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18.10.2006
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Wie die kostenlosen Videodienste künftig Geld verdienen wollen

YouTube und Co.: Milliardengrab oder Goldgrube?

Dominik Schöneberg

YouTube hat es bisher nicht geschafft, die Veröffentlichung von Videos mit rassistischen, gewaltverherrlichenden oder das Urheberrecht verletzenden Inhalten zu verhindern. Mit solchen Videos wollen seriöse Unternehmen aber nicht in Verbindung gebracht werden: "Die teuer aufgebauten Marken könnten bei negativen inhaltlichen Überraschungen einen beträchtlichen Imageschaden erleiden und das resultierende Risiko hierfür erscheint deutlich zu hoch", so Sturm.

Vor allem auch die Verstöße gegen das Urheberrecht könnten für YouTube zum Problem werden. Ein großer Anteil der Clips sind unrechtmäßig hochgeladene Musikvideos oder TV-Mitschnitte. Die führenden amerikanische Medienkonzerne News Corporation, NBC Universal und Viacom haben sich bereits zusammengeschlossen, um gegen die Veröffentlichung von ihnen produzierter Inhalte bei dem Videodienst vorzugehen.

Urheberrecht: Neue Technologie soll illegale Inhalte aufspüren.

Da eine "manuelle" Überprüfung durch YouTube-Mitarbeiter aufgrund der schieren Masse von mehr als 50.000 neuen Videos pro Tag unmöglich erscheint, hat YouTube mit Verweis auf das Urheberrecht bislang lediglich die Länge der hochzuladenden Videos begrenzt. Ende des Jahres will der Videodienst nun eine Technologie präsentieren, mit der das Unternehmen illegal eingestellte Inhalte besser und teilweise automatisch identifizieren will. Ist urheberrechtlich geschütztes Material aufgespürt, sollen TV-Anbieter, Plattenfirmen oder Hollywood-Studios entscheiden können, ob das entsprechende Video gelöscht werden soll oder ob man stattdessen an den Werbeeinnahmen beteiligt werden will.

Statt sich auf einen langen Rechtsstreit mit den Medienkonzernen einzulassen, versucht der Videodienst so die Unternehmen ins Boot zu holen. So wird beispielsweise der amerikanische Fernsehsender CBS künftig Videos bei YouTube veröffentlichen. Die daraus resultierenden Werbeeinahmen wollen sich die beiden Unternehmen teilen. Ähnliche Partnerschaften hat YouTube auch bereits mit den Plattenfirmen Universal Music und Sony BMG abgeschlossen.

Paris Hilton: Brand Channel als Werbeplattform

Als weitere Einnahmequelle bietet YouTube TV-Anbietern, Filmstudios, Plattenfirmen und anderen Unternehmen an, eigene Channels zu eröffnen, um eigene Produkte zu vermarkten. So schon geschehen im Fall von Paris Hilton: Deren Plattenfirma Warner Bros. Records hat für das Party-Luder einen eigenen Videokanal eröffnet, auf dem beispielsweise Musikvideos oder die entsprechenden Making-Of-Videos veröffentlicht werden.



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Paris-Hilton-Channel bei YouTube: Über die Werbeplattform für das neue Album der Blondine können Internetnutzer unter anderem die Musikvideos abrufen.

Für eine nicht genannte Summe durfte die Plattenfirma die Homepage des so genannten Brand Channels mit einem eigenen Design versehen und auch eigene Werbelinks veröffentlichen. Derzeit hat der Kanal immerhin schon mehr als 6.000 Abonnenten.

Sorgen mehr professionelle Videos für mehr Werbeeinnahmen?

Die Einbindung professionell produzierter Inhalte könnte auch dabei helfen, dass YouTube Videos künftig besser vermarkten kann: "Professionell produzierte Inhalte minimieren das Risiko einer Schädigung der Marken, was zu höherer Investitionsbereitschaft der werbetreibenden Unternehmen führt", sagt Sturm von Mücke, Sturm & Company.


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