Ergonomie-Ratgeber für den Computer-Schreibtisch
Ergonomie am Arbeitsplatz: Sitzen für Fortgeschrittene
Benjamin Schnitzler
Für Eingeber: Maus und Tastatur
Außer Rückenschmerzen gibt es noch andere, äußerst unangenehme Berufskrankheiten mit monotoner Bildschirmarbeit als Ursache. Wie etwa eine Sehnenscheidenentzündung oder den so genannten Mausarm, auch als "Repetitive Strain Injury" (RSI-Syndrom) bekannt. Diese entstehen zum Beispiel, wenn sich einseitige Tätigkeiten dauernd wiederholen, etwa im Büroalltag mit Maus und Tastatur. Neben mangelnder Abwechslung können auch ungeeignete Eingabegeräte dem Bewegungsapparat von Hand, Arm, Schulter und Nacken massiv zusetzen. Die optimale Maus liegt gut in der Hand, lässt sich leicht navigieren und reagiert präzise auf die Wünsche ihres Benutzers.
Doch gerade bei den inzwischen veralteten und schmutzanfälligen Kugel-Modellen sah die Realität leider oft ganz anders aus. Doch auch optische Mäuse mit Infrarot- oder Laser-Abtastung wollen richtig eingestellt werden. Wildes Fuchteln und Herumrudern, um den Mauszeiger auf den Punkt zu bringen, kann nicht Sinn der Sache sein. Bei der Tastatur ist eine Handballenauflage von Vorteil, damit das Handgelenk nicht zu sehr nach oben abknickt. Eine geteilte Tastatur entspricht am ehesten der natürlichen Haltung und sollte auf jedem Schreibtisch eines schnellen Zehn-Finger-Schreibers stehen. Doch nicht jeder, der auf das weit verbreitete "Zwei-Finger-Such-System" schwört, kommt auf Anhieb mit der ungewohnten Form zurecht.

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Ergonomisch geformte Tastatur mit Handballenauflage
Selbst wer gar nicht oder nur gelegentlich mit dem Computer spielt, findet bei schlechtem Arbeitsgerät auch im Zocker-Zubehör durchaus brauchbare Alternativen. Denn Gamer-Tastaturen und -Mäuse sprechen in der Regel besonders präzise an, was auch im Arbeitsalltag nicht verkehrt sein kann. Oft sind ambitionierte Spieler regelrechte Akrobaten an der Maus und die Gelenke extrem hohen Belastungen ausgesetzt. Erleichterung schaffen spezielle Mousepads mit leichtgängiger Oberfläche, von denen manche sogar eine eigene Gelauflage für das Handgelenk besitzen. Selbst für widerspenstige Mauskabel gibt es Gegenmittel.
Bloß kein Stress: Lärm und PC-Lautstärke
Geräusche müssen nicht zwangsläufig ohrenbetäubend laut sein, um dem Körper zuzusetzen. Zwar sind vorbeifahrende LKW oder startende Flugzeug im Hintergrund nicht die besten akustischen Arbeitskollegen und bewirken puren Stress, doch oft reicht schon viel weniger. Im Grunde tritt eine gesundheitliche Beeinträchtigung bereits dann ein, sobald ein Geräusch bewusst als nervend oder unangenehm wahrgenommen wird. Besonders wenn die als störend empfundenen Missklänge über einen längeren Zeitraum anhalten, kann die Leistungsfähigkeit erheblichen Schaden nehmen. Kein wirklich schönes Arbeitsklima.
Selbst das Pfeifen eines kleinen PC-Lüfters oder Brummen einer Festplatte, das in regelmäßigen Abständen auf- und anschwillt, kann die Konzentration schwächen. Denn wer kennt es nicht, dass man auf jeden erneuten Auftritt eines monoton wiederkehrenden Tones zunehmend gereizter reagiert? Treffend hat es die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin formuliert: "Lärm verursacht aber nicht nur Gehörschäden, sondern gefährdet generell die Gesundheit und erschwert die Arbeit in allen Bereichen des Arbeitslebens". Einige Möglichkeiten, um zumindest lärmenden Rechnern Paroli zu bieten, finden sich auf der netzwelt-Übersichtsseite zum Thema Silent-PC.
Arbeit verpflichtet: Tipps für Chefs und Angestellte
Was viele nicht wissen: Nicht nur bei der gefährlichen Arbeit mit großen Maschinen oder giftigen Chemikalien hat der Arbeitgeber die Pflicht zur so genannten Gefährdungsbeurteilung gemäß dem Arbeitsschutzgesetz, so Tobias Bleyer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und -Medizin. Sie gilt für alle Tätigkeiten und sorgt einfach ausgedrückt dafür, dass der Arbeitnehmer gesund bleibt und sich wohl fühlt. Doch nicht immer schaut der Arbeitgeber in ausreichenden Abständen nach dem Rechten, obwohl er gesetzlich dazu verpflichtet ist. Gute Beispiele dafür findet man oftmals beim Behördengang, wo Beamte notgedrungen bucklig hinter flimmernden Bildschirmen kauern.
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