Apple iPod intim: Was unter der weißen Haube steckt
Den iPod ausspionieren
Das Prinzip, die Musik durch eine dynamische Suche zu finden, ist Teil der iPod-Philosophie. Man muss und soll sich als Nutzer nicht um Dateinamen und Unterordner kümmern. Das machen wir jetzt aber trotzdem.
Wer hinter die Kulissen seines iPods schauen möchte, kann sich die versteckten Dateien anzeigen lassen. Ein Hinweis vorab: Falls Sie unsere Tests nachmachen und Ihr Gerät anschließend nicht mehr ordentlich funktioniert - iTunes kann den Player wieder zurücksetzen. Um die versteckten Ordner anzuzeigen, muss zunächst in iTunes die "Verwendung als Volume", also als Laufwerk, aktiviert sein. In den Mediengalerien sind Bilder zu jedem Schritt hinterlegt.
Unter Windows öffnet man den iPod im Explorer und wählt aus der Fensterleiste: Extras - Ordneroptionen -> Ansicht-> "versteckte Dateien und Ordner anzeigen". Jetzt sehen wir einige Dateien und Ordner, die vorher unsichtbar waren. Der einzig relevante ist der "iPod_Control"-Ordner. Auf einem Mac funktioniert dies nicht ganz so komfortabel. Folgender Befehl im Terminal zeigt den Inhalt des wichtigen Ordners an:
defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles TRUE
"killall Finder" startet den Finder neu
Da der Befehl alle versteckten Dateien sichtbar macht, sollte man nach dem Spielen mit dem gleichen Befehl, aber mit dem Parameter FALSE die versteckten Ordner wieder ausblenden.
"iPod_Control" enthält alle wichtigen Dateien, die von der Software gebraucht werden. "Music" enthält die Musikdateien, die in durchnummerierten Unterordnern verteilt sind. In "iTunes" ist der Index der Musikdatenbank: "iTunesDB" und verschiedene Konfigurationsdateien.
iPod - die Ordnerstruktur
Dieser Ordner enthält alle wichtigen zentralen Dateien, vor allem den Musikindex iTunesDB
Wir öffnen das Terminal, das sich in Programme/Dienstprogramme befindet
Nun sind alle Dateien sichtbar. Da dieser iPod auch auf einem Mac verwendet wird, gibt es hier Dateien, die andere auf ihrem iPod nicht sehen.
Wie man die Ordner anzeigt und wo die wichtigen Dateien versteckt sind
Wir versuchen nun zu verstehen, wie der Index der Datenbank aufgebaut ist. Auf dem Computer ist das noch relativ einfach, denn die Index-Datei der iTunes-Bibliothek "iTunes Music Library.xml" unter "Eigene Dateien/Eigene Musik" ist eine .xml-Datei, die sich sogar mit einem Browser anzeigen lässt.
Dort kann man gut erkennen, wie den Songtiteln IDs zugeordnet sind und diese IDs dann wieder zu Playlisten gehören etc.
So muss dann beispielsweise in der Playlist "Zuletzt hinzugefügt" nicht der Name oder gar Pfad jedes Songs stehen, sondern es reicht die ID. Alle wichtigen Daten werden aus den Metadaten der Dateien ausgelesen und in der zentralen Datei gespeichert. Wenn der User nach bestimmten Dingen sucht, muss das System nur die IDs in den ausgewählten Kategorien auslesen und die dazu gehörigen Dateien heraussuchen.
Der Datenbank-Index auf dem iPod lässt sich nicht so leicht öffnen. Denn die "iTunesDB" ist aus Effizienzgründen hexadezimal codiert. Deshalb lässt sie sich nur mit einem Hex-Editor öffnen und anzeigen. Dort sieht man, dass auch im Hex-Code wie in der .xml-Datei die Metadaten und Details wie der Dateipfad versteckt sind. In der Bildergalerie haben wir ein Beispiel, wie das funktioniert. Im Textbereich des Hex-Viewers erkennen wir die Details zu dem Beispielsong. Wir sehen das Musikgenre, das Dateiformat, also Dinge, die dem Nutzer auf dem Display auch angezeigt werden, und den Pfad, der nur für die interne Verwaltung gebraucht wird: "iPod_Control/music/F02/CZYV.mp3". Und tatsächlich, hinter diesem Kürzel in diesem Ordner steckt exakt dieser Song.
Die Datenbank des iPods
Die Datenbank des iPods ist weit weniger übersichtlich. Rechts erkennt man aber doch einige Daten
... und so sieht der Index der Datenbank aus. Man erkennt die Metadaten und Pfade der Dateien
Wir sehen, dass dieser Song den Dateinamen CZYV.mp3 hat und in Ordner F02 liegt
Den Index auslesen
Die Datenbank gezielt sabotieren
Komfortabel ist das alles nicht, aber jetzt wissen wir, wie der iPod die Musik verwaltet. Für Fotos, CD-Cover und Videos funktioniert das übrigens genau so.
Destruktiv, wie wir nun einmal sind, wollen wir sehen, wie der iPod damit umgeht, wenn man eine seiner Audiodateien im Explorer löscht. Interessanterweise gleicht der iPod seinen Index nicht mit dem vorhandenen Datenbestand ab. Der Song bleibt weiterhin in allen Playlisten. Wenn man ihn auswählt, werden sogar ganz normal alle gespeicherten Daten wie Name, Laufzeit und das Cover angezeigt, weil aus der Datenbank ausgelesen. Dann überspringt der iPod den Titel.
Absichtlich eingebaute Fehler wie falsche Namen übernimmt die Datenbank ebenfalls. Zumindest wenn die iPod-Optionen in iTunes nicht auf "Synchronisieren" stehen, sonst werden die geänderten Daten sofort wieder überschrieben. iTunes hingegen meldet fehlende Dateien und korrigiert absichtlich eingebaute Fehler automatisch.
Der Index ist nicht darauf ausgelegt, sich selbst zu aktualisieren, wenn sich etwas ändert. Zumindest bei der Mediendatenbank. Die im Explorer ohne Tricks sichtbaren Ordner, also z.B. "Contacts", "Calendar" und "Notes" werden ausgelesen, wenn man sie im Player öffnet, und der jeweils aktuelle Inhalt angezeigt. Das ist logisch, da diese Funktionen dafür gedacht sind, auch mit dem Explorer verwaltet zu werden. Die letzte dieser Funktionen wollen wir uns etwas genauer anschauen.

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Da gebe ich lizeon vollkommen recht. Ich selbst habe zwar keine iPod aber ich musste mal ein paar Lieder von mir auf einen iPod rüberspielen. GRAUENVOLL. Ein normaler MP3 Player einfach...
Ich finde das System vom Ipod gelinde gesagt beschissen...zumal ich mir leider sleber einen gekauft habe. Dann mußte ich leider feststellen, dass man die songs nicht mal direkt löschen kann. Zumal die meisten meiner...
uups, das letzte Posting war von mir (ruedi01)
Aber es scheint, als drehten wir uns im Kreis... Das stimmt! Einem iPod Fan kann man eben nicht begreiflich machen, dass es auch noch was anderes (evtl. was besseres!) als den iPod gibt...
Da es in dem Artikel aber ausschliesslich um iPods ging und man ohne "Spezialsoftware" aber tatsächlich keine Songs zur Datenbank hinzufügen kann, ist sie das nicht. Aber es scheint, als drehten wir uns im...