Download-Plattform im Konflikt mit Visa und Mastercard
Allofmp3: Streit mit Banken, Musik für umsonst
Der umstrittene russische Musikanbieter Allofmp3 hat damit begonnen, seine Songs komplett kostenlos anzubieten. Der Webseite bleibt vorerst auch gar nichts anderes übrig: Die beiden Kreditkarten-Anbieter Visa und Mastercard haben jegliche Geschäftskontakte zu Allofmp3 abgebrochen.

Music for masses: Wollt ihr nicht das Geld, dann verschenken wir die Musik.
Visa erklärte dazu gegenüber der Presse, dieser Schritt entspreche jüngsten Gesetzesänderungen in Russland und internationalen Urheberrechten. Von Mastercard hieß es zudem, die Firma dulde die Nutzung ihres Netzwerks für illegale Aktivitäten nicht.
Auf der Allofmp3-Webseite heißt es seit Donnerstag, dass Kreditkartenzahlungen derzeit leider nicht möglich sein. Auch die Möglichkeit, Geld über den Drittanbieter Xrost zu überweisen, ist verschwunden. Allofmp3 sind damit praktisch über Nacht alle Einnahmemöglichkeiten abhanden gekommen.
Die Allofmp3-Mutterfirma Mediaservices erklärte dazu am Donnerstag, der Schritt der Kreditkartenkonzern sei "willkürlich und diskriminierend". Wörtlich heißt es dazu von der Firma: "Die Annahme, dass Allofmp3 illegal sei, entbehrt jeder Grundlage." Visa und Mastercard hätten sich deshalb auch bewusst nicht auf ein Gerichtsurteil berufen. Mediaservices kündigte an, gerichtlich gegen den Schritt der Finanzinstitutionen vorgehen zu wollen.
Music for Masses
Gleichzeitig bastelt Allofmp3 an Plänen, auch ohne die Zahlungen seiner Kunden zu überleben. Die Firma startete dazu am Dienstag ein neues Projekt namens "Music for Masses". Registrierte Nutzer können seitdem alle Titel des Allofmp3-Katalogs kostenlos herunterladen. Der Haken: Die Titel sind nur mit 128 kbps kodiert und besitzen zudem eine Art DRM-Schutz.
So lassen sich die mit der Endung ".mp3x" daherkommenden Dateien nur mit einem speziellen Music for Masses-Player abspielen. Das Programm ist bisher nur für Windows erhältlich. Eine Mac-Version soll jedoch in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Der Player erinnert bisher entfernt an einen sehr rudimentären Winamp-Skin. Nutzer müssen zudem stets mit dem Netz verbunden sein. Wird ein neuer Song ohne Netz-Anbindung geladen, verweigert der Player prompt seinen Dienst.
Laut Allofmp3 soll Music for Masses langfristig dazu genutzt werden, die kostenlosen Downloads über Werbung zu refinanzieren. Diese soll dann direkt im Player angezeigt werden. Angesichts ausbleibender anderweitiger Einnahmen dürfte dies eher früher als später passieren.
Eine Piraten-Webseite?
Allofmp3 ging diese Woche auch medial in die Offensive. Nachdem die Firma jahrelang das Licht der Öffentlichkeit vermieden hatte, lud man jetzt erstmals Journalisten aus aller Welt zu einer Pressekonferenz ein. Als Grund dafür gab Mediaservices-Direktor Vadim Mamotin an, dass er sich gegen die Beschuldigungen der Musikindustrie wehren wolle. "Die Firma ist unfairerweise als Piraten-Webseite bezeichnet worden", so Mamotin. Doch Allofmp3 sei nach russischem Recht völlig legal, da man Geld an die Verwertungsgesellschaft ROMS abführe.
Ganz so klar ist die Gesetzeslage in Russland nicht: Das Land besaß lange Zeit keinen rechtlichen Schutz für Musik im Netz. Allofmp3 nutzte diese Gesetzeslücke, um Musik ohne Lizenzverträge zu verkaufen und Rechteinhaber pauschal zu vergüten. Seit dem ersten September gilt jedoch ein verschärftes Urheberrecht, das den Rechteinhabern die alleinige Kontrolle über die Verbreitung ihrer Musik im Netz zugesteht.
Allofmp3 zieht daraus den Schluss, dass Musiker der Verbreitung ihrer Werke über die eigene Webseite widersprechen können. Von diesem neuen Recht habe bisher aber noch niemand Gebrauch gemacht. Die Musikindustrie hält diesen Umkehrschluss jedoch für unzulässig. IFPI-Chef John Kennedy erklärte dazu am Mittwoch: "Allofmpo3 hat ganz offensichtlich kein Interesse daran, Urheberrechte zu respektieren und Rechteinhaber zu vergüten."
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Kommentare: Allofmp3: Streit mit Banken, Musik für umsonst (10)
Im Forum diskutieren: News - Allofmp3: Streit mit Banken, Musik für umsonst
Thema: News - Allofmp3: Streit mit Banken, Musik für umsonst
20.10.06 12:15
Stimmt doch garnicht, man kann noch immer per CC zahlen...
20.10.06 12:18
Und es gibt doch massenhaft Zahlungsdienstleister die auch Kreditkartenzahlungen anbieten.
20.10.06 12:33
Habe bei allofmp3 noch 37 Cent Restguthaben ... wer kann mir für diesen Betrag einen Song empfehlen?! Danke.
20.10.06 15:23
Leg noch 13 Cent drauf und besorg dir was von 50cent. Mein Wort zum Wochenende, gute Nacht ;-)
Grüße
20.10.06 15:50
wer sag hier das http://www.xrost.biz/ nicht funktioniert , man kann immer noch mit
mastercard und Click&Buy,paysafecard music bei allofmp3 aufladen
20.10.06 22:26
Hallo,
Ist es legal die lider umsonst runterzuladen und mit dem programm zu hören?
Lg Peter
20.10.06 22:34
Yep, habe soeben per click & buy mein Konto wieder aufgeladen :-)
21.10.06 02:40
Muss man sich auf der Website anmelden, um die Lieder mit dem Programm kostenlos anhören zu können? Sind alle kostenlos verfügbar, oder nur ein paar ausgewählte?
Wie schnell ist der Server (Download)
21.10.06 13:34
in russland vielleicht, hier auf jeden fall nicht
21.10.06 16:10
Man kann sich den kompletten katalog kostenlos runterladen. Der Download läuft bei mir mit DL-Manager am Anschlag (DSL 16000).