Carpo: Das VoIP-Komplettpaket im Test
Das Software-Telefon
Gezahlt wird bei Carpo per Kreditkarte oder Bankeinzug. Dabei unterscheidet der VoIP-Provider zwischen Prepaid, also im Voraus gezahltem Guthaben, und Abbuchung am Monatsende. Ist Letzteres gewünscht, ist eine Einzugsermächtigung vonnöten, ein Prepaid-Guthaben kann dagegen auch per Kreditkarte aufgeladen werden. Die Konkurrenz hält allerdings noch einen dritten Weg bereit, der besonders vorsichtige Internet-Nutzer anspricht und der bei Carpo noch fehlt: die Überweisung. Erst sie ermöglicht eine völlig sichere, weil selbst dosierte Kostenkontrolle.
Das Tarifmodell ist sehr übersichtlich gehalten. Abgerechnet wird pro Minute, eine Flatrate gibt es bislang nicht. Die Minutenpreise für deutsche Netze ähneln denen der Konkurrenz: Ist der eine hier billiger, muss er dort mehr draufschlagen. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit. Günstiger geht es zwar auch noch, aber nur mit einem VoIP-Vertragsabschluss beim DSL-Provider. Die folgende Tabelle vergleicht mit Deutschland und den USA die wahrscheinlich wichtigsten, im Falle von Nauro und Kuba jeweils die teuersten Länder der VoIP-Provider Carpo und Sipgate.
| Tarifvergleich in Cent pro Minute (Stand 14.11.2006) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Carpo | Sipgate | |||
| Festnetz | Mobil | Festnetz | Mobil | |
| Deutschland | 1,5 | 18 | 1,79 | 16,9 |
| Kuba | 1,07 | - | 99 | 99 |
| Nauro | 90 | - | 89 | 107,6 |
| USA | 2 | - | 2,3 | 2,3 |
Wer ohne besondere Voice-over-IP-Hardware arbeiten möchte, benötigt lediglich eine Telefon-Software. Die gibt es bei Carpo gratis zum Download. Ist der Account bei Carpo eingerichtet, steht unter dem Menüpunkt Software ein 570-Kilobyte-Progrämmchen namens Online Installer zum Download bereit. Dieses fragt beim Ausführen nach dem Carpo-Passwort und lädt sich daraufhin das komplette Carposoftphone herunter. Der Vorteil: Dank Passwort und der Nutzerkennung des Web-Logins wird die Software gleich mit den nötigen Voreinstellungen versehen. Die manuelle Eingabe von SIP-Server, Anmeldename etc. entfällt - komfortabler geht es nicht.
Die Installation von CD, die bei mitbestellter Hardware geliefert wird, ist dagegen weniger komfortabel. Wer über einen DSL-Anschluss verfügt - und das sollte man als VoIP-Nutzer prinzipiell - ist mit dem Software-Download besser beraten. In Sachen Optik und Bedienung ist das Carposoftphone mit dem Skype-Client vergleichbar. Nur einige Grundeinstellungen, wie etwa die Lautstärkeregelung des Ausgabegeräts, müssen zwingend getroffen werden. Die meisten Router-Firewalls sollten für den genutzten SIP-Port 5060 keine Hürde darstellen.
Allerdings ist das Carposoftphone mit 32 Megabyte auf der Festplatte und etwa 23 Megabyte im Arbeitsspeicher nicht sehr schlank. Dafür unterstützt es die Videotelefonie mittels Webcam, Gesprächsmitschnitte, den Versand von SMS, MMS und E-Mail; zudem ist es jabber-kompatibel. Zum Vergleich: Die Freeware X-Lite, die ausschließlich die VoIP-Grundfunktionen beherrscht und bei Sipgate mit Vorkonfiguration erhältlich ist, beansprucht etwa vier Megabyte auf der Festplatte und neun Megabyte im Arbeitsspeicher. Wer ausschließlich Voice-over-IP nutzen will, ist mit X-Lite besser bedient - muss es allerdings selbst konfigurieren.
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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Internettelefonie hier.
