Doppel-Debüt im Notebook-Test: Asus F3Jp mit Core 2 Duo und Radeon X1700
Multimedia-Monster
Die vertikal sehr eingeschränkten Blickwinkel sind bei Notebooks gang und gäbe, das Asus F3Jp sticht hier nicht aus der Masse hervor. Von der Seite betrachtet bleibt es recht lange stabil und erhält erst bei großen Abweichungen eine vergilbt anmutende Patina. Für die intensiven Farben muss der Käufer allerdings starke Spiegelungen in Kauf nehmen, die besonders bei ergonomisch ungünstigen Lichtverhältnissen die Lesbarkeit beeinträchtigen.
Beim Wiedergeben von Videos macht das Hochglanz-LCD wiederum eine gute Figur, egal ob es sich um komprimiertes oder hochauflösendes Bildmaterial handelt. In spielerischer Hinsicht sorgt es außerdem für eine hohe Plastizität und zusätzlichen Realismus, das geringe Schlierenaufkommen gefällt. Weniger schön sind allerdings die starken Treppen-Effekte bei deaktivierter Kantenglättung sowie der dünne Klangteppich der übersteuernden Stereo-Lautsprecher.
Um herauszufinden, wie sich der Core 2 Duo gegen seinen Vorgänger ohne die Primzahl in der Mitte schlägt, vergleichen wir das F3Jp mit dem A6Jm, ebenfalls aus dem Hause Asus. Beide Prozessoren rechnen mit einer Taktfrequenz von 1,83 Gigahertz und besitzen jeweils zwei Megabyte L2-Cache. Bei den CPU-Messungen der Spiele-Benchmarks reißen uns die Unterschiede noch nicht vom Bürostuhl, obwohl der Core Duo der zweiten Generation stets vorne liegt. Trotz des schnelleren Prozessors muss sich das F3Jp in puncto Spiele-Performance geschlagen geben. Das Duell Ati Mobility Radeon X1700 gegen GeForce Go 7600 entscheidet Nvidia also klar für sich.
Ein völlig anderes Bild zeigt sich hingegen bei den System-Benchmarks, die vor allem für die Leistung von Programmen sowie im 2D-Betrieb entscheidend sind. Beim Multimedia-Testlauf von "Sandra" wollen wir unseren Augen kaum trauen: Bei der Ganzzahl-Berechung übertrifft der Core 2 Duo seinen Vorläufer um mehr als das Dreifache. Zum Vergleich: Selbst der wassergekühlte Rundum-Lautlos-PC von netzwelt mit einem auf 2,75 Gigahertz übertakteten Dual-Core-Prozessor von AMD leistet hier nur knapp die Hälfte.
Lautstärke, Leistungsaufnahme und Laufzeit
Eine positive Eigenschaft des F3Jp ist, dass man wenig von ihm mitbekommt. Aufdringlich wurde der Lüfter selbst beim Durchlauf der anspruchsvollen Benchmarks nicht. Im Leerlauf erklingt ein leises Rauschen, das sich erst dann wirklich bemerkbar macht, wenn man die Ohrmuschel direkt an das rückwärtige Lüftungsgitter hält. Bei starker Beanspruchung, etwa beim Spielen, steigert sich der Geräuschpegel hörbar, bleibt aber nach wie vor angenehm.
Gemessen an seiner Leistung zieht das potente Mittelklasse-Notebook relativ wenig Strom aus der Steckdose. Mit 74 Watt liegt die maximale Leistungsaufnahme aber immer noch etwa 20 bis 30 Watt über der eines weniger spieletauglichen Modells mit integrierter Grafik. Das Asus A6Jm mit langsamerem Prozessor und schnellerer Grafik verbraucht mit 101 Watt allerdings noch erheblich mehr.
Fazit: Gelungener Einstand
Sowohl Intels Core 2 Duo als auch Atis Mobility Radeon X1700 geben im Asus F3Jp einen durchweg gelungenen Einstand. Mit einem Straßenpreis von mindestens 1.400 Euro ist das Mittelklasse-Notebook zwar nicht ganz billig, wegen seiner Ausstattung und der zum Teil überragenden Performance aber durchaus preiswert. Viel Anlass zur negativen Kritik gibt es nicht, dazu zählen das stark spiegelnde Display und die kurze Akkulaufzeit. Letzterer lässt sich mit dem optionalen Hochleistungsakku beikommen, doch der kostet leider mindestens 150 Euro extra.
