"Your World. Your Imagination": Alles ist möglich
Second Life: Die ersten Schritte in einer anderen Welt
Gaming
Erst nachdem ich die Insel der Orientierung, auf der ich nach meiner Geburt gelandet war und wo mir Aya Kleidung geschenkt hatte, durchlaufen hatte, konnte ich die eigentliche Spielwelt von "Second Life" eintauchen. Eine riesiger virtueller Planet, der unendlich groß werden kann, da jederzeit neues Land, beziehungsweise neuer Speicher, hinzugefügt werden kann.
Im letzten Geschäftsjahr wurden innerhalb von "Second Life" satte 64 Millionen Dollar umgesetzt. Kein Spielgeld, harte Dollar. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Kiribati, einem Inselstaat im Pazifik. Doch womit wird in einer virtuellen Welt Geld verdient? Genau mit denselben Dingen wie in der realen Welt. Mit allem.
Rohstoffe gibt es im eigentlichen Sinne nicht, Gegenstände können aus dem Nichts erschaffen werden. Im so genannten Sandkasten lassen sich mit etwas Geschicklichkeit 3D-Objekte jeglicher Form und Farbe basteln. Über Skripte können diesen Gegenständen physische Eigenschaften auferlegt werden, zum Beispiel, ob das Objekt schweben oder rollen soll. Daraus ergeben sich dann Berufe, wie Architekt oder Haustier-Händler. Aber auch neue Texturen bringen Geld ein, so gibt es einige Tätowierer und Mode-Designer. Sie entwerfen Motive, beziehungsweise Muster für Kleidung und verkaufen diese an weniger kreative Bewohner.
Die Frau aus Hessen ist schon zu Ruhm außerhalb der Computerwelt gekommen, sie handelt erfolgreich mit Grundstücken und Immobilien. Die Lehrerin Anshe Chung besitzt mittlerweile mehr als acht Millionen Quadratmeter Baugrund, die sie an rund 500 Pächter vermietet. Diese Grundstücke entsprechen einem Gegenwert von etwa 150.000 Euro, die die Lehrerin allerdings noch nicht abgehoben hat.
Das vituelle Immobilienangebot einer Hessin
Kreativität und Vermarktung sind die Zutaten für diesen Erfolg. Anshe Chung kauft Grundstücke vom Betreiber LindenLabs und gestaltet diese Grundstücke neu und verkauft sie dann. Auf ihrer Website können die Landschaften vorab besichtigt werden. Die Preise beginnen bei 4000 LindenDollar für eine Parzelle von 1024 Quadtratmeilen, wer es gerne geräumig hat, muss für etwa 9000 Quadtratmeilen mit Meerblick 35999 L$ hinblättern. In Euro sind das immerhin etwa elf Euro für das kleine und rund hundert Euro für das große Grundstück. Neben Anshe Chung verdienen noch rund 3000 andere Bewohner mehr als 20.000 echte Dollar im Jahr.
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