Verkehrte Netzwelt: Drogen am Arbeitsplatz

Alkohol

Große Teile der arbeitenden Bevölkerung kommen ohne einen gewissen Grundpegel erst gar nicht aus dem Bett. Nicht umsonst gibt es den guten Frühstückskorn. Bundesweiten Schätzungen zufolge sind über fünf Prozent aller Beschäftigten alkoholabhängig. Alkoholsüchtige sind auch wesentlich häufiger krank und bleiben der Arbeit viel häufiger fern als ihre trockenen Kollegen.

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Sofern der Arbeitgeber den Umgang mit dem flüssigen Zugenlockerer nicht ausdrücklich vertraglich geregelt hat, gibt es nicht einmal ein Gesetz, welches den Alkoholkonsum am Arbeitsplatz verbietet. Nur wer die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag auf Grund von übermäßigem Ins-Glas-Schauen verletzt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Geben Sie sich aber keinen Illusionen hin - allzu viele positive Effekte bringt das Glas Schnaps oder die Packung Pralinen am Arbeitsplatz nicht mit sich. Allerhöchstens lockert sich Ihre Zunge, Sie sagen Dinge, die Sie sonst besser für sich behalten hätten und schauen den knapp verhüllten Beinen der Sekretärin nur noch intensiver hinterher. Daher greifen Sie lieber zur Zigarette oder dem Kaffee, denn die dort enthaltenen Stoffe sind zwar ebenfalls schädlich, immerhin bringen sie eventuell aber einigen Nutzen mit sich. Wenn auch kurzfristig.

Cannabis

Verkehrte Netzwelt: Drogen am Arbeitsplatz

Dem Manager die Line auf der Toilette, dem Zivi und Lehrling das Pausentütchen. Laut Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. konsumieren etwa 270.000 Deutsche regelmäßig Cannabis, jeder Vierte gibt an, es schon einmal ausprobiert zu haben. Viele davon dürften sich in einem festen Arbeitsverhältnis befinden.

Im Gegensatz zum Gift der meist tolerierten Zigaretten hält die Wirkung eines Joints wesentlich länger an. Je nach Dosierung kann man bis zu vier Stunden Spaß am Arbeitsplatz haben oder für den gleichen Zeitraum in eine depressive Stimmung verfallen.

Denn die Wirkung hängt sehr stark von der Grundstimmung ab. Fühlt man sich gut, geht es einem nach dem Rauchen besser, ist man hingegen in schlechter Stimmung, wird diese durch den Cannabis-Konsum verstärkt. Im günstigsten Falle entspannen Sie sich, werden ruhig und kreativ, fangen zu kichern an. Breit wie ein Scheunentor laufen Sie je nach körperlicher und geistlicher Verfassung aber genauso schnell aus der Spur wie zerkratzte Bob-Marley-Platten auf dem alten Plattenspieler. Außerdem dürften die mit Sicherheit folgenden Essanfälle Sie auf Dauer nicht gerade attraktiver für das andere Geschlecht machen.

Die große Moralkeule

An dieser Stelle sollte die große Moralkeule kommen, der warnende Zeigefinger, der Sie davon abhält, als ein anständiger Bürger dieses Staates auch nur eine einzige der angesprochenen Drogen auszuprobieren. Denn eines steht fest: Mitarbeiter des Monats werden Sie nicht, wenn die Augen vor dem Bildschirm, an der Kasse, hinter dem Lenkrad oder an der Maschine sich zu einem engen Schlitz zusammenziehen, der Schweiß die Schläfe herunterläuft, Uppers und Downers im neurologischen Wettrennen in Ihrem Kopf abwechselnd die Führungsposition übernehmen.

Auf der anderen Seite, was wäre das Arbeitsleben ohne die erste Zigarette, den ersten Kaffee am Morgen, den kurzem Trip auf der Toilette oder dem Glas Korn nach einem guten Essen? Zumindest die beiden letztgenannten Drogen gehören aber eher auf die Betriebsfeier als zum normalen Ritus am Arbeitsplatz.

Schon einmal bekifft zur Arbeit gekommen, besoffen Verkaufsgespräche geführt oder dank übermäßigem Kaffeegenuss eine Klausur verhauen, weil niemand die verwackelte Schrift lesen konnte? Teilen Sie Ihre Einstellung zum Thema Drogen am Arbeitsplatz mit anderen Lesern in unserem Forum.

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