"Hätten wir keine Vergangenheit, würden wir keine Zukunft erwarten"
One Day in History: Der Welt größtes Blog
Fabian Parusel
Alle Briten sollen ihren persönlichen 17. Oktober in einem Blogeintrag festhalten, zumindest wenn es nach dem Projekt "One Day in History" geht. Ziel ist es, einen ganz normalen Tag im Leben der Briten im beginnenden Jahrtausend festzuhalten, um ihn der Nachwelt verfügbar zu machen.
Ein Tag in der Geschichte
Die British Library wird das fertige Blog am Ende des Projekts einfrieren und für die Nachwelt erhalten. Die Einträge der Tagebuchschreiber sollen so viele Banalitäten wie möglich in ihren Posts erwähnen, denn besonders die einfachen Dinge könnten die Historiker der Zukunft interessieren. "Künftige Historiker würden sich wundern, dass wir am 17. Oktober 2006 noch immer Fleisch aßen und private Autos fuhren", erklärt Gründungsmitglied David Cannadine in der Vorstellung des Projekts.
Natürlich interessiert sich morgen noch niemand für dieses Projekt, doch in einigen hundert Jahren sind diese Informationen Gold wert. Heute gibt es aus der Vergangenheit nur einzelne Tagebücher mit den ganz privaten Eindrücken einer einzelnen Person, One Day in History soll den Einblick in die Gedanken einer ganzen Nation liefern. Insgesamt 29.000 Schulen wurden aufgefordert an dem Projekt teilzunehmen, darüber hinaus auch einige Prominente und alle Websurfer, die auf das Projekt aufmerksam werden.
Warum der 17. Oktober?
Warum der 17. Oktober? Es soll ein ganz normaler Tag im Leben der Briten sein, kein Tag der in irgendeiner Weise geschichtlich vorbelastet ist, so beantworten die Leiter des Projekts diese Frage. So ganz stimmt das nicht, denn am 17. Oktober 1346 nimmt Englands König Eduard III. in der Schlacht von Neville's Cross den schottischen König David II. gefangen und lässt ihn im Tower of London einkerkern. Nicht gerade die feine englische Art.
Maximal 650 Wörter, so einfach wie möglich - das sind die wichtigsten Kriterien für diesen speziellen Blogeintrag (Klick vergrößert).
Was die Briten am 17. Oktober treiben
Ein ganz normaler Tag in Großbritannien. Die Schülerin Jessica Porter aus Essex schreibt: "um sieben gut aus dem bett gekommen gewaschen zähne geputzt schuluniform angezogen. haare gebürstet mir frühstück gemacht dann hatte ich einen kampf mit meiner schwester und hab sie in den geschirrschrank eingesperrt bis sie sich entschuldigt. lol." Besonders die fehlenden Satzzeichen werden die zukünftigen Historiker beschäftigen. Joe Dunn aus London schreibt: "Hätten wir keine Vergangenheit, würden wir keine Zukunft erwarten". Ob derartige Aussagen von den Machern angedacht waren, als sie banale Einträge forderten, ist nicht geklärt.
Der Weg zum eigenen Blogeintrag ist sehr einfach, auf einer eigens eingerichteten Seite können Interessierte nach Eingabe von Name und Wohnort den Eintrag schreiben. Den Link zur Webseite des Projekts gibt es wie immer in der Linkbox unter diesem Artikel.
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