Flachbildschirm gegen Röhrenmonitor: Das letzte Gefecht

Farbe, Schwarz, Weiß und dazwischen

Um gleiche Chancen zu gewährleisten, kalibrieren wir beide Monitor per Hardware. Dabei schickt eine Software bestimmte Farben an den Bildschirm, die ein Messgerät anschließend ausliest. Danach werden die tatsächlich dargestellten Farben mit den gewünschten verglichen und entsprechend nachkorrigiert.

Werbung

Man muss kein Profi sein, um zu erkennen, dass der Samsung SyncMaster 215TW die schöneren und intensiveren Farben liefert. Beim ViewSonic P227fB wirken sie zwar matter und am Rand minimal dunkler, verlaufen dafür einen kleinen, sichtbaren Tick gleichmäßiger. Noch deutlicher wird der Unterschied bei der Ausleuchtung eines komplett schwarzen Bildes: Dabei zeichnet der Flachbildschirm besonders auf der linken Seite leicht hellere Ecken, die entfernt an die Ausläufer eines großen "X" erinnern, während der Röhrenmonitor überall dieselbe Helligkeit behält. Bei maximaler Leuchtkraft erscheint das Schwarz hier jedoch ein ganzes Stück heller, matter und mehr wie Dunkelgrau, auf dem TFT-Display bis auf die genannte Schwäche hingegen so, wie es aussehen sollte.

Auf halber Helligkeit muss sich der Samsung SyncMaster 215TW dem ViewSonic P227fB aber geschlagen geben, da die Röhre dann wiederum das schönere Schwarz liefert. Der starke Grauschleier bei einem vollkommen weißen Bild kostet den CRT-Monitor leider wertvolle Punkte. Zwischen Schwarz und Weiß gebührt der Sieg zweifellos der Röhre. Zwar zieht der Flachbildschirm zwischen nahe beieinander liegenden Graustufen klarere Grenzen, dafür zeigt er bei einem gleichmäßigen Verlauf von Weiß nach Schwarz unschöne Längsstreifen, die dort eigentlich nicht hingehören. Der Röhrenmonitor hat damit nicht das geringste Problem.

Samsung SyncMaster 215TW
samsung syncmaster 215tw test 1161958485

Spiele und Videos

Wer denkt, ein Flachbildschirm könne alles besser, wird spätestens in seiner Freizeit schnell eines Besseren belehrt. "Schnell" ist das Stichwort, denn es geht um die Reaktionszeit, vor allem beim Spielen entscheidend. Ein Röhrenmonitor reagiert derart flott auf Bildwechsel, dass eine Verzögerung mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Die Flüssigkeitskristalle eines Flachbildschirms brauchen dafür immer etwas länger. Auch beim ViewSonic P227fB entstehen bauartbedingt keinerlei "Nachzieheffekte". Obwohl der Samsung SyncMaster 215TW ein durchaus vertretbares Schlierenaufkommen an den Tag legt, bleibt er weit hinter der Röhre zurück. Vergleichbar mit einem aktuellen 175-PS-Sportmotorrad, das beim Ampelstart einen Golf GTI stehen lässt.

Zwar sind auch spezielle Spieler-Flachbildschirme mit besonders kurzer Reaktionszeit erhältlich, doch diese schneiden qualitativ meist deutlich schlechter ab als die langsameren TFT-Technologien. Um die Video-Wiedergabe muss man sich selbst bei höherwertigen LCDs keine Sorgen um die Reaktionszeit mehr machen. Hier arbeiten beide Probanden zumindest subjektiv absolut schlierenfrei. Hochauflösende Videos wirken auf dem Samsung SyncMaster 215TW viel klarer und nicht zuletzt der kräftigeren Farben wegen einfach besser. Außerdem sorgt das Widescreen-Verhältnis dafür, dass die "schwarzen Balken" bei Videos im üblichen Breitbild-Format von 16:9 erheblich schmaler ausfallen.

Weiter verbreitet sind allerdings komprimierte Videos in Dateiformaten wie "DivX" & Co., die weniger Platz auf der Festplatte beanspruchen, zugleich aber weniger hochwertiges Bildmaterial an den Monitor schicken. Der ViewSonic P227fB liefert hierbei eine viel sauberere Darstellung als der Flachbildschirm, der die vorhandenen Bildfehler im direkten Vergleich nahezu ungefiltert wiedergibt. Selbst bei hochauflösenden Videos zeigt das LCD stärkere "Klötzchen-Effekte" auf kurze Distanz. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich das Bild je nach Blickwinkel verändert - beim Samsung SyncMaster 215TW zwar wenig, aber immer noch sichtbar. Während er bei abweichenden Einblicken eine milchige Patina erhält, bleibt der Röhrenmonitor geradezu stoisch stabil.

Links zum Thema