Vodafone und O2 entern den DSL-Markt: Randgruppen-Angebot oder echte Spar-Alternative
Was bekommt man für sein Geld?
Internet von einer Minute auf die andere
Die Nähe zum Mobilfunk macht Wege begehbar, die von anderen Anbietern unmöglich geebnet werden können. Muss sich der DSL-lose bei einem gewöhnlichen Anbieter von vorne hinein damit abfinden, dass er auf seinen DSL-Anschluss wochenlang warten muss, so spaziert der Vodafone-Kunde mit einem Internet-Anschluss aus dem Shop.
Bis der Zugang geschaltet ist, surft er ohne Mehrkosten über das Mobilfunknetz. Ein UMTS-Handy sollte sich jedoch im Besitz finden, ansonsten wird die versüßte Wartezeit, mangels Geschwindigkeit, zum Nervenspiel. Ob O2 ein ähnliches Angebot unterbreitet, ist noch nicht klar. Erst ab Ende Oktober lassen sich die DSL-Tarife von O2 ordern.
Bleibt zu klären, ob die Mobilfunker mit ihrem neuem Geschäftsfeld im mittlerweile dicht gewordenen Surfer-Paradies nur mitschwimmen oder aufgrund ihrer preislicher Attraktivität in der Lage sind, sich ganz nach vorne zu kämpfen. Die Geschwindigkeit, mit der Vodafone Surfer unterwegs sind, wird dieses Kunststück jedenfalls nicht vereinfachen. Zwei Mbit/s ist nur noch als Einstieg-Geschwindigkeit anzusehen, für mächtige Downloads und ein flüssiges Internet-Surfen darf es ein bisschen mehr sein. 34,95 Euro im Monat verlangt Vodafone für das gemächliche Surf-Vergnügen.
Komplettanschluss-Konkurrent Alice liefert doppelt so schnelles Internet für günstigere 29,90 Euro im Monat. Immerhin gibt es eine Aufbohrungs-Option von Vodafone: Machen Sie noch einmal fünf Euro im Monat locker, sind Sie fortan mit sechs Mbit/s unterwegs. Eine Telefon-Flatrate, die alle Gespräche in das Festnetz und in das Vodafone-Netz pauschalisiert, erweitert die monatliche Rechnung um 15 Euro.
Das obere Ende der Preisskala ist aber noch nicht erreicht: Für insgesamt 54,95 Euro im Monat nennt sich der Anschluss Vodafone DSL Family. Die Geschwindigkeit bleibt gleich, das Bonbon beläuft sich auf eine zusätzliche SIM-Karte inklusive Festnetz-Telefonnummer und subventionierter Hardware. Streitereien in der Familie, aufgrund eines ständig belegten Telefons sind somit passé.
O2 steigt gleich mit vier Mbit/s in das Rennen ein. 40 Euro im Monat kostet der Anschluss inklusive DSL-Flatrate. Eine Sprachflatrate, die Gespräche in das deutsche Festnetz und in das O2-Netz abdeckt, ist für zehn Euro extra im Monat zu haben. In Sachen Maximalgeschwindigkeit hat O2 deutlich mehr zu bieten als Vodafone. 16 Mbit/s ist für O2 kein Problem, solange der Kunde bereit ist, 55 Euro im Monat hinzublättern. Es wird deutlich, dass auch O2 kein Preisbrecher ist. Die Angebote sind vor allem für O2-Bestandskunden interessant, die jedes Paket für fünf Euro weniger im Monat erhalten.
