Flachbildschirm gegen Röhrenmonitor: Das letzte Gefecht

Ergonomie

Selbst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sieht nach wie vor eine Existenzberechtigung für Röhrenmonitore. Vorausgesetzt, die Bildqualität stimmt. Das bedeutet im Klartext, dass ein Bildschirm von den Dimensionen des ViewSonic P227fB im Optimalfall eine flimmerfreie Vertikalfrequenz von 100 Hertz liefern sollte. Und die schafft der 21-Zöller selbst bei einer Auflösung von 1.600 x 1.200 Punkten noch spielend. Obwohl die Anzeige damit rein subjektiv immer noch nicht so ruhig erscheint wie auf einem Flachbildschirm, wirkt sie überaus angenehm und verursacht auch auf Dauer keine unnötigen Kopfschmerzen.

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Da die Oberfläche der Kathodenstrahlröhre aus Glas besteht, spiegelt sie naturgemäß stärker als die eher matte Kunststoffschicht eines Flachbildschirms, was besonders in Fensternähe negativ auffällt. Leider reflektieren viele aktuelle TFT-Displays dank hochglänzender Folien sogar noch intensiver als ihre klobigen Kollegen. In Sachen Verstellbarkeit herrschen ebenfalls große Differenzen zwischen "CRT"- beziehungsweise Röhren-Bildschirmen und TFT-Monitoren. Erstgenannte, wie der ViewSonic P227fB, gestatten bloß das Neigen sowie das Drehen um die eigene Achse, während letztere, wie der Samsung SyncMaster 215TW, zudem noch eine Höhenverstellung bieten und sich sogar vom Quer- ins Hochformat schwenken lassen.

Auflösung

Noch immer gibt es Dinge, die ein Röhrenmonitor besser kann als ein Flachbildschirm. Eines davon ist der Wechsel der Auflösung: Wenn auf dem Datenblatt eines TFT-Displays von einer "optimalen" oder "nativen" Auflösung von etwa 1.680 x 1.050 Pixeln die Rede ist, bedeutet das schlicht und ergreifend, dass der Monitor nicht mehr schafft. Werden auf der gesamten Bildfläche weniger Pixel dargestellt, neigt ein Flachbildschirm zu Unschärfe und Klötzchenbildung. Ohne Qualitätsverlust geht es zwar ebenfalls, aber dann wird das Bild bloß als kleinerer Ausschnitt angezeigt und je niedriger die Auflösung, desto weniger Bildfläche bleibt übrig.

Flachbildschirm gegen Röhrenmonitor: Das letzte Gefecht
ViewSonic P227fB

Hier demonstriert der ViewSonic P227fB klare Überlegenheit. Empfohlen wird zwar eine Auflösung von 1.600 x 1.200 Punkten, doch der Röhrenmonitor erreicht bei Bedarf beachtliche 2.048 x 1.536 Pixel - ohne größeren Qualitätsverlust wohlgemerkt. Beim Höchstwert sinkt allerdings die maximal mögliche Bildwiederholrate deutlich unter 100 Hertz und der Monitor beginnt wieder zu flimmern. Trotzdem ist die fehlende feste Bindung an eine bestimmte Auflösung ein wichtiger Vorzug des CRT-Bildschirms.

Schärfe und Helligkeit

Angesichts der gestochenen Schärfe eines Flachbildschirms kann ein Röhrenmonitor nicht mithalten. Bei unserem ungleichen Paar fällt dies jedoch lediglich bei Schriftzeichen wirklich ins Gewicht. Reduzieren wir die Auflösung beider Monitore hingegen auf 1.280 x 1.024 Pixel, ändert sich das Verhältnis wiederum zugunsten des ViewSonic P227fB, der dann subjektiv immer noch schärfer wirkt als der Samsung SyncMaster 215TW. Erschwerend kommt bei einem Widescreen-LCD hinzu, dass das Bild vom 16:10-Format ins gängige 4:3-Format gezwängt wird. Doch selbst wenn dies nicht der Fall wäre, würde die Qualität dennoch deutlichen Schaden nehmen.

Für angenehmes Arbeiten liefern sowohl CRT- als auch TFT-Monitor ausreichende Helligkeitsreserven, wenngleich letzterer hier offensichtlich die Nase vorn hat. Normalerweise erreichen Röhrenmonitore eine Leuchtkraft von circa 100 bis 130, in Ausnahmefällen sogar bis zu 285 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Flachbildschirme fangen dort allerdings erst an und liefern zum Teil auch Werte weit jenseits von 400 cd/m². Die Bildfläche des Samsung SyncMaster 215TW glitzert leicht, was bei LCDs keinen Einzelfall darstellt, auf CRT-Monitoren aber in der Regel gar nicht vorkommt.

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