Film wird komplett von Community erstellt
A Swarm of Angels: Mit Kollaboration zum Kinofilm
Janko Röttgers
Ein Team um den britischen Produzenten Matt Hanson will die Regeln des Filmgeschäfts mit einem Projekt namens "A Swarm of Angels" auf den Kopf stellen. Gemeinsam mit Internet-Fans will man einen Film nach dem Vorbild von Open Source-Software produzieren und finanzieren.
Egal ob in Hollywood oder Babelsberg: Wer Filme produzieren will, muss sich in der Regel selbst an ein fest vorgegebenes Drehbuch halten. Dazu gehört, dass Kino-Produktionen heute jede Menge Geld kosten. Geld, für das Filmstudios Garantien wollen. Stars zum Beispiel, die sich an der Kinokasse bezahlt machen. Oder auch die richtige Menge von Sex und Gewalt: Gerade genug, um das Publikum neugierig zu machen - aber nicht so viel, dass sich das Resultat nicht mehr an Jugendliche vermarkten lässt.
Wer sich auf solche Vorgaben nicht einlassen will, kann Indie-Filme machen. Mit vollem finanziellen Risiko - und der Chance, möglicherweise ein paar eingefleischte Filmfans in Indie-Kinos zu erreichen.
Für 37 Euro Engel werden
Einen dritten Weg will jetzt der britische Journalist und Filmproduzent Matt Hanson gehen. Hanson plant die Produktion eines Action-Films mit leichtem Horror-Einschlag - und zwar ganz ohne die Hilfe großer wie kleiner Studios. Sein "A Swarm of Angels" genanntes Projekt soll stattdessen von Filmfans weltweit finanziert werden.
Wer umgerechnet etwa 37 Euro in Hansons Filmfond einzahlt, darf sich an der Entwicklung des Films beteiligen und bekommt dafür den Ehrentitel eines "Engels". Hansons Ziel ist es, insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro mit solchen Spenden einzusammeln. Dazu braucht er 50.000 Spender.
Sobald die Finanzierung halbwegs sichergestellt ist, will Hanson mit der gemeinschaftlichen Entwicklung eines Drehbuchs beginnen. Dieses soll von Spendern in einem Wiki geschrieben und dann von Hanson selbst überarbeitet werden. Während der Produktion des Films soll die Community zudem beständig über zahlreiche Details entscheiden.
Freier Download ohne DRM
Der fertig produzierte Film soll schließlich kostenlos übers Internet verbreitet werden. Hanson will dazu auf Creative Commons-Lizenzen setzen, die Filmfans wiederum das Remixen und Weiterbearbeiten des Films erlauben. Außerdem plant er den Verkauf spezieller Sammler-DVDs.
Bisher hat das Projekt nach Angaben der Webseite rund 700 Mitglieder. Hanson scheint jedoch sicher, dass er früher oder später genug Freiwillige zur Vollendung des Films findet. "Im Netz sind 50.000 Leute nur ein Tropfen im Ozean", so Hanson.
Weitere Artikel zum Thema
-
Erster Open Source Film Deutschlands
Freie Filme für freie Bürger!
-
Streit um Creative Commons
Open Source-Meinungsführer: Lizenzen "unakzeptabel"
-
Vuze.com: Eigene Videos mit P2P-Power verbreiten
Bittorrent ermöglicht Clips in hoher Qualität
Links zum Artikel
Mehr über: Video
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
A Swarm of Angels: Mit Kollaboration zum Kinofilm
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben




