Der beliebte Player auf dem Geek-Prüfstand
Apple iPod intim: Was unter der weißen Haube steckt
Patrick Woods
Auf der einen Seite gelten iPods als schicke Accessoires und stehen oft stellvertretend für MP3-Player überhaupt. Sie sind die bekanntesten und erfolgreichsten Player. Bislang wurden annähernd 70 Millionen Exemplare verkauft. Auf der anderen Seite werden sie aber auch gerne geringschätzig als Spielzeug betrachtet. Echte Technikfreaks halten sie oft für überschätzte Modeobjekte mit zu wenigen Fähigkeiten und zu vielen Einschränkungen. Wer hat recht? Was steckt unter der Haube des Kultplayers mit dem Apfel?
Inhalt
- Software
- Den iPod ausspionieren
- Die Datenbank gezielt sabotieren
- Die Notizen
- Die Hardware
- Der Hauptprozessor
- Der Videoprozessor
- Das Clickwheel
- Der Dock Connector
- Die übrige Technik
- Fazit
Rückblick: Der erste iPod von 2001 bestand für Apples Verhältnisse aus relativ viel eingekauftem Know-How. Der Chipsatz, auf dem der iPod basierte, war eine bereits existierende Lösung der Firma PortalPlayer, die für tragbare Mediaplayer konzipiert war. Die Software basierte auf einem Projekt der Firma Pixo. Apple übernahm dieses Projekt und entwickelte es weiter. Im Laufe der Generationen hat sich Apple immer mehr Know-How einverleibt und feilte an der Technik des iPod eigenständig weiter.
Wir schauen uns den iPod der fünften Generation, auch kurz iPod 5G oder iPod Video genannt, genauer an, räumen mit alten Mythen auf und zeigen versteckte Fähigkeiten:
Mit der dritten Generation wechselte Apple auf ein Echzeitbetriebssystem, das auf "RTXC" der Firma Quadros basierte. Dieses OS ist multitaskingfähig und leicht auf bestimmte Aufgaben anpassbar. Mit den Details wollen wir uns hier aber nicht aufhalten und schauen uns an, wie der iPod praktisch arbeitet.
Die Art, wie der iPod die Musik sortiert, ist Kerneigenschaft des Konzepts und der wesentliche Unterschied zu den meisten anderen tragbaren Playern. Denn der iPod organisiert die gespeicherte Musiksammlung in einem Datenbanksystem. Das bedeutet konkret, dass es eine zentrale Verwaltungsdatei - einen Index - gibt, in der alle wichtigen Informationen zu den eigentlichen Daten, bzw. Dateien, abgespeichert sind. Also vorhandene Künstler, Alben, Songtitel, wo sie gespeichert sind und so weiter. Dadurch entsteht diese bekannte Flexibilität bei der Sortierung und der iPod funktioniert ganz ähnlich wie die Musikverwaltung iTunes. Grundlage für die Sortierung sind die so genannten Metadaten oder auch Tags, die in den Audiodateien gespeichert sind.
Der aktuelle iPod
Es wird immer wieder behauptet, es sei Schikane von Apple, dass man Musik nicht über den Explorer oder Finder zur iPod-Bibliothek hinzufügen kann. Der Grund ist aber eher technischer Natur. Wenn ein neues Album zwar auf der Festplatte gespeichert, aber nicht in die Datenbank eingetragen wird, sieht die Software des iPods es nicht. Dieses Update nimmt iTunes vor. Wenn iTunes Musik auf den MP3-Player kopiert, trägt es gleichzeitig die neuen Daten in die Verwaltungsdatei ein.
Außer iTunes gibt es noch andere Programme, die auf die Datenbank zugreifen können. Die einzige Alternative wäre, einen Suchlauf in die Firmware zu integrieren, die alle neuen Dateien auf der Festplatte findet und in die Datenbank aufnimmt. Bei falschen oder unvollständigen Tags würden diese aber auch falsch in die Datenbank integriert. Einfacher wäre ein Dateibrowser, der die Dateien auf der Festplatte anzeigt.
Das ist jedoch aus einen anderen Grund nicht möglich: Seit iTunes Version 4.8 werden die Musikdateien beim Kopieren auf den iPod umbenannt. Sie erhalten eine vierstellige Buchstabenkombination als Dateiname. Vermutlich wurde dies einerseits getan, um zu verhindern, dass die Musik der Datenbank zu einfach ausgelesen werden kann, und andererseits um die Effizienz der Datenbank zu erhöhen. Immerhin kostet jedes Zeichen im Index Platz und damit auch Speicher und Rechenzeit beim Sortieren. Vier Zeichen statt 30 oder 40 machen bei mehreren Tausend Lieder einiges aus.
