Test: Gothic 3

Veröffentlichung am Freitag, den 13.

Das variable Klassensystem kommt Profis und Einsteigern gleicherweise entgegen. Vom Magier bis zum Jäger stehen rollenspiel-relevante Karrierewege offen. Unterschieden wird zwischen Attributen und Talenten, wobei neben Lernpunkten auch das nötige Bargeld für die Bezahlung von Lehrmeistern erforderlich ist.

Um als Schwertkämpfer beidhändig Klingen schwingen zu können oder die hohe Kunst des Waffenschmiedens auszuüben, werden angemessene Erfahrungswerte vorausgesetzt. Die Charakterentwicklung vollzieht sich langsam, ermöglicht über eine Gesamtspieldauer von mehreren Tagen jedoch Kurskorrekturen. Wer sich zu Spielbeginn auf den Nahkampf konzentriert, dann aber wiederholt Wildschweinen zum Opfer fällt, kann dazu übergehen, seine Fähigkeiten als Fernkämpfer zu perfektionieren. Speziell in der Anfangsphase scheint der Ausgang vieler Kämpfe und Arenaduelle dennoch vom Glück des Erstschlags abzuhängen.

Test: Gothic 3
Beim gut funktionierenden Bogenschießen wechselt die Ansicht automatisch in die Ich-Perspektive. Manuell kann aber jederzeit der Egostandpunkt eingenommen werden.
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Mit seinen fantastischen Bewohnern und weitläufigen Landschaften bietet "Gothic 3" die ideale Spielwiese für PC-Abenteurer. Mangelnde Entscheidungsfreiheit oder Unterbeschäftigung sind nicht zu befürchten. Dem Questlog werden fast minütlich neue Aufgaben hinzugefügt, von einfachen Kurierjobs und der Personalbeschaffung für diverse Fraktionen über Auftragsmorde bis zur Säuberung verfluchter Dörfer. Angesichts der Options- und Aufgabenfülle franst der ohnhin recht dünne Storyfaden jedoch zusätzlich aus, wenn die Story nach mehreren Stunden kaum vorangekommen ist und das Auftragsbuch stattdessen mit vagen Hinweisen zu ausstehenden Quests überquillt. Dazu gesellen sich technische Unwägbarkeiten.

In einschlägigen Foren sprechen Betroffene längst von Kundenabzocke und fordern Geld für ein - nach ihrer Ansicht - unfertiges Produkt zurück. Unstrittig ist, dass "Gothic 3" in gewissen Punkten tatsächlich die nötige Marktreife vermissen lässt. Vor allem Grafikfehler, beschränkte NPCs, Performanceschwankungen und Widersprüche in der Kampfbalance trüben den an sich blendenden Eindruck, der von einer höchst beseelten Spielewelt ausgeht.

Möglicherweise lag dem zuletzt von ernster Finanznot betroffenen Publisher JoWooD zu sehr daran, das kassenträchtige Rollenspiel möglichst bald in die Regale zu bringen. Ein famoser Verkaufsstart scheint das österreichische Unternehmen zu bestätigen - kurzfristig jedenfalls.

Steckbrief
Sound 15 von 15% 83%
Grafik 14 von 15%
Spielspaß 13 von 15%
Multiplayer entfällt
Bedienung 5 von 10%
Preis/Leistung 11 von 15%
Hardwareanforderung 10 von 15%
Langzeitspielspaß 15 von 15%

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