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30.10.2006
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Wie das Web berühmt macht

Internetstars: Von Star Wars Kids und Lonelygirls

Dominik Schöneberg

Internetstars: Von Star Wars Kids und Lonelygirls

Das Internet ist zum Massenmedium geworden, das Menschen nahezu aller Alters- und Gesellschaftsschichten nutzen. Kaum verwunderlich ist daher, dass das Netz inzwischen eine Reihe von Stars hervorgebracht hat: Dabei sind sowohl talentierte Musiker und Entertainer als auch unfreiwillig ins Rampenlichte getretene Amateure.

Gerade in Zeiten, als nur die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Programm ausstrahlten, galt: Wer im Fernsehen auftrat, konnte dank heute undenkbar hoher Einschaltquoten fortan nicht mehr unbehelligt über die Straße laufen. Inzwischen hat sich im TV eine wahre Starinflation angebahnt: Wenn bei RTL oder ProSieben C-Promis über das Eis gleiten oder bei Vox ein Abendessen kochen, erkennt man schon lange nicht mehr alle Gesichter.

Surfen statt Fernsehen: TV verliert an Bedeutung

Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Medienlandschaft in den vergangenen Jahren durch das Internet stark verändert hat. Das World Wide Web ist ein Grund dafür, dass das Fernsehen an Bedeutung verloren hat. Gerade die jüngere Generation verbringt immer mehr Zeit im Netz: In der ARD/ZDF-Onlinestudie gaben immerhin 30 Prozent der befragten Internetnutzer an, dass sie weniger Fernsehen schauen, seitdem sie online sind. Bei den jungen Surfern liegt der Prozentsatz sogar deutlich höher.

Kein Wunder also, dass inzwischen nicht mehr nur Fernseh-, sondern auch Internetstars geboren werden. Dank E-Mail, Blogs, P2P-Börsen oder kostenlosen Videodiensten wie Youtube ist die Verbreitung von Videos oder Musikstücken inzwischen sehr einfach geworden. Innerhalb kürzester Zeit können die Protagonisten der Clips so weltweit bekannter werden als so mancher Prominente aus Film und Fernsehen.

Kurz, kurios, kostenlos - das sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Video erfüllen muss, damit Internetnutzer es ihren Freunden weiterempfehlen. Weil sich die Kunde von besonders interessanten, witzigen oder kuriosen Webfundstücken häufig ähnlich lawinenartig verbreiten wie Viren, heißen solche Audiotracks, Videos oder Bilder im Internetjargon "Virals".

Star Wars Kid: Unfreiwilliger Internetstar

Einer der ersten Internetstars, die auf diese Weise zum Internetstar wurden, war das so genannte Star Wars Kid. Einfach nur zum Spaß hatte der kanadische Jugendliche Ghyslain Raza im November 2002 ein kurzes Video aufgezeichnet, in dem er im Stile des Star-Wars-Bösewichtes Darth Maul einen so genannten Golfball-Retriever schwingt - einen langen Stab, mit dem normalerweise Bälle aus dem Wasser gefischt werden. Nicht zuletzt aufgrund seiner korpulenten Statur und der unbeholfenen Bewegungen wirkt das Video unfreiwillig komisch.

Star Wars Kid: Dank seiner unfreiwillig komischen Interpretation des Doppelklingen-schwingenden Star-Wars-Bösewichtes Darth Maul erlangte Ghyslain Raza unfreiwillig weltweite Bekanntheit.

Nachdem das Video eine Weile unentdeckt in der Schule herumgelegen hatte, fanden es Schulkameraden im April 2003, digitalisierten es und verbreiteten es über die Filesharingbörse Kazaa im Internet. Innerhalb kürzester Zeit luden Tausende von Internetnutzern auf der ganzen Welt das Video herunter: Ghyslain Raza erlangte unter dem Pseudonym Star Wars Kid weltweit unfreiwillige Berühmtheit.


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