer Audiodatei der Text weiter angezeigt werden soll.
Notes-Funktion Quelltext
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.So ist unsere Notiz entstanden
Bilder werden im gleichen Ordner abgelegt wie die Notiz, Filme und Musik werden aus der Datenbank verlinkt. Deshalb ist hier nicht der Pfad wichtig, sondern der Name, den iTunes und iPod anzeigen. Den Textdateien können auch Titel zugewiesen werden, damit dieser und nicht der Dateiname im Menü angezeigt wird. Zusätzlich kann man verschiedene Schriftarten wählen. Wer tiefer einsteigen möchte: In der Linkbox unterhalb dieses Artikels verlinken wir auf Apples ausführliche Anleitung zu der Notefunktion.
Vorab ein kurzer Hinweis: Da Apple keine technischen Informationen zum iPod veröffentlicht, haben alle Angaben inoffiziellen Charakter.
Im iPod 5G arbeitet ein 80MHz Dualcore RISC-Prozessor: Portal Player PP5021C-TDF. Dies ist nicht nur eine CPU, sondern eher ein integrierter Chipsatz. Denn er ist nicht nur für die Rechenarbeit zuständig, sondern steuert sämtliche Hauptfunktionen. Er enthält Controller für USB 2.0, für die Festplatte und den RAM. Die Darstellung von JPEGs unterstützt der Prozessor ebenfalls hardwareseitig. Da der PortalPlayer auch encodieren kann, könnte der Chip neben dem Abspielen von Audioformaten auch aufnehmen. Beispielsweise mit dem iTalk wird der iPod immerhin zum Diktiergerät. Ausserdem übernimmt er die Grafikausgabe des iPod. Unschöne Treppeneffekte in der Darstellung werden durch Antialiasing gemildert.
Der Chip unterstützt zwar Hardware-MP3-Decoding, aber durch die ausreichende Rechenleistung, werden die Audioformate über Softwarecodecs abgespielt, was eine höhere Flexibilität bringt als feste Hardwarecodecs. Das eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, über so genannte "Hacks" mittels eines anderen Betriebssystems auch andere Formate abspielen zu können, solange die Rechenleistung ausreichend ist. Von Werk aus unterstützt der 5G folgende Audioformate: MP3, das MPEG4-Audio AAC, die PCM-Formate AIFF und WAV, Apple Lossless und das Hörbuchformat Audible. Zusätzlich spielt er die Videoformate MPEG4 und H.264 ab.
Das Hardwareschema des iPod
Die Videofunktion wird durch einen eigenen Videoprozessor ermöglicht. Ein Broadcom Videocore BCM 2722, wenn das jemand genau wissen möchte. Der Videocore ist ein DRM-fähiger Hardware-Videodecoder. Er kann laut Datenblatt MPEG-4 Video in VGA-Auflösung (640x480) mit 30fps in Echtzeit darstellen. Interessanterweise kann der Videocore nicht nur dekodieren, also abspielen, sondern auch enkodieren. Ein Videorekorder wird aus dem iPod aber nicht mehr: Für Echtzeitencoding reicht die Leistung des BCM nicht aus.
Auch andere Videoformate wird der weiße Flachmann vermutlich auch mit anderer Firmware nie abspielen können. Denn der Broadcom decodiert nur die genannten Formate mit Hardwarecodecs. Für andere Formate müssten Softwarecodecs verwendet werden, die weniger effizient arbeiten, und somit wäre eine flüssige Wiedergabe unmöglich. Der Videoprozessor ist zusätzlich für den TV-Ausgang zuständig.
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Links zum Artikel
- Anleitung zu den Notes (.pdf/englisch)
- Mehr über iPods auf netzwelt
- Test und Zerlegung des 5G (englisch)
- Tools für den Musiksynch
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