Ergonomie-Ratgeber für den Computer-Schreibtisch
Ergonomie am Arbeitsplatz: Sitzen für Fortgeschrittene
Benjamin Schnitzler
Besonders den Röhrenmonitoren gebührt erhöhte Aufmerksamkeit. Denn schlechte Geräte sind regelrechte Flimmerkisten und bescheren sowohl Optikern als auch Augenärzten stets volle Kassen. Wenn die BildscharbV von stabil und flimmerfrei spricht, meint sie eine ausreichend hohe Bildwiederholfrequenz. Diese gibt an, wie oft das auf dem Monitor angezeigt Bild pro Sekunde aufgefrischt wird, üblicherweise in der Einheit Hertz, benannt nach einem deutschen Physiker. Wichtig ist in erster Linie die Angabe zur vertikalen Frequenz. Liegt diese bei nur 60 oder 75 Hertz, nimmt das Auge ein unangenehmes Flackern wahr und die Kopfschmerzen lassen nicht mehr lange auf sich warten.
Um das zu vermeiden, sollte ein Röhrenmonitor unter der bevorzugten Auflösung, 1.280 x 1.024 Pixel beispielsweise, mindestens 85 Hertz liefern. Noch augenschonender sind 100 Hertz wie bei einem modernen Fernseher mit Röhrentechnik. Allerdings bedeuten noch höhere Werte nicht gleich eine bessere Darstellung, da das Bild dann wieder unruhig wirken kann. Bei Flachbildschirmen darf diese Angabe getrost ignoriert werden, da hier selbst die gängigen 60 Hertz absolut flimmerfrei erscheinen und aus gesundheitlichen Aspekten der Röhre vorzuziehen sind, außerdem wird keinerlei Strahlung emittiert. Damit allein ist aber noch nicht getan, weiß "Winkel-Advokat" Dr. Koch:
Wichtig sei bei der optimalen Einstellung des Monitors, dass der Hals nicht unnötig nach vorne oder hinten gedehnt werden muss, sondern vielmehr einer natürlichen Verlängerung der Wirbelsäule entspricht. Den dann leicht abfallenden Sichtwinkel solle der Bildschirm ebenfalls mitmachen, was bei den meisten modernen Geräten gegeben ist. Gegen mangelnde Höhenverstellbarkeit helfen ein paar langweilige Bücher unter dem Monitor oder andere, alternative Niveauregulierer. Laut Tobias Bleyer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sollte der Blickwinkel zur obersten Bildschirmzeile etwa fünf Grad unterhalb der Waagerechten liegen. Die optimale Blicklinie auf den Monitor beträgt etwa 35 Grad. Außerdem empfiehlt er einen Mindestabstand von 50 Zentimetern (17-Zoll-Monitor).

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Notebook-Display ohne und mit Anti-Spiegel-Folie (Klick vergrößert)
Neumodische Notebook-Displays und Flachbildschirme, die für sattere Farben mit hochglänzenden Folien versehen wurden, widersprechen einem wichtigen Grundsatz der BildscharbV: "Der Bildschirm muss frei von störenden Reflexionen und Blendungen sein." Genau das Gegenteil ist der Fall, trotzdem ist ein Einlenken der Hersteller noch nicht in Sicht. Auch Tobias Bleyer von der BAuA findet diese Entwicklung sehr fragwürdig. Für ihn hat der Röhrenbildschirm übrigens noch nicht ausgedient - sofern denn die Bildqualität stimmt.
Nichts für Unterbelichtete: Die richtige Beleuchtung
Egal ob in künstlicher oder natürlicher Form, Licht sollte niemals direkt von vorne oder hinten auf den Monitor fallen. Fenster und Lampen müssen parallel zur Blickrichtung stehen, zur Not wird einfach der Schreibtisch gedreht. Für den Fall, dass die Sonne während ihrer Wanderung ungünstig scheint, sind "verstellbare Lichtschutzvorrichtungen" Pflicht - Jalousien oder Rollladen im Klartext. Zu wenig Licht schadet jedoch ebenfalls, weshalb auf Höhe des Schreibtisches eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux herrschen sollte.
Höhere Ansprüche an das Licht stellen allerdings Foto- und Grafik-Profis. Wichtig dabei ist in erster Linie eine konstante Beleuchtung mit gleichbleibender Farbtemperatur, damit die Farben "echt" bleiben und nicht verfälschen. In diesem Fall empfehlen sich "Tageslichtlampen", deren künstliches Licht sozusagen das Tageslicht kopiert.
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