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Entschuldigung, aber es ist ziemlicher Unfug, wenn hier behauptet wird, dass iTunes (oder ein vergleichbares Tool) erforderlich sei, um die Musikdateien auf dem iPod zu organisieren und sinnvoll in die Verwaltungsdatei einzufügen.
Mein Archos kann direkt ohne Zwangssoftware mit Musikdateien beladen, einfach per drag-n-drop aus dem Dateiexplorer heraus. Nach dem Trennen der Verbindung zwischen Rechner und Player werden alle neu geladenen Files automatisch vom Player in die interne Library eingefügt. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden. Danach sind die hinzugefügten Files entweder komfortabel per ID3-Tags oder alternativ per Ordnernavigation verfügbar.
Will man eine sinnvolle Navigation über die Tags, dann müssen diese Metadaten in jedem Fall gepflegt werden, egal mit welcher Software sie auf den Player geschoben werden.
M.W. arbeiten die Player von iAudio mit einer ähnlichen Technik.
Fazit, eine Zwangssoftware zum Beladen des Players mit Musikfiles ist und bleibt technisch überflüssig und stellt für den Nutzer lediglich eine enorme Einschränkung dar. Man ist z.B. an die Betriebssysteme gebunden, auf denen die Zwangssoftware läuft (gibt es eine iTunes Version für Linux?). Und was da mit DRM abläuft, will ich gar nicht erst wissen.
Schade, dass diese Wahrheit hier keine Plattform findet.
Gruß
RD
Öhm, genau diese Optionen wurden doch beschrieben.
Entweder eine Software (egal welche) schreibt die neuen Tags in die Datenbank oder der Player sucht sich die neuen Daten selbst. Letzteres macht der iPod aber nicht.
Es gibt kein iTunes für Linux aber Synch-Tools für den iPod.
In der Linkbox sind sogar iTunes-Altenativen enthalten.
Es wird immer wieder behauptet, es sei Schikane von Apple, dass man Musik nicht über den Explorer oder Finder zur iPod-Bibliothek hinzufügen kann. Der Grund ist aber eher technischer Natur.
und warum dann diese Aussage?!?
Denn, dass es anders geht, zeigen die Player von Archos, in so fern keine technische Notwendigkeit.
Gruß
RD
Weil viele erfahrungsgemäß den Unterschied zwischen Datenbank- und Dateibrowser-basierter Navigation/Verwaltung nicht erkennen. Dass es auch anders ginge, blieb ja nicht unerwähnt. Von daher sehe ich die Angriffsfläche nicht. Es ging ja zudem lediglich darum, die Funktionsweise zu erklären, nicht diese zu bewerten.
Schönen Gruß
Weil viele erfahrungsgemäß den Unterschied zwischen Datenbank- und Dateibrowser-basierter Navigation/Verwaltung nicht erkennen.
...für die meisten iPod-User mag das vielleicht sogar stimmen.:D
Und so jemand versteht dann leider auch die Aussage falsch, dass man auf eine Spezialsoftware zum Laden der Musikdateien nicht verzichten kann, wenn man Ordnung auf seinem Player haben will...
In so fern finde ich die Aussage nicht nur missverständlich, sondern sogar falsch.
Gruß
RD
Da es in dem Artikel aber ausschliesslich um iPods ging und man ohne "Spezialsoftware" aber tatsächlich keine Songs zur Datenbank hinzufügen kann, ist sie das nicht.
Aber es scheint, als drehten wir uns im Kreis ;).
Gruß
Aber es scheint, als drehten wir uns im Kreis...
Das stimmt! Einem iPod Fan kann man eben nicht begreiflich machen, dass es auch noch was anderes (evtl. was besseres!) als den iPod gibt...
Gruß
RD
Ich finde das System vom Ipod gelinde gesagt beschissen...zumal ich mir leider sleber einen gekauft habe. Dann mußte ich leider feststellen, dass man die songs nicht mal direkt löschen kann. Zumal die meisten meiner Daten keine oder unzureichende Tags haben - und so die Playlists aussehen wie ne chinesesische Speisekarte - das das reine politik ist und eben KEINE technische Notwendigkeit hat ja Rüdi schon rausgestellt
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Da gebe ich lizeon vollkommen recht.
Ich selbst habe zwar keine iPod aber ich musste mal ein paar Lieder von mir auf einen iPod rüberspielen. GRAUENVOLL.
Ein normaler MP3 Player einfach anschließen und fertig!
Aber bei Apple erstmal in ruhe iTunes installieren eine Serial von diesem Player (Wer braucht ne Serial???) eingeben und als ich dann endlich dazu kam einige Lieder von mir auf seinen iPod zu laden löschte iTunes die schon vorhanden Lieder auf dem iPod.
Was kann man da noch schön reden ?
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