Wie die kostenlosen Videodienste künftig Geld verdienen wollen

YouTube und Co.: Milliardengrab oder Goldgrube?

1,65 Milliarden US-Dollar in Aktien hat Google für YouTube bezahlt. Dabei haben die Betreiber des Videodienstes bislang noch gar kein Geld verdient: Mit welchen Geschäftsmodellen könnten YouTube und Co. künftig Profit abwerfen?

YouTube und Co.: Milliardengrab oder Goldgrube?
Paris-Hilton-Channel bei YouTube: Über die Werbeplattform für das neue Album der Blondine können Internetnutzer unter anderem die Musikvideos abrufen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bill Gates: "Wie verdient ihr damit Geld?"
  2. 2Werbespots bei YouTube als Imageschaden
  3. 3Urheberrecht: Neue Technologie soll illegale Inhalte aufspüren.
  4. 4Paris Hilton: Brand Channel als Werbeplattform
  5. 5Sorgen mehr professionelle Videos für mehr Werbeeinnahmen?
  6. 6YouTube-Konkurrent Revver beteiligt Nutzer an den Werbeeinnahmen
  7. 7Google Video Ads: Automatisch eingebundene Videos mit Werbeunterbrechung

Als 2001 die New-Economy-Blase zerplatzte und die Start Ups reihenweise eingingen, schien der Internetboom vorbei zu sein. Fünf Jahre später scheint wieder alles beim Alten: Medienmogul Rupert Murdoch kaufte beispielsweise für 580 Millionen Dollar Myspace und Yahoo schluckte für 160 Millionen Musicmatch sowie für eine nicht genannte Summe Flickr. Die letzte große Übernahme schaffte es sogar in die Tagesschau: Für sage und schreibe 1,65 Milliarden Dollar in Aktien übernahm Google YouTube.

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Bei dem weltweit erfolgreichsten Videodienst können Nutzer Videos hochladen und die Clips von Amateurfilmern aus der ganzen Welt anschauen - kostenlos wohlgemerkt. Gerade deshalb meldeten sich angesichts der horrenden Kaufsumme viele Zweifler, die vor allem monierten, dass YouTube zwar Millionen von Nutzern, aber bislang noch kein funktionierendes Geschäftsmodell habe.

YouTube ist vor allem dank Amateurvideos erfolgreich: Das meistgesehene Video "The evolution of dance" haben Internetnutzer auf der ganzen Welt mehr als 34 Millionen Mal abgerufen.

Bill Gates: "Wie verdient ihr damit Geld?"

Schon im vergangenen Monat hatte Bill Gates in einem Interview mit dem Wall Street Journal die Bedenken auf den Punkt gebracht: "Würden wir einen Dienst wie YouTube starten, bekämen wir große Schwierigkeiten. Zuerst würden uns die Leute fragen 'Wie verdient ihr damit Geld?' Als zweites würden sie sagen, was denn mit den ganzen Urheberrechtsverstößen sei, die dort stattfinden."

Gerade das Fehlen eines tragfähigen Geschäftsmodells ist ein großes Manko. Denn allein für die Server und den Datenverkehr muss YouTube mehrere Millionen Dollar pro Jahr bezahlen - genaue Angaben macht das Unternehmen verständlicherweise nicht. Bislang finanzierten die Betreiber die Kosten vor allem durch so genanntes Venture Capital, das ihnen Spekulanten als Starthilfe zur Verfügung gestellt hatten. Doch langfristig braucht jedes Unternehmen stetig sprudelnde Einnahmen - welche Quellen könnte YouTube künftig anzapfen?

Bislang sind Werbebanner die einzige wichtige Einnahmequelle für YouTube. Die eigentlich vielversprechendsten Werbeplätze, nämlich kurze Spots, in das Video zu Beginn, am Ende oder gar als Unterbrechung eingebettet, verkauft der Dienst bislang nicht.

Aus mehreren Gründen scheinen solche Werbeeinblendungen aber auch in Zukunft bei von Nutzern eingestellten Videos unwahrscheinlich: Zum einen würden solche Spots bei den Nutzern wohl nur auf wenig Akzeptanz stoßen - bei der Menge an Alternativen könnten die Videojunkies einfach zu einem Service ohne Werbung wechseln. Schließlich buhlen weltweit inzwischen ungezählte YouTube-Klone um die Gunst der Internetnutzer. Allein in Deutschland sind inzwischen schon mehrere vergleichbare Videodienste wie Myvideo, Clipfish oder Sevenload gestartet.

Werbespots bei YouTube als Imageschaden

Zum anderen wäre es wahrscheinlich nicht allzu leicht, Werbepartner für die nutzergenerierten Videos auf Youtube zu finden. "Unternehmen mit großen Werbebudgets werden das inhaltliche Risiko bei unbekannten nutzergenerierten Videos nicht eingehen", sagt Patrick Sturm, Partner beim auf Telekommunikation und Medien spezialisierten Beratungsunternehmen Mücke, Sturm & Company in München.

